Klimastreik
„Fridays for Future“ in Aurich: Mit Sprechchören durch die Stadt
480 Teilnehmer folgen in Aurich dem Aufruf der „Fridays for Future“-Bewegung zu einem globalen Klimastreik. Mit Sprechchören zogen sie zur abschließenden Kundgebung am Mittag vor dem Rathaus.
Aurich - „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, mit Sprechchören wie diesem zogen die laut Polizei etwa 480 „Fridays for Future“-Demonstranten durch die Auricher Innenstadt bis vor das Rathaus. Damit folgten die Schüler mit Unterstützung zahlreicher Klimaaktivisten aller Altersgruppen dem Aufruf der Bewegung zu einem globalen Klimastreik.
In ganz Deutschland waren laut den Auricher Organisatoren 472 Aktionen angekündigt, darunter große Kundgebungen in Hamburg, München, Köln und Freiburg. Zu Veranstaltung in Berlin kam auch die schwedische Klimaaktivistin und Urheberin der Bewegung, Greta Thunberg. Sie sprach vor dem Bundestag in Berlin vor mehreren tausend Teilnehmern. Zeitgleich mit Aurich fanden Aktionen ebenfalls auch auf Norderney und Wangerooge statt. Am Nachmittag gingen die Schüler in Leer, Spiekeroog und Emden auf die Straße.
Autos hatten nach Nachsehen
In Aurich ging es statt durch die Innenstadt auf der Bundesstraße zum Rathaus – mit Unterbrechung durch einen Sitzstreiks auf dem Pferdemarkt. Zwar trafen die Demonstranten dort auf weniger Zuschauer, „dafür mussten aber die Autos für uns anhalten“, sagt die 15-jährige Geesche Günther von der Ortsgruppe Aurich: als Zeichen für die aus der Sicht der Organisatoren notwendige Verkehrswende.
Bei der abschließenden Kundgebung am Zielort prangerte Lea Flemming in ihrer Rede an, dass in den drei Jahren seit dem Start der Aktion beim Klimaschutz enttäuschend wenig passiert sei. Die Gruppe rief deshalb zu einer Klimawahl auf.
Auch wenn die Aussicht nicht gut sei, so Jaden Maurer vom Orga-Team: „Mit keiner der aktuellen Parteien können wir laut Wahlprogramm das Klimaziel von einer Erderwärmung bis 1,5 Grad einhalten.“
Inseln in Gefahr
Deshalb ist für die Auricher klar, dass ihr Engagement nach der Wahl weitergehen muss, bis der Klimaschutz es auf den Agenda der Politik ganz nach oben geschafft hat. Dass genau das dringend notwendig ist, betonte auch Natalia Zelewska in ihrer Rede: „Schon 2050 könnten die Überflutungen Aurich erreichen.
Noch stärker betroffen sind die Städte wie Norden, Emden und die Ostfriesischen Inseln.“ Schon bei einer Erderwärmung von 1,5 Grad würden 10.000 Menschen weltweit von den Auswirkungen betroffen sein. Sie fordert deshalb, die Klimapolitik auch sozial gerecht zu gestalten.