Fußball
Irres Spektakel in Pewsum endet 5:5
Zehn Tore hat es im Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga gegeben. Die Pewsumer führten 4:2 und glichen nach 4:5-Rückstand per umstrittenen Elfmeter in der 94. Minute aus.
Pewsum - Beim Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga Nord zwischen dem TuS Pewsum und dem TV Bunde erlebten 250 Zuschauer ein irres Offensivspektakel. 5:5 endete das Spiel auf Landesliga-Niveau. Letztendlich war es ein leistungsgerechtes Unentschieden, wobei die Punkteteilung die Rheiderländer frustrierte. Zweimal holten sie binnen kurzer Zeit einen Zwei-Tore-Rückstand auf und gingen neun Minuten vor Schluss erstmals mit 5:4 in Führung – kassierten aber in der 95. Minute noch das 5:5.
Ein zweifelhafter Foulelfmeter in der Nachspielzeit – Bertram soll Hinrichs zu Fall gebracht haben – brachte die Gäste auf die Palme, die sich um den Sieg betrogen sahen. „Das ist lächerlich“, konnte sich Bundes Trainer Matthias Schmidt nicht beruhigen und sah die Gelbe Karte. Keno Buß blieb cool und traf zum 5:5.
25-Meter-Schuss zum 2:2
Das Spiel begann für die Gäste denkbar schlecht. Schon in der 2. Minute musste Joost Dirksen mit einem gebrochenen Finger mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, für ihn kam Daniel Hoppen ins Spiel. Mit dem ersten Schuss aufs Tor brachte Marek Hinrichs die Krummhörner in Front. In Minutenabständen erspielten sich beide Mannschaften hochkarätige Chancen, Jan Tietje markierte nach einer halben Stunde das 2:0, nachdem TV-Torwart Marcel Kayser einen Schuss von Keno Buß nur nach vorne abklatschen konnte.
Die Rheiderländer spielten unbeirrt nach vorne und hatten die beste Phase kurz vor der Pause. Nach Flanke von Wirtjes traf Eike Schmidt zum Anschlusstreffer, in der Nachspielzeit markierte Daniel Hoppen mit einem strammen 25-Meter-Schuss den Ausgleich. Die Rheiderländer konnten zunächst nicht an das gute Spiel der ersten Halbzeit anknüpfen. Die Gastgeber dagegen nutzten die Unsicherheiten in der Bunder Defensive. Hoppen ließ sich an der Außenlinie düpieren, Hinrichs hatte keine Mühe den Ball zum 3:2 im Tor zu versenken. Keine vier Minuten später war erneut Hinrichs mit seinem dritten Treffer zur Stelle, um im vierten Versuch den Ball wieder einzunetzen.
Spieldaten
Pewsum: Kempisty, Ulferts, Gornig, Hinrichs, Weyers (69. Davids), Buß, Poppinga, Risto, Tietje, Südhoff, Olk.
Bunde: Kayser, Malchus (82. van Leßen), Dirksen (5. Hoppen), Wirtjes (72. Kappernagel), E. Schmidt, Bertram, Gierod, Huxsohl, T. Siemens (72. K. Siemens).
Tore: 1:0 Hinrichs (14.), 2:0 Tietje (32.), 2:1 E. Schmidt (45.), 2:2 Hoppen (45. +2), 3:2/4:2 Hinrichs (57./61.), 4:3 E. Schmidt (76.), 4:4 Girod (79. Foulelfmeter), 4:5 Kappernagel (81.), 5:5 Buß (90. + 5 Foulelfmeter).
Trainer kritisieren Schiri-Gespann
Bunde schien die erste Niederlage zu kassieren, zumal die schnellen Konter der Pewsumer immer gefährlicher wurden. Die Abwehr des Spitzenreiters zeigte ungewohnte Schwächen, das Mittelfeld übernahm kaum noch Abwehraufgaben, sodass Pewsum oft in Überzahl das Bunder Tor bedrängte. Doch die Bunder bewiesen Moral.
Eike Schmidt staubte nach einem spektakulären Pfostenschuss von Hoppen zum 3:4 ab. Eine Minute später traf Girod per Elfmeter zum 4:4. Als Kappernagel nach einer Ecke per Direktabnahme zur 5:4-Führung traf, hatten die Rheiderländer die Partie binnen vier Minuten gedreht.
Beide Trainer gingen mit dem Schiedsrichtergespann hart ins Gericht. „Das Gespann brachte durch ihre Entscheidungen Hektik ins Spiel, die nicht notwendig waren. Elfmeter wurden gepfiffen, die keine waren, andere Fouls wurden dagegen nicht geahndet“, kritisierten beide. „Die Zuschauer kamen ganz auf ihre Kosten“, freute sich Pewsums Trainer Bernd Buß. „Die Punkteteilung geht in Ordnung, auch wenn wir zweimal mit zwei Toren in Front lagen“, war Buß mit dem Unentschieden nicht unzufrieden.