Freizeit
Neuer Spielplatz: Hoch hinaus geht es nur für echte Akrobaten
Der neue Spielplatz auf dem Emder Wall wird sehr gut angenommen. Allerdings gibt es auch Kritik. Ein Spielplatzexperte hat sich näher umgesehen.
Emden - Klettern, schaukeln, toben: Bei schönem Wetter ist der neue Spielplatz auf dem Emder Wall längst kein Geheimtipp mehr für Eltern und ihre Kinder. Zum Teil bilden sich lange Schlangen an der Klettermühle, die für Kinder verschiedenen Alters Kletter- und Rutschmöglichkeiten bietet. Einige Jungen und Mädchen schaffen es dabei fast bis oben auf die Kappe. Bilder davon kursierten in den sozialen Medien und werfen Fragen nach der Sicherheit des Spielplatzes auf.
Was und warum
Darum geht es: Der neue Spielplatz auf dem Emder Wall ist beliebt bei Groß und Klein – doch es gibt auch Kritik.
Vor allem interessant für: Eltern und Großeltern
Deshalb berichten wir: Kritik an der Sicherheit des Spielplatzes wurde laut, nachdem dort Kinder bis auf die Kappe der Mühle geklettert waren. Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de
Doch die Stadt gibt auf Nachfrage dazu Entwarnung: „Das Gerät wurde nach den in Deutschland und europaweit geltenden aktuellen Normen konstruiert und hergestellt. Natürlich wurden auch der Fallschutz und die Sicherheitsbereiche normgerecht bemessen“, erklärt Stadtsprecherin Theda Eilers. Für die Abnahme sei ein Gutachten von einem öffentlich bestellten und unabhängigen Gutachter angefertigt worden. Die Unterhaltungsabteilung des Fachdienstes Kinder und Familien der Stadt kontrolliere den Platz regelmäßig auf den technischen Zustand und führe auch mögliche Reparaturen durch.
Abstände und Maße alle eingehalten
Wir wollten es genauer wissen und fragten weiter nach. Ein Rundgang mit einem freiberuflichen Spielplatztester kommt zu dem Ergebnis, dass alles seine Richtigkeit hat. „Ich frage mich, wie die Kinder dort raufgekommen sein sollen“, sagt Bernd Rulf und schaut sich dabei genau die einzelnen Ebenen der Mühle an, prüft die Abstände zwischen den Kletterelementen und eines Drahtnetzes, in dem die Kinder von innen die Mühle hochklettern können. Der Spielplatztester begutachtet jährlich rund 800 Spielplätze in Deutschland. Für die neuen Geräte auf dem Emder Wall war Rulf nicht zuständig. Doch als Großvater besucht er den Platz auch selbst und hat aufgrund seines Berufs einen anderen Blick auf Spielgeräte als die meisten Eltern.
Nach Angaben von Rulf seien alle Abstände und Maße richtig eingehalten. Die Mühle sei so konstruiert, dass eine bei Kindern oder Jugendlichen anzunehmende unsachgemäße Nutzung ausgeschlossen sei. Konkret heißt das: Die Mühle biete eigentlich keine Möglichkeit, sich hochzuhangeln. „Wer das schafft, muss schon sehr akrobatisch sein.“ Die Öffnungen an den Seiten seien normgerecht, der Kiesboden sei eine ausreichende Maßnahme, um Stürze aus bis zu drei Metern Höhe abzufangen und durchaus üblich.
Beachvolleyballfeld am Schwanenteich?
Derweil ist die Stadt schon mit neuen Plänen für weitere Spielplätze beschäftigt. Zur Diskussion steht beispielsweise, ob im Rahmen des Projektes „Grünes Band“ eine Ergänzung des Spielplatzes am Schwanenteich möglich ist. Über eine Realisierung entscheidet der Rat der Stadt. Zudem konnten im Rahmen eines Wettbewerbs Wünsche und Anregungen geäußert werden. „Für Jugendliche wäre möglicherweise noch ein Beachvolleyballfeld im Bereich des Schwanenteiches interessant, welches natürlich finanziert und unterhalten werden müsste“, so Eilers weiter.
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