Berlin

Bei der CDU muss es jetzt zur Sache gehen

Rena Lehmann
|
Von Rena Lehmann
| 28.09.2021 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
CSU-Chef Markus Söder (links) jetzt doch noch einwechseln? In der Unionsfraktion gibt es Abgeordnete, die fordern, dass er und nicht Laschet die Sondierungsgespräche für ein Jamaika-Bündnis führen sollte. Foto: imago images/Sven Simon
CSU-Chef Markus Söder (links) jetzt doch noch einwechseln? In der Unionsfraktion gibt es Abgeordnete, die fordern, dass er und nicht Laschet die Sondierungsgespräche für ein Jamaika-Bündnis führen sollte. Foto: imago images/Sven Simon
Artikel teilen:

Nichts fürchtet die CDU mehr als Chaos in den eigenen Reihen. Doch jetzt ist es notwendig.

Wenige Tage nach der Niederlage bricht in der Union das große Hauen und Stechen los. Die vielen Sollbruchstellen, die Angela Merkel in ihrer Amtszeit lange überdecken konnte, treten offen zutage. Die staatstragende CDU, die Chaos in Führungsfragen bisher lange einigermaßen erfolgreich verhindern konnte, tritt nach diesem Wahlergebnis in eine neue Phase. Und das ist richtig so. Nach diesem Wahlergebnis sind Personaldebatten und ist der Streit über den richtigen Kurs angezeigt. Was denn sonst? Eine Partei, die in der Situation nicht um ihre Zukunft ringt, wäre doch schon erledigt.

Markus Söder einwechseln?

Allerdings werden die Möglichkeiten, doch noch ein Jamaika-Bündnis zu schmieden, mit einer langen Selbstbeschäftigung natürlich nicht größer. Aber offenbar wird in der CDU jetzt nicht nur offen gedacht, sondern vieles wird plötzlich auch offen ausgesprochen. Unter anderem die Möglichkeit, der verhinderte Kanzlerkandidat Markus Söder könnte die Jamaika-Sondierungen übernehmen - und dann doch noch Kanzler werden. Es ist eine verwegene Idee, die so gar nicht passt zur Union. Aber originell ist sie durchaus. Söder nämlich hat nach wie vor das, was Laschet von Beginn an fehlte: Viele können sich ihn als Bundeskanzler vorstellen.

Ein solch abenteuerliches Manöver hätte allerdings auch seinen Preis: Die CDU würde ihren Vorsitzenden Armin Laschet vollends düpieren. Der Umgang mit dem eigenen Personal würde an schlimmste Zeiten der SPD erinnern. Nicht zuletzt wäre die Frage, ob Söder jetzt noch als Kanzler vermittelbar wäre. Oder, ob sich der Wähler nach diesem Wahlkampf und nach der Wahl mit einer solchen Personalrochade nicht vollends veräppelt fühlen müsste.

Ähnliche Artikel