Hannover
Mit 2G packt Niedersachsen die Keule gegen Ungeimpfte aus
Wer in Niedersachsen nur noch Geimpfte und Genesene hineinlässt, kann auf Masken und Abstand verzichten. Das soll den Impfdruck erhöhen. Echte Überzeugungsarbeit aber sieht anders aus. Ein Kommentar.
Mit der Einführung der 2G-Regel packt Niedersachsen ab diesem Mittwoch die Keule gegen Ungeimpfte aus. Also: Jeder Kinobetreiber, Gastronom und Veranstalter kann für sich entscheiden, nur noch Geimpfte und Genesene (2G) hineinzulassen und gleichzeitig die Masken- und Abstandspflicht aufheben. Ein negativer Corona-Schnelltest reicht bis auf wenige Ausnahmen dann als Zutrittsberechtigung nicht mehr aus.
Erzielt 2G den gewünschten Effekt?
Der Hintergedanke dabei ist klar: Die Politik will damit den Druck auf diejenigen erhöhen, die bisher eine Corona-Schutzimpfung verweigert haben. Ob die 2G-Regel den gewünschten Effekt hat, wird sich in einigen Wochen zeigen. Zu hoffen ist es jedenfalls.
Besser Überzeugungsarbeit leisten
Viel bedeutsamer aber als die Daumenschrauben anzuziehen, ist, noch intensiver für das Impfen zu werben und die Impfzögerer mit Argumenten zu überzeugen. Während 2G die Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften erhöhen könnte, muss es inhaltlich darum gehen, auch dem Letzten begreiflich zu machen, dass Impfen der Generalschlüssel ist, um die Pandemie-Handschellen endgültig ablegen und zu einem Leben ohne Einschränkungen und letztlich auch ohne nervige Masken im Gesicht zurückkehren zu können.
Vorfahrt für mobile Impfteams
Da ist es gut, dass auch in den Schulen nach den Herbstferien eine Impfoffensive gestartet werden soll, bei der Eltern ebenso willkommen sind. Genau solche Möglichkeiten braucht es. Sich mal eben quasi im Vorbeigehen impfen lassen zu können, dürfte der Impfquote Schub verleihen und muss daher über die mobilen Impfteams noch viel stärker angeboten und vom Land und den Kommunen noch intensiver beworben werden. Und bitte nicht erst nach den Herbstferien, sondern gern schon sofort.