Heimatgeschichte
Zeitzeugen erinnern sich an das Kriegsende
Der Westoverledinger Heimatforscher Hermann Adams befasst sich in seinem neuen Buch mit dem Kriegsende in Westoverledingen und in weiteren Teilen Ostfrieslands. Es kommen viele Zeitzeugen zu Wort.
Westoverledingen - Hermann Adams, Heimatforscher aus Ihrhove, hat sich mehr als zwei Jahrzehnte lang mit dem Kriegsgeschehen im Oberledingerland befasst. Eigentlich wollte der Westoverledinger etwas zum kanadischen Feldfriedhof in Ihrhove schreiben.
Das Vorgehen der Alliierten
Nach Auskunft des Ihrhovers erfolgte die Besetzung und die Befreiung des Overledingerlandes von kanadischen Truppen und von der 1. polnischen Panzerdivision, die von Exilpolen gebildet wurde. Anhand seiner Recherchen, der Augenzeugenberichte und der Kopien der Protokolle konnte Adams die verschiedenen Stoßrichtungen der Soldaten von Papenburg und vom Rheiderland aus nachzeichnen. „Die Besetzung des gesamten Overledingerland erfolgte in vier Stoßrichtungen“, sagte Adams. Als erstes ostfriesisches Dorf wurde Völlenerfehn durch die exilpolnische Panzerarmee besetzt. „Die Armee stieß allerdings auf unerwartet starken Widerstand von einigen noch anwesenden deutschen Truppenteilen“, führte der Heimatforscher aus. Adams kommt aufgrund seiner Recherchen außerdem zu dem Ergebnis, dass Esklum durch den Krieg der am schlimmsten betroffene Ort gewesen ist.
In einem Geleitwort weist Dr. Paul Weßels, Leiter der Landschaftsbibliothek der Ostfriesischen Landschaft, darauf hin, dass es in den letzten Apriltagen des Jahres 1945 im Westoverledinger Land die meisten Opfer unter der ländlichen Zivilbevölkerung in Ostfriesland gab. „Hermann Adams beschreibt detailliert und eindringlich den Vormarsch, die Kampfhandlungen, die Opfer und Schäden, und er deckt nebenbei wichtige Details des Vorgehens der Alliierten bei der Eroberung der Dörfer auf“, so Weßels. Und weiter heißt es: „Insbesondere hat der Autor aber die Opfer im Fokus, die der feindliche Vormarsch zur Befreiung Deutschlands auf beiden Seiten forderte. Er benennt die Toten aus der Zivilbevölkerung ebenso wie die gefallenen Soldaten auf deutscher und auf kanadischer Seite. So wird die Darstellung schließlich vor allem zu einer Mahnung und führt die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt mit ihren furchtbaren Auswirkungen vor Augen.“
Nach Ansicht von Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes ist Heimatforscher Hermann Adams für die Veröffentlichung tief in weltweiten Archiven vorgedrungen. „Und überall fanden sich Overledinger Mosaiksteinchen der Geschichte. Das Buch eröffnet einen Blick auf unsere Geschichte. Es schafft einen Austausch zwischen Menschen, die das Frühere erlebt haben und Menschen, die das Damalige verstehen wollen“, so Douwes.
Das Buch
Das neueste Buch „Kampf um das nördliche und westliche Overledingerland und das weitere Ostfriesland“ von Autor Hermann Adams aus Ihrhove ist zum Preis von 15,90 Euro im Handel erhältlich.Gekauft werden kann das Buch in den Buchhandlungen Fokken in Ihrhove, Fehnbuch in Rhauderfehn, Schuster in Leer, Eissing in Papenburg, Markant-Markt Ulrichs in Flachsmeer sowie online unter fazal.de/hermann-adams.html.