Corona-Impfung
Ein Piks für die Lohnfortzahlung: Wo gibt es J&J in Ostfriesland?
Wer noch keine Corona-Impfung hat, dem droht demnächst ein Lohnausfall in der Quarantäne – ab 11. Oktober. Eine Spritze mit „Johnson & Johnson“ beseitigt dieses Risiko. Wo gibt es J&J in Ostfriesland?
Ostfriesland - Ungeimpfte, die als Kontaktpersonen von Corona-Infizierten oder als Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet in Quarantäne müssen, bekommen ab dem 11. Oktober ihren Lohn nicht mehr weitergezahlt – falls sie nur deshalb nicht geimpft sind, weil sie das nicht wollen. Also bei ihnen keine medizinischen Gründe entgegenstehen. Wer keinen Lohnausfall riskieren will, dem bleibt nur eine Spritze mit „Johnson & Johnson“ (J&J). Denn bei allen anderen Impfstoffen sind zwei Pikse erforderlich, um vollständig geimpft zu sein. Und zwischen den beiden Impfungen müssen – je nach Vakzin – mindestens drei Wochen Abstand sein. Bis zum 11. Oktober sind es nur zweieinhalb Wochen.
Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sind beliebter als die Vektor-Impfstoffe Astrazeneca und J&J – und sie sollen auch wirkungsvoller gegen die Delta-Variante sein. Deshalb haben Arztpraxen oft Biontech vorrätig, seit der Impfstoff-Mangel vorbei ist. Und die Impfzentren in Niedersachsen schließen demnächst. Wo können Ungeimpfte in Ostfriesland kurzfristig eine Spritze mit J&J bekommen?
Letzte Impfaktionen in ostfriesischen Impfzentren
„Die Impfzentren schließen zum 30. September“, schreibt das niedersächsische Gesundheitsministerium. Das trifft aber nur bedingt zu. „Das Impfzentrum schließt zum 24. September, auf Anweisung des Landes“, schreibt die Leeraner Kreisverwaltung. Das Emder Impfzentrum hatte auch am Freitag seine letzte Impfaktion. „Im Rahmen von Impfaktionen mit dem mobilen Impfteam wird es voraussichtlich ab Mitte Oktober wieder Möglichkeiten geben, sich unkompliziert impfen zu lassen, unter anderem mit J&J“, so die Stadtverwaltung.
Das Impfzentrum des Landkreises Wittmund in Esens bietet am Mittwoch, 29. September, zwischen 8 und 12.30 Uhr noch J&J. Allerdings gebe es nur noch 40 bis 60 Impfdosen, schreibt die Kreisverwaltung und empfiehlt, die letzten Impftermine über das Internetportal des Landes zu buchen: www.impfportal-niedersachsen.de.
Das Georgsheiler Impfzentrum des Landkreises Aurich habe am Donnerstag die letzten Spritzen gesetzt, so die Kreisverwaltung. Aber es gebe noch Sonderimpfaktionen – am Sonntag im Auricher Energie-, Bildungs- und Erlebnis-Zentrum (EEZ), am Montag in den Berufsbildenden Schulen Aurich und Norden sowie am Dienstag in den Kreisvolkshochschulen Aurich und Norden. Dort gebe es – jeweils von 9 bis 15 Uhr – J&J. Impfwillige könnten ohne Anmeldung kommen.
Das Land Niedersachsen hat alle J&J-Dosen verteilt
„Alle vom Land verfügbaren rund 159.000 Dosen des Impfstoffs der Firma Janssen“ – J&J – „wurden bereits an die Impfzentren ausgeliefert und verteilt“, schreibt das Gesundheitsministerium. „Mehr als 146.000 Impfdosen sind zudem bereits verimpft worden.“ Einzelne Impfaktionen von Kommunen, die es noch gebe, seien auf folgendem Portal zu finden: https://impfen-schuetzen-testen.de/impfen. Zudem sei eine Impfung in Arztpraxen möglich.
„Interessierte können sich gerne direkt an ihren Haus- oder Facharzt wenden“, informiert Dieter Krott von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Er ist Geschäftsführer der Bezirksstelle Aurich, die für Ostfriesland zuständig ist. „Corona-Schutzimpfungen können in jeder Woche bis dienstags bestellt werden und stehen in der übernächsten Woche zur Verfügung.“
J&J-Impfungen in ostfriesischen Arztpraxen
Bei stichprobenartigen Anfragen in Arztpraxen hat unsere Zeitung eine gefunden, die J&J vorrätig hat. „Wir bieten nahezu täglich J&J-Impfungen ohne Voranmeldung an“, so Holger Plochg, der zusammen mit Frank Stolle eine Praxis in Bunde betreibt. „Der Impfmarathon geht weiter.“
„Wir verimpfen aktuell nur Biontech“, berichtet die Hausärztin Mareike Grebe, die in Hesel eine Gemeinschaftspraxis mit ihrem Mann führt. Der Impfstoff-Bedarf müsse immer zwei Wochen im Voraus festgelegt werden, so dass keine wirkliche Flexibilität bestehe. Sie weist darauf hin, dass nach einer J&J-Impfung „die Empfehlung besteht, nach sieben Monaten mit einem mRNA-Impfstoff nachzuimpfen“.