Berlin

Von wegen Generation Greta: Grüne und FDP über Erstwähler

Lucie Wittenberg
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Von Lucie Wittenberg
| 28.09.2021 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wegweiser zum Wahllokal Wegweiser zum Wahllokal (Symbolbild) Foto: Steinach/imago images
Wegweiser zum Wahllokal Wegweiser zum Wahllokal (Symbolbild) Foto: Steinach/imago images
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Die Chefs der Jugendorganisationen der FDP und der Grünen haben ihre eigenen Erklärungen, wieso sie von jungen Menschen am meisten gewählt wurden. Dabei geht es auch um unterschiedliche Herangehensweise an die Klimakrise.

23 Prozent der Erstwähler haben bei der Bundestagswahl entweder die Grünen oder die FDP gewählt. Vor allem in den sozialen Netzwerken gab es viele Spekulationen, wieso die „Generation Greta“ die Grünen nicht zum alleinigen Sieger unter den jungen Wählen machte.

Nicht nur „Generation Greta“

Für Georg Kurz, Chef der Grünen Jugend, liegt der Fokus der jungen Menschen ganz klar auf dem Klimawandel und dem Kampf gegen politischen Stillstand. Es sei das Thema seiner Generation: „Gegen halbherzigen Klimaschutz und leere Versprechungen haben erst vor wenigen Tagen über 600.000 Menschen bei Fridays for Future gestreikt.“

Einige junge Menschen hätten „auf der Flucht vor Armin Laschet die FDP gewählt“, dabei hätte die Partei nur mit einer Angst vor Verboten getrommelt ohne benennen zu können, wie Klimagerechtigkeit anderes erreicht werden könne.

Für Teutrine gibt vor allem über den Klimaschutz hinaus noch andere Themen, die junge Menschen bewegen würden. Beispielsweise setze man sich für sozialen Aufstieg, eine generationengerechte Rentenpolitik und für eine schnellere Digitalisierung ein. „Das sind die Themen, die die junge Generation bewegen“, sagt Teutrine.

Frust über Corona-Politik

Das bestätigt auch die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch. Sie hält es für eine Fehleinschätzung, dass das Hauptthema der jungen Generation der Klimawandel ist. „Es gibt unter den Jungwählern genau so viele Facetten von Interessen, Lebensumständen und Zukunftsmodellen wie unter den älteren Wählern“, sagt Münch.

Ein wichtiges Thema, das die FDP genutzt habe, sei der Verdruss der jüngeren Generation über die Corona-Politik. Das sieht Jens Teutrine ähnlich: „Die FDP hat die jungen Menschen während der Corona-Pandemie nicht vergessen.“ Die Partei sei ein Anwalt gewesen, wenn es um die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen oder um Freiheitsrechte ging. Das hätte junge Wähler überzeugt hätte ihr Kreuz allein bei der FDP zu machen. 

Andere Angebote haben aber auch die Grünen den Jungwählern gemacht, meint Kurz. Auch der Kampf gegen Ungleichheiten und Investitionen in Bildung, bezahlbarer Wohnraum und Infrastruktur hätten im Wahlprogramm seiner Partei überzeugt.Am Ende der Bundestagswahl überzeugten die Herangehensweisen beider Parteien die jungen Wähler. Bei der Altersgruppe zwischen 18 und 24 lagen die Grünen nur mit 23 Prozent nur leicht vor der FDP.

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