Stichwahl
Jümme: Christoph Busboom gewinnt Wahl
Die Samtgemeinde Jümme hat einen neuen Bürgermeister. Es war knapp bis zum Schluss: Christoph Busboom setzt sich gegen Jessika Tuitjer durch.
Jümme - Es war spannend – von Anfang bis Ende. Als dann endlich um 19.29 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis der Stichwahl in Jümme feststand, konnte Christoph Busboom die Tränen nicht mehr zurückhalten. So sehr freute sich der Holtlander, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für ihn als Samtgemeindebürgermeister gestimmt hatte. Bei seiner Frau Sabine flossen ebenfalls die Tränen. Mit einem Kuss und einer langen Umarmung gratulierte sie ihrem Mann zu dem Sieg. Die zweite Gratulantin an diesem Sonntagabend vor dem Filsumer Rathaus war Jessika Tuitjer. Die Nortmoorerin war Busbooms Mitbewerberin in der Stichwahl ums Bürgermeisteramt und hatte die Wahl verloren.
Den symbolischen Rathausschlüssel für den Sieger gab es von Johann Boelsen. Vor fünf Jahren war er es gewesen, der die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister gewonnen hatte. Anfang Januar dieses Jahres hatte er bekanntgegeben, nicht noch einmal kandidieren zu wollen. Bis Ende Oktober wird er noch im Amt sein. Am 1. November übernimmt dann Christoph Busboom, der jetzt erst einmal bei der Stadt Leer kündigen muss. Dort ist der 42-Jährige stellvertretender Leiter des Bauamtes.
Nur wenige Stimmen vorn
Für Busboom haben 52,55 Prozent beziehungsweise 2123 Wählerinnen und Wähler votiert. Jessika Tuitjer unterlag mit 47,45 Prozent. Für sie sprachen sich 1917 Wahlberechtigte aus. Die Wahlbeteiligung in Jümme lag bei 72,11 Prozent. 5675 Wählerinnen und Wähler in 13 Wahlbezirken waren zur Stimmabgabe aufgerufen, 4092 nahmen ihr Bürgerrecht wahr.
Bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen lag die Wahlbeteiligung in Jümme bei 64,16 Prozent. Fünf Kandidaten hatten sich seinerzeit zur Wahl gestellt. Christoph Busboom und Jessika Tuitjer hatten die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Busboom war auf 38,85 Prozent gekommen, Tuitjer auf 40,61 Prozent. Da keiner von beiden die absolute Mehrheit erlangt hatte, war eine Stichwahl erforderlich.
Sieger sprachlos, Verliererin fair
„Puh, was soll ich sagen“, waren Busbooms erste Worte nach der Bekanntgabe des guten Ergebnisses für ihn. „Ihr wisst ja, ik proot nich vööl.“ Er bedankte sich bei seinen Wählerinnen und Wählern, drückte seine Freude darüber aus, bald im Rathaus und mit den neuen Kolleginnen und Kollegen zusammen arbeiten zu können und für alle Bürgerinnern und Bürger in der Samtgemeinde da zu sein. Er schüttelte vielen Gratulanten die Hände und ließ etliche starke Schulterklopfer tapfer über sich ergehen.
Jessika Tuitjer zeigte sich enttäuscht angesichts des Wahlergebnisses, hatte sie vor zwei Wochen doch noch knapp vorne gelegen. „Aber es ist wie es ist, die Wahl ist entschieden. Es war eine spannende Zeit“, sagte sie. Sie werde jetzt weiter für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG an deren Emder Standort arbeiten. Mit ihrem Chef habe sie abgemacht, dass sie zwei Wochen lang eine Pause machen könne. Die verbringe sie auf einem der EnBW-Schiffe, das zu den Offshore-Windkraftanlagen draußen auf See fahre. „Zur Erholung“, sagte die 33-Jährige. Sie habe vor einiger Zeit, nebenher und aus Interesse, eine Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten gemacht, berichtet die studierte Betriebswirtin. „Das reicht, um den Kolleginnen und Kollegen das Werkzeug anzureichen, wenn es etwas zu reparieren gibt.“
Zu den in den vergangenen Tagen im Internet vor allem in den sozialen Netzwerken gegen sie gerichteten Kampagnen wollte sie nichts sagen. Unter anderem auf Facebook hatten ihr Busboom-Anhänger Inkompetenz vorgeworfen.
Busboom hielt sich mit einem Kommentar dazu zurück. Er fände, sie beide hätten einen fairen Wahlkampf geführt und mit großem Engagement und Idealismus um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler geworben.