Hannover

Will er nicht mit untergehen, muss Althusmann sich frei schwimmen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 27.09.2021 16:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hat momentan keinen leichten Stand: Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann. Foto: Peter Kneffel/dpa
Hat momentan keinen leichten Stand: Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann. Foto: Peter Kneffel/dpa
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Die Bundestagswahl war für die CDU ein Desaster. In einem Jahr wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Bis zur Trendwende ist es ein weiter Weg. Ein Kommentar.

Bernd Althusmann hat ein Problem und das heißt Armin Laschet. Nach dem desaströsen Wahlergebnis seiner Bundespartei und einem Stimmenverlust von mehr als zehn Prozent in seinem eigenen Bundesland steht der Landeschef der CDU Niedersachsen ziemlich begossen da. Das liegt auch daran, dass Althusmann trotz deutlich wahrnehmbarer Stimmen aus den eigenen Reihen stets zu den Laschet-Unterstützern gehört und selbst am Wahlabend noch im wahrsten Sinne hinter dem gescheiterten CDU-Kanzlerkandidaten gestanden hat.

Personaldebatten könnten sich auch um Althusmann selbst drehen

Nun geht Althusmann, der im nächsten Jahr bei der Landtagswahl in Niedersachsen im zweiten Anlauf SPD-Ministerpräsident Stephan Weil vom Thron stoßen will, spürbar auf Distanz zu Laschet. Althusmann zeigt sich „bitter enttäuscht“, spricht von Veränderungsbedarf und personellen Konsequenzen. Dabei muss der CDU-Landeschef aufpassen, nicht selbst in den Fokus interner Personaldebatten zu geraten, schließlich steht der stellvertretende Ministerpräsident zwar für vieles, aber ganz sicher nicht für Erneuerung und frischen Wind.

Aus Laschet-Sog befreien

Will Althusmann nicht vom Laschet-Sog mit nach unten gezogen werden und gegen SPD-Strahlemann und Publikumsliebling Stephan Weil noch eine echte Chance haben, muss er sich dringend frei schwimmen. Zwar wählt Niedersachsen erst in einem Jahr, was in der politischen Zeitrechnung eine halbe Ewigkeit ist, aber aktuell scheint der Vorsprung der SPD vor der CDU in Niedersachsen auch eher weiter zu wachsen als zu schwinden. Und wer Weil kennt, weiß, dass der Hobbyläufer im Wahlkampf einen extrem langen Atem hat.

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