Lohnzahlungen

Wie viel verdiente das DRK am Impfzentrum Friesland?

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 03.10.2021 18:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Frieslands Kreisverwaltung hat sich zu seinem Impfzentrums-Vertrag mit dem DRK Jeverland geäußert. Foto: Assanimoghaddam/dpa
Frieslands Kreisverwaltung hat sich zu seinem Impfzentrums-Vertrag mit dem DRK Jeverland geäußert. Foto: Assanimoghaddam/dpa
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Das DRK hat Impfzentrums-Mitarbeitern womöglich nicht mal die Hälfte des Lohns ausgezahlt, den das DRK für sie dem Kreis Friesland berechnet hat. Zu den Vorwürfen äußert sich nun die Kreisverwaltung.

Friesland - Hat sich der DRK-Kreisverband Jeverland beim Betrieb des Friesländer Impfzentrums auf Kosten seiner Beschäftigten bereichert? Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ soll das so gewesen sein.

In der Folge war die Pressestelle des Landkreises Friesland am Freitag überlastet. Die Anfrage unserer Zeitung wurde daher am Sonnabend beantwortet. Demnach hatte die Kreisverwaltung mit dem DRK Jeverland „Stundenpauschalen in drei Qualifikationsstufen ausgehandelt“. Diese hätten 24, 38 und 48 Euro betragen – „analog zum Tarifvertrag Öffentlicher Dienst“.

Wie hoch war die Gewinnspanne des DRK?

Der „Spiegel“ hat von einer Arzthelferin berichtet, für die das Rote Kreuz mit dem Landkreis 48 Euro pro Stunde abgerechnet habe. Das DRK habe der Frau aber nur einen Brutto-Stundenlohn von 18,75 Euro bezahlt. Die 48 Euro entsprechen laut Kreisverwaltung dem Arbeitgeber-Brutto. Davon müssten rund 20 Prozent abgezogen werden, um das Arbeitnehmer-Brutto zu errechnen. Das ergibt dann aber immer noch 38,40 Euro und nicht nur 18,75 Euro.

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„Der Landkreis ist davon ausgegangen, dass das DRK Jeverland nach Abzug des Arbeitgeberanteils das Arbeitnehmer-Brutto an die Mitarbeiterschaft auszahlen würde“, schreibt die Kreisverwaltung. „Das Problem in diesem Fall ist, dass das DRK – sollten die vom Spiegel recherchierten Zahlen stimmen – einen Abzug vom Arbeitnehmer-Brutto einbehalten hat.“ Mehr als die Hälfte davon. Das wäre aus Landkreis-Sicht weder legitim noch gerechtfertigt. Zur Abgeltung der Verwaltungs- und sonstigen Nebenkosten sei dem DRK schließlich eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von acht Prozent bereitgestellt worden. In der genannten Lohnklasse bekam das DRK also nicht nur 48 Euro, sondern 51,84 Euro. Aber: „Über die konkrete Ausgestaltung der Arbeitsverträge des DRKs mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann der Landkreis keine Aussage treffen, da er nicht Vertragspartei ist.“

Wie lief das anschließend bei den Johannitern?

Wie sieht das bei den Johannitern aus, die den Betrieb des Impfzentrums übernommen haben? Bekamen sie vergleichbar viel Geld wie das DRK? Antwort der Kreisverwaltung: „Der Landkreis kann keine Angaben dazu machen, was die Johanniter ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszahlen.“ Die Inhalte der Arbeitsverträge seien „nicht im Einzelnen bekannt“. Aber: „Der Landkreis hat darauf geachtet, dass die Johanniter tarifgebunden sind und tarifliche Löhne mit den entsprechenden Zuschlägen auszahlen sowie die darin festgeschriebenen sozialen Leistungen gewähren.“

Das DRK hat eine Presseanfrage vom Freitag noch nicht beantwortet.