Gartenserie
Das Gegenteil einer Schotterwüste
Natur pur kann man im Garten von Annchen Saathoff-Uden und Herbert Uden in Westgroßefehn genießen. Dort gibt es viel zu entdecken, auch Enten und Hühner.
Westgroßefehn - Hinten links, am Ende des Grundstücks von Annchen Saathoff-Uden und Herbert Uden in Westgroßefehn ist es still. Der Lärm der Straße ist weit weg. Selbst das aufgeregte Gegacker der Hühner und das Geschnatter der Enten in den Gehegen 15 Meter entfernt kommt dort nur leise an. Einzig das Rauschen der Blätter und des Schilfes im Wind ist zu hören. „Ist das nicht herrlich? So viel Ruhe, so viel Natur um uns herum. Ich genieße das“, sagt Annchen Saathoff-Uden. Sie steht am Rand eines Teiches, der an ein Feuchtbiotop angrenzt. Von dort kann man den Blick durch die Flumm-Niederung, ein Naturschutzgebiet in der Gemeinde Großefehn, schweifen lassen. Es liegt hinter dem Garten des Ehepaares. Glauben Sie nicht, weil es so still ist, ist hier nichts los. Man muss sich nur Zeit nehmen, Geduld haben, die Ohren spitzen und hinschauen.“ Dann gebe es viel zu entdecken.
Ein natürlicher Garten
Sie und ihr Mann haben sich hinter ihrem Haus am Fehnweg in mehr als 35 Jahren ein Refugium geschaffen, in dem Pflanzen und Tiere im Rhythmus der Jahreszeiten den Ton angeben. Thedas Tuun heißt ihr Garten. Er ist benannt nach einer Figur, die Annchen Saathoff-Uden in einem Theaterstück gespielt hat.
Jetzt, wo es auf den Herbst zugeht, sind die meisten Blumen auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück verblüht. Nur die Bauernhortensien, einige Rosensorten, Fetthennen und Stauden des gelben Mädchenauges stehen noch in ihrer vollen Pracht. Das meiste Obst ist bereits von den Bäumen und Beerensträuchern gepflückt, zu Marmelade und Saft verarbeitet oder eingekocht. Geerntet werden müssen noch die Zucchini, die Rote Beete und später, nach dem ersten Frost, der Grünkohl.
Viel Platz für Tiere und Pflanzen
Sie hätten immer einen Garten haben wollen, der der Natur Raum lässt, sich zu entfalten. „Wir leben mit ihr, wir überlassen vieles dem Zufall, greifen nur selten ein“, erklärt die Rentnerin ihre Philosophie vom natürlichen Gärtnern: Sie lässt Pflanzen dort stehen, wo sie sich ausgesät haben. Bäume und Büsche, die umgefallen sind und nicht im Weg liegen, bleiben dort, wo sie zu Boden gegangen sind.
Jede Menge Geflügel
„Als wir anfingen, unseren Garten zu planen und zu gestalten, haben wir viel Kopfschütteln gesehen“, erzählt die Ostfriesin. Man habe sie nicht verstanden. „Aber für wen soll denn ein kurz geschnittener Rasen ein guter Lebensraum sein? Und dann erst diese Schotterbeete. Die Leute, die ihr Grundstück mit Steinen zuschmeißen, tun mir leid. Die erleben nicht so viel Natur in unmittelbarer Nähe zu ihrem Zuhause wie wir, zu denen kommen keine Bienen, keine Vögel und keine Eichhörnchen“, ist die 65-Jährige überzeugt.
Beim Rundgang durch ihre private Idylle kommt man immer wieder an großen und kleinen Gehegen vorbei. Darin hält ihr Mann Enten und Hühner. „Die sind meine Passion“, sagt der 70-Jährige. Er züchtet unter anderem Mandarin-, Braut- und Spießrutenenten sowie Hühner der Rasse Zwerg Orpington in allen Farbschlägen. Vor der Corona-Pandemie hatten Herbert Uden und seine Frau einmal im Jahr zu einem Kükentag eingeladen. „Dann liefen durchschnittlich immer bis zu 1500 Besucherinnen und Besucher durch unseren Garten“, erzählt der Geflügelhalter stolz. Er freue sich schon jetzt auf den Tag, an dem das wieder möglich sein wird.
Grünes Reich unter hohen Bäumen
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