Verkehr

In der Krummhörn wird schon lange außendeichs geradelt

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 24.09.2021 16:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schafe sind fester Bestandteil des Küstenschutzes, weil sie die Deiche festtreten und dadurch stabilisieren. Hier sind zwei Tiere am Pilsumer Leuchtturm zu sehen. DPA-Archivfoto: Wagner
Schafe sind fester Bestandteil des Küstenschutzes, weil sie die Deiche festtreten und dadurch stabilisieren. Hier sind zwei Tiere am Pilsumer Leuchtturm zu sehen. DPA-Archivfoto: Wagner
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Kürzlich öffnete die Deichacht Norden einen Butendeich für den Radverkehr. Damit sollte die Verkehrssituation binnendeichs entlastet werden. In der Krummhörn hingegen gibt es andere Bedingungen.

Krummhörn/Norden - Im vergangenen Jahr beschwerten sich Norder Bauern darüber, dass sie auf der touristisch beliebten Deichstraße immer wieder von Radfahrern ausgebremst werden. Wer dort überholt, gefährdet jedoch die Ausflügler und macht sich strafbar, weil gerade mit den großen landwirtschaftlichen Geräten kein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Darum entschloss sich vor Kurzem die Deichacht dazu, den Bereich zwischen den Ortsteilen Norddeich und Utlandshörn außerhalb der Sturmflutzeit auch an der Seeseite für den Radverkehr freizugeben – zwischen Mai und September und nur ohne Hund am Rad. Ein Konzept auch für die Nachbargemeinde Krummhörn?

Was und warum

Darum geht es: Das Radverkehrsnetz an der Küste wurde kürzlich im Norder Bereich um einen zusätzlichen Weg erweitert. Dort sollen noch Erfahrungen gesammelt werden, die man in der Krummhörn schon gemacht hat.

Vor allem interessant für: Radfahrer, Schäfer, Landwirte und weitere Kraftfahrer

Deshalb berichten wir: Als die besagte Strecke für Radfahrer eröffnet wurde, hieß es, dass derzeit keine weiteren Abschnitte geplant sind. Wir wollten daraufhin wissen, wie es bei der benachbarten Deichacht Krummhörn aussieht.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Das ist gar nicht notwendig, sagt Frank Rosenberg, Rendant der dortigen Deichacht. Im Gegensatz zum Norder Deichweg, der auch von der Öffentlichkeit mit Kraftfahrzeugen befahren werden darf, seien alle Binnendeich-Strecken in der Krummhörn gewidmete Radwege. „Außendeichs dürfen die Radfahrer auch fahren, aber nur auf eigene Gefahr.“ Die Verkehrssicherheitspflicht werde dort nämlich nicht übernommen. In Norden hingegen war diese als Grundvoraussetzung betrachtet worden, um die Strecke überhaupt freigeben zu können. Übernommen wurde sie letztendlich von der Kurverwaltung.

Bislang keine Konflikte mit Schäfer

Die Norder Deichacht-Geschäftsführung kündigte zudem kürzlich auf Nachfrage an, dass man erst einmal schauen wolle, ob sich die Nutzer des neu freigegebenen Wegs vernünftig verhalten oder ob sie Müll hinterlassen und es Beschwerden von den Schäfern gibt, weil deren Tiere bedrängt werden. Immerhin sind die Wege, gerade wenn sie von der Sonne aufgewärmt werden, ein beliebter Ruheort für die Schafe, sagte Oberdeichrichter Carl Noosten. Darum soll erst einmal auch nur dieser eine Abschnitt geöffnet werden, wo man Erfahrungen sammeln wolle, hieß es. Noosten betonte zudem, dass die Tiere weiterhin Vorrang haben. Rosenberg hingegen sagt jetzt, dass es diesbezüglich zumindest in der Gemeinde Krummhörn keine Probleme gebe. „Die Radler wissen, dass es dort Schafe gibt.“

Laut Johann Oldewurtel, Rendant der Deichacht Norden, kann man seit Jahren einen Anstieg des Radverkehrs am Deich wahrnehmen. Das habe auch mit dem steigenden Anteil an Pedelecs zu tun, mit denen die Urlauber inzwischen auch Strecken zurücklegen, die ihnen früher zu weit gewesen wären. Darüber hinaus zieht es seit dem Beginn der Pandemie auch viele Urlauber nach Ostfriesland, die ansonsten ins Ausland verreist wären.

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