Kultur
Band tüftelt eigene Songs am Rechner aus
In einem Studio in Hesel trifft sich die Band „Elephant an Flowers“. Dort tüfteln die drei Bandmitglieder am Rechner eigene Songs aus.
Hesel - „Elephants and Flowers“ heißt eine neue Band, die sich im Januar 2020 gegründet hat. Das war kurz vorm ersten Corona-Lockdown, doch das hatte für die drei jungen Männer keine Relevanz: Sie hatten ohnehin keine Live-Auftritte geplant und wissen auch noch nicht, wie sie ihre Musik bei Konzerten präsentieren würden. Denn die entsteht überwiegend elektronisch am Computer. Joachim Hagedorn, Ralf Bronn und Daniel Holtz sitzen in ihrem Proberaum im Ducklake Studio in Hesel an Bildschirmen, Mischpulten und ein paar „echten“ Instrumente wie Keyboard und Bass, tüfteln an ihrer Synthesizer-Popmusik, und feiern die Klicks im Netz, unter anderem auf YouTube (http://go.zgo.de/j046l) und Spotify.
Alle drei haben langjährige musikalische Erfahrungen gesammelt, spielten mit ihrer Rockband „Circus Ivory“ vor rund 15 Jahren auch oft live in Ostfriesland. Sie kennen sich noch aus Schulzeiten und fanden vor anderthalb Jahren erneut zusammen. Jeder bringt sich ein, kommt mit einer Idee für eine Melodie oder musikalische Stimmung ins Studio – praktisch, dass Bandmitglied Daniel Holtz ein eigenes betreibt. „Da ist meist erst nur eine Idee, eine Skizze, die wir am Rechner einspielen, dann mischen wir die Instrumente hinein, digitales Klavier und Drums, und dann bauen wir dazu den Text.“, erläuterte er. In ihrem ersten Song mit dem Titel „The Spark“ erzählt er von seinen Vatergefühlen, als seine Tochter geboren wurde. „Strong“ heißt der zweite Titel, den sie produzierten. Zu ihrer Musik passt die englische Sprache besser. „Englisch ist dann doch schöner zu singen, und weil in unserer globalisierten Welt immer mehr Menschen Englisch verstehen und wir auch keine zweisprachige Band sein wollen, haben wir uns darauf geeinigt“, sagt Holtz.
Bislang drei Stücke veröffentlicht
An jedem Song arbeiten die Musiker rund zwei Monate. Ihre Songs sind im Schnitt vier bis sechs Minuten lang – und schon deshalb nicht unbedingt für das Radio geeignet, auch wenn sie sehr melodiös sind und durchaus hitverdächtig klingen. „Wir haben etwa 2000 Klicks auf unseren drei Nummern, womit wir als junge Band sehr zufrieden sind“, sagt Holtz. Die meisten Aufrufe gibt es auf „Spotify“: „Die Reaktionen sind bis jetzt sehr positiv“, freut sich das Trio.
Hauptberuflich machen alle drei etwas anderes: Holtz betreibt das Ducklake Studio, Bronn arbeitet als Erzieher in Holtland, Hagedorn als IT-Berater. Insofern ist die Musik derzeit ein reines Hobby, das sie aber mit großer Leidenschaft betreiben. Sie treffen sich meistens zweimal pro Woche zum Proben. „Konzerte haben wir noch lange nicht geplant“, betonte Hagedorn, weil es gar nicht so leicht sein werde, das technisch auf einer Bühne umzusetzen, und auch, weil es bislang nur drei Stücke gibt. Aber es sind bereits viele weitere Ideen in Arbeit. Bei manchem Song simulieren sie einen Live-Sound am Rechner und tanzbar ist die Musik von „Elephants and Flowers“ auch, so dass Auftritte durchaus denkbar wären. „Vielleicht im Stil von Kraftwerk“, überlegt Holtz. Die deutsche Band gilt seit Anfang der 70er Jahre als Gründerin der elektronischen Popmusik und brachte diese auch auf die Bühne.
Eines ihrer Vorbilder, denen sie auch im Sound ähneln, ist die Gruppe „Roosevelt“, ein bisschen klingt ihre Musik auch wie „The Weeknd“ und doch haben sie ihren eigenen Stil entwickelt. Und was hat es mit dem Band-Namen auf sich, „Elefanten und Blumen“ auf Deutsch? „Der Name ist ein Songtitel von „Prince“, unser Band-Name ist auch eine Art Hommage an diesen großen Künstler“, klärte Holtz auf.