Stichwahl

Florian Eiben ist neuer Norder Bürgermeister

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 26.09.2021 23:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Den ersten Teil des Wahlabends verfolgte Florian Eiben (zweite Person von rechts) zusammen mit seiner Familie und den anderen SPD-Mitgliedern bei der Tanzschule Reimer. Das Bild zeigt ihn zusammen mit seiner Verlobten Luisa Meyerhoff und mit seinen Eltern Uschi und Ludwig Eiben. Foto: Kiefer
Den ersten Teil des Wahlabends verfolgte Florian Eiben (zweite Person von rechts) zusammen mit seiner Familie und den anderen SPD-Mitgliedern bei der Tanzschule Reimer. Das Bild zeigt ihn zusammen mit seiner Verlobten Luisa Meyerhoff und mit seinen Eltern Uschi und Ludwig Eiben. Foto: Kiefer
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Florian Eiben (SPD) hat sich bei der Bürgermeister-Stichwahl in Norden klar gegen Amtsinhaber Heiko Schmelzle (CDU) durchgesetzt. Er erhielt 75,09 Prozent aller Stimmen.

Norden - Unter dem Beifall seiner Parteigenossen ist Florian Eiben am Sonntagabend zum neuen Bürgermeister der Stadt Norden gewählt worden. Er setzte sich bei der Stichwahl mit 75,09 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Heiko Schmelzle von der CDU durch. Schon bei der ersten Wahlrunde am 12. September hatte sich der SPD-Stadtverbandsvorsitzende mit 40,66 Prozent deutlich gegen Schmelzle (20,18 Prozent) und gegen vier weitere Kandidaten durchgesetzt.

Als Eiben jetzt am Sonntag das Theaterfoyer der Oberschule Norden betrat, wo die offizielle Wahlparty der Stadt Norden ausgerichtet wurde, kamen ihm die Freudentränen. „Ich bin sprachlos über dieses riesige Vertrauen, das mir die Bevölkerung entgegengebracht hat. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Er erinnerte daran, dass er der erste hauptamtliche SPD-Bürgermeister der Stadt sein wird. So hatte es sich bis 1998 um ein Ehrenamt gehandelt. Dann übernahmen bis 2016 Barbara Schlag (ZoB) und dann Schmelzle. „Das jetzige Ergebnis zeigt deutlich, dass die Norder Bevölkerung eine politische Veränderung will.“

Schmelzle: „So ist eben die Demokratie“

Als nur noch wenige der insgesamt 40 Wahllokale ausgezählt werden mussten, kam auch Amtsinhaber Heiko Schmelzle (CDU) mit seiner Familie in das Theaterfoyer, um Eiben zu gratulieren. Es war ihm trotz seines Lächelns anzumerken, wie schwer ihm dieser Schritt fiel. „Das Ergebnis ist aber eindeutig. Vielleicht lag es auch an Eibens modernerem Wahlkampf. So ist eben die Demokratie“, sagte er unserer Zeitung. Er sehe es aber „sportlich“ und sei dankbar für die vergangenen fünf Jahre in dieser verantwortungsvollen Position, in der wichtige Projekte umgesetzt worden seien. Als Beispiele nannte er den Kauf des früheren Doornkaat-Geländes, das nun unter Mitwirkung der Bevölkerung zu einem neuen wirtschaftlichen und kulturellen Anziehungspunkt in der Stadt werden soll. Weiterhin nannte er den Masterplan Wasserkante, also die derzeitige Umgestaltung des Norddeicher Strands. Auch sei unter ihm zweimal der städtische Haushalt besonders früh beschlossen worden, was gerade während der Pandemie hilfreich gewesen sei. „Nun werde ich noch bis zum letzten Tag alles für meine Heimatstadt geben“, kündigte er an. Eiben übernehme eine Stadt, die „optimal für die Zukunft gerüstet ist.“ Trotz allem: „Es schmerzt und ich hätte gerne weitergemacht.“

Auch Hermann Reinders (CDU), der bisherige Ratsvorsitzende, zeigte sich zerknirscht. Am Fleiß von Schmelzle könne das Ergebnis seiner Meinung nach jedenfalls nicht gelegen haben, versicherte er. „Er war überall präsent und hat sein Bestes gegeben.“

Wahlbeteiligung liegt bei 63,5 Prozent

Weiterhin zählte zu den Gästen des Abends auch David Gronewold, der zusammen mit Eiben, Andreas Holzkämper, Rainer Feldmann (beide parteilos) und Dana Friedrichs (Die Partei) gegen Schmelzle angetreten war. Er sprach gegenüber der Redaktion von einer „extremen Klatsche“ für Schmelzle, der sich die vergangenen zwei Wochen beim Wahlkampf aber noch einmal richtig ins Zeug gelegt habe.

Mit Eiben erwarte den neuen Rat nun eine „Wundertüte“ und man sei auf die Zusammenarbeit gespannt, so Gronewold. Julia Feldmann, die bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeister-Kandidatin von 2016, freute sich sowohl auf städtischer als auch auf Bundesebene über die guten Ergebnisse für die SPD. Nun müsse sich zeigen, wie die künftige Zusammenarbeit mit den anderen Parteien aussehe.

Für die Wahlen vom Sonntag waren in Norden 240 Wahlhelferinnen und -helfer im Einsatz sowie 90 Mitarbeiter der Stadt. Bei der Stichwahl abgestimmt haben 13.288 der 20.927 Wahlberechtigten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 63,5 Prozent.

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