Stichwahl in Norden
Eiben gegen Schmelzle: Die Unterschiede im Wahlprogramm
Heiko Schmelzle (CDU) und Florian Eiben (SPD) gehen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Norden? Doch wo unterscheiden sich die Kandidaten? Ein Blick auf das Wahlprogramm gibt Anhaltspunkte.
Norden - Nordens amtierender Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) muss sich am 26. September der Stichwahl um das Amt stellen. Sein Konkurrent: Florian Eiben (SPD). Der SPD-Kandidat lag bei der Kommunalwahl am 12. September deutlich vor dem Amtsinhaber, für eine Mehrheit reichte es aber nicht.
Doch wo liegen die Unterschiede zwischen beiden Kandidaten? Zunächst natürlich in der Parteizugehörigkeit, aber auch der Blick in die Wahlprogramme zeigt Unterschiede. Als Grundlage für die Betrachtung dienen die Internetseiten von Florian Eiben und Heiko Schmelzle, also die Informationsquellen, die für viele offen und mit verhältnismäßig wenig Aufwand auffindbar sind.
Grundlegende Ähnlichkeiten
So spricht Schmelzle beispielsweise im Zusammenhang mit dem Ausbau der Kinderbetreuung vor allem von Müttern, die davon profitieren. Eiben hingegen spricht allgemein von Familien. Für einen Ausbau der Betreuungsangebote sprechen sich aber beide aus.
Schmelzle: Standpunkte zur Landes- und Bundespolitik
Bezahlbarer Wohnraum
Dieses Thema kommt in der Übersicht von Schmelzle nicht explizit vor, bei Eiben schon. Der SPD-Kandidat fordert Schaffung von Wohnraum durch eine stadteigene Wohnungsbaugesellschaft.
Jugend und Bildung
Schule und Bildung nehmen als Themen bei Eiben einen größeren Raum ein. So spricht er sich für schnelle Internetverbindungen für Schulen (und Gewerbe) aus, aber auch für mehr Begegnungsstätten, Spielplätze und eine Entwicklung des Dornkaat-Geländes vor allem für Familien.
Bei Schmelzle gibt es die Punkte Familien und Bildung. Bei Familien geht es fast ausschließlich um einen Ausbau der Betreuungsangebote, beim Thema Bildung findet eher eine Rückschau auf die vergangenen Jahre statt. „Gerade in den letzten Jahren wurden auf diese Weise wichtige Investitionen in die Norder Schulstandorte getätigt. Im Ergebnis sind wir hier sehr gut aufgestellt, denn Vielfalt ist Trumpf.“
Infrastruktur und Tourismus
Die Themen Infrastruktur, vor allem auf Straßen und Wege bezogen, finden sich bei beiden Kandidaten. Der amtierende Bürgermeister begeht hier erneut vor allem eine Rückschau auf Vergangenes wie die Sanierung der Karl-Wenholt-Straße oder des Looger Weges. Eiben spricht sich in seinen „Top 10“ für eine Sanierung von Radwegen und eine autofreie Innenstadt aus.
Ferner möchte Eiben, unter anderem auf dem Dornkaat-Gelände, beispielsweise die E-Mobilität weiter vorantreiben und auch die Gewerbebereiche besser an das Busnetz anbinden. Wenn es um Tourismus geht, betont Schmelzle vor allem die Wasserkante und die Bedeutung Norddeichs als Urlaubsort. Bei Eiben findet sich kein explizites Bekenntnis zum Tourismus.
Fazit
Selbst wenn bei Wahlprogrammen die Würze oft in der Kürze liegt, wird Eiben deutlich konkreter in seinen Anliegen als Schmelzle. Einen Rückschluss auf die Umsetzbarkeit lässt dies allerdings nicht zu.
Schmelzle umgeht die Fragen nach der Umsetzbarkeit, in dem er sich vor allem auf bereits Geschafftes besinnt und wenig Ausblicke auf neue Herausforderungen gibt.