Kommunalwahl Krummhörn

Amtliches Wahlergebnis trifft SPD

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 24.09.2021 16:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Krummhörn wurde ein Teil der Stimmen neu ausgezählt. Symbolfoto: DPA
In der Krummhörn wurde ein Teil der Stimmen neu ausgezählt. Symbolfoto: DPA
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Auf der Krummhörner Ratssitzung ging es auch um die Kommunalwahl. Durch Fehler bei der Auszählung der Stimmen unterscheidet sich das amtliche Wahlergebnis in Teilen deutlich vom vorläufigen.

Krummhörn - Das endgültige Wahlergebnis für die Gemeinderatswahl in der Krummhörn weicht in entscheidenden Teilen vom vorläufigen Wahlergebnis vom 12. September ab. Das hat vor allem Auswirkungen auf die gewählten Kandidaten der SPD. Das teilte am Donnerstagabend der scheidende Bürgermeister Frank Baumann (SPD) auf der Ratssitzung mit.

Was und warum

Darum geht es: Aufgrund von Unstimmigkeiten wurde ein Wahlbezirk in der Krummhörn neu ausgezählt.

Vor allem interessant für: Politikinteressierte, SPD-Wähler

Deshalb berichten wir: Das amtliche Wahlergebnis für die Krummhörn steht fest.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Baumann war Wahlleiter der Kommunalwahl war. Die fehlerhafte Auszählung geschah im Bereich Pewsum. Aufgefallen war schon am Wahlsonntag, dass die Zahl der abgegebenen Stimmzettel bei der Gemeinderatswahl „deutlich von der Zahl der abgegebenen Stimmzettel bei der Bürgermeister- und Kreistagswahl“ abwich, so Baumann auf Nachfrage am Freitag.

Fehler, keine Manipulation

Das bedeute nicht, dass tatsächlich mehr Stimmzettel abgegeben wurden. „Bei der Berechnung im Wahllokal ist von einer größeren Anzahl an abgegebenen Stimmzetteln ausgegangen worden, als tatsächlich abgegeben wurden. Gleichzeitig wurden in den Listen der Parteien und Gruppen mehr Stimmen dazugerechnet, als tatsächlich abgegeben wurden“, so Baumann am Freitag. Am Donnerstag sprach der Wahlleiter von „mehr als 50 gezählten Stimmzetteln, die gar nicht abgegeben wurden“.

Einen bewussten Versuch der Wahlmanipulation sieht die Gemeinde nicht. Dafür gebe es „überhaupt keine Anhaltspunkte“, so Baumann. Dafür spreche auch, dass alle Parteien von der fehlerhaften Auszählung betroffen waren. „Wir schätzen die Arbeit unserer ehrenamtlichen Wahlvorstände“, betont Baumann. „Die Wahlvorstände hatten einen langen Wahltag und mit drei verschiedenen Wahlen und zum Teil großen Listen entsprechend viel und lange auszuzählen. Hier hat sich dann wahrscheinlich ein ,Wurm eingeschlichen‘, den man ab Abend nicht mehr rausbekommen hat.“

Änderungen bei der SPD

Dieser „Wurm“ hat aber Konsequenzen. So bleiben die Sozialdemokraten zwar bei zwölf Sitzen, gewinnt aber ein Direktmandat und verliert ein Listenmandat. Das führt laut Baumann dazu, dass die Ratsfrau Waltraud Ehrentraut (SPD) laut Wahlergebnis ihren Sitz verliert. Im vorläufigen Wahlergebnis war sie noch drin. Dafür hat der Rysumer Andreas Kirchhoff einen Sitz im künftigen Gemeinderat ergattert. Zwischen ihm und Johannes Voss aus Freepsum entschied aufgrund von Stimmgleichheit das Los.

Dies gilt zumindest, wenn alle die Wahl annehmen. Durch gewählte Kandidaten, die auf ihren Sitz verzichten, kann es noch zu Veränderungen bei der Zusammensetzung des künftigen Rates geben. Laut Baumann werden nun alle gewählten Kandidatinnen und Kandidaten angeschrieben, ob sie die Wahl annehmen. Die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl, die die parteilose Kandidatin Hilke Looden für sich entschied, hat die Neuauszählung nicht verändert.

Im Detail haben haben sich die Stimmen und Prozente bei der Gemeinderatswahl bei den gewählten Parteien wie folgt verändert: SPD 8194 Stimmen (43,28 Prozent, vorher: 8149 Stimmen), CDU 3107 Stimmen (16,41 Prozent, vorher: 3097 Stimmen), Grüne 1208 Stimmen (6,38 Prozent, vorher: 1192 Stimmen), AfD 589 Stimmen (3,11 Prozent, vorher 568 Stimmen), FBL 1663 Stimmen (8,78 Prozent, vorher: 1672 Stimmen), SWK 3519 Stimmen (18,59 Prozent, vorher: 3583 Stimmen). Weitere Veränderungen gab es bei den nicht-gewählten Vorschlägen.

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