Politik

Der neue Leeraner Stadtrat: Weiblicher, aber nur unwesentlich jünger

Katja Mielcarek
|
Von Katja Mielcarek
| 01.10.2021 17:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn der neue Stadtrat und seine Ausschüsse sich ab November im Ratssaal versammeln, werden 15 neue Mitglieder dabei sein. Foto: Ortgies/Archiv
Wenn der neue Stadtrat und seine Ausschüsse sich ab November im Ratssaal versammeln, werden 15 neue Mitglieder dabei sein. Foto: Ortgies/Archiv
Artikel teilen:

15 neue Mitglieder wird der neue Leeraner Stadtrat haben, der ab November seine Arbeit aufnimmt. Die gute Nachricht ist, es gibt mehr Frauen als bisher. Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht.

Leer - Der Bundestag, die Landtage, die Kreistage und auch die Stadt- und Gemeinderäte sollen die Belange aller Bürger in ihrem Zuständigkeitsbereich vertreten. Deshalb sind mittlerweile die Parteien auf allen politischen Ebenen bestrebt, einen möglichst großen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden.

Was und warum

Darum geht es: Der Frauenanteil im Stadtrat steigt deutlich, liegt aber immer noch deutlich unter dem in der Bevölkerung.

Vor allem interessant für: Politikinteressierte

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie sich die Zusammensetzung des bisher von älteren Männern geprägten Leeraner Stadtrats ändern wird.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Konkret findet sich in den Statuten beispielsweise von CDU und SPD der Hinweis, dass junge und weibliche Kandidaten zu fördern sind. Wie erfolgreich die Parteien und Gruppierungen in Leer dabei waren, zeigt sich bei einem Blick auf die Zusammensetzung des künftigen Stadtrats.

Alter

Wenn er am 31. Oktober offiziell den letzten Tag im Dienst ist, wird der Leeraner Stadtrat ein Durchschnittsalter von 60,4 Jahren haben und damit rund 15 Jahre älter sein, als der durchschnittliche Bewohner des Landkreises Leer. Die beiden ältesten Fraktionen sind mit einem Durchschnittsalter von jeweils 65,2 Jahren die SPD und die Grünen. Auf den nächsten Plätzen folgen die LWG mit 60,8 und die CDU mit 57,9 Jahren. Den Altersschnitt nach oben treibt die einzige Linken-Vertreterin Ursula Stevens-Kimpel mit 82 Jahren.

Ab dem 1. November wird das Gremium gute vier Jahre jünger sein, konkret 56,2 Jahre. Das hört sich auf den ersten Blick nach einer positiven Entwicklung an, relativiert sich aber, wenn man bedenkt, dass der jetzt scheidende Rat zu Beginn der Legislaturperiode 2016 auch rund fünf Jahre jünger war. Die älteste Fraktion wird ab November die zweiköpfige AfD-Fraktion mit 67,9 Jahren sein. Mit deutlichem Abstand folgt die SPD mit 56,9. Die beiden jüngsten Fraktionen sind die CDU mit 50,1 und die Grünen mit 51,5 Jahren. Beide haben auch die beiden jüngsten Mitglieder: die 18-jährige Freya Schäfer bei den Grünen und der 20-jährige Tim Bienert bei der CDU. Das älteste Stadtratsmitglied wird wieder Ursula Stevens-Kimpel sein. Die Gruppierungen mit nur einem Vertreter wurden hier, wie auch bei den anderen beiden Punkten nicht einzeln betrachtet.

Frauenanteil

Elf Frauen gehörten bisher dem Stadtrat an. Das war mit 28,9 Prozent deutlich weniger als ein Drittel. Den höchsten Anteil hatten die Grünen mit 60 Prozent (drei Frauen unter fünf Vertretern) und die SPD mit 30,7 Prozent (vier/13). Die vierköpfige LWG-Fraktion hat derzeit noch eine Frau in ihren Reihen, die mit 25 Prozent zu Buche schlägt.

Ab November wird der Frauenanteil des Rates die Drittel-Marke überschreiten. Von 38 Mitgliedern sind 14 weiblich, das macht 36,8 Prozent. Ganz weit vorne liegen die Grünen, bei denen sechs der acht Vertreter und damit 75 Prozent Frauen sind. Die jeweils zweiköpfigen Fraktionen von FDP und AfD bestehen nur aus Männern. Die CDU liegt mit drei Frauen in ihrer acht-köpfigen Fraktion beim Frauenanteil (37,5 Prozent) noch vor der SPD, bei der vier Frauen unter 15 Mitgliedern 26,7 Prozent ausmachen.

Erneuerung

15 der bisherigen Mitglieder verlassen zum 1. November den Leeraner Stadtrat. Das sind nahezu 40 Prozent. Sechs von ihnen hatten sich zur Wahl gestellt, aber zu wenige Stimmen bekommen. Die meisten ihrer bisherigen Mitglieder hat die CDU-Fraktion verloren, es sind sechs. Nach der Kommunalwahl im September hat die Fraktion drei Sitze weniger, so dass nur drei neue Mitglieder im CDU-Block am Ratstisch sitzen werden. Bei der SPD verlassen fünf der bisherigen Mitglieder die Fraktion. Dank der dazugewonnenen zwei Plätze, kommt sie auch auf die meisten neuen Mitglieder: sieben. Statt wie bisher fünf haben die Grünen in Zukunft acht Ratsmitglieder. Dadurch, dass Wilhelm Bloem aus dem Gremium ausscheiden wird, gibt es dort vier neue Mitglieder. Eines davon ist allerdings ein alter Bekannter. Ferhat Özdemir gehörte bisher zur CDL, die mit den Grünen eine Gruppe gebildet hat. In Zukunft ist er offiziell Teil der Grünen. Die FDP hat die Zahl ihrer Sitze verdoppelt – von einem auf zwei.

Ähnliche Artikel