Wahl

„Die Basis“ schafft es doch nicht in den Auricher Rat

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 17.09.2021 15:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Silvia Lübcke gehört noch dem Auricher Rat an. In der nächsten Wahlperiode wird sie jedoch nicht mehr dabei sein. Foto: Archiv/Ortgies
Silvia Lübcke gehört noch dem Auricher Rat an. In der nächsten Wahlperiode wird sie jedoch nicht mehr dabei sein. Foto: Archiv/Ortgies
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„Vorläufiges amtliches Endergebnis“ heißt es immer so schön. Die Auricher Ratsfrau Silvia Lübcke hat wenige Tage nach der Kommunalwahl schmerzlich erfahren, was das bedeutet.

Aurich - Wie gewonnen, so zerronnen: Die Auricher Ratsfrau Silvia Lübcke (ehemals CDU) wird in der neuen Wahlperiode nun doch nicht dem Stadtrat angehören. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Stadtratswahl hatte ihre neue politische Heimat, „Die Basis“, 647 Stimmen geholt und damit hauchdünn den Sprung in den Stadtrat geschafft. Doch nun musste das Ergebnis korrigiert werden.

Nach Angaben von Wahlleiter Helmut Lücht sind 45 Stimmzettel, die am Wahlabend für ungültig erklärt worden waren, doch gültig. Das bedeutet: Insgesamt 133 weitere Stimmen wurden zu den bisherigen addiert. Da keine der zusätzlichen Stimmen für „Die Basis“ abgegeben worden war, schrumpfte deren prozentualer Stimmenanteil, und der Sitz fiel an die CDU. Die Christdemokraten haben nun zehn Sitze, nicht neun.

Mehr als drei Kreuze und doch gültig

Was hat es mit den vermeintlich ungültigen Stimmzetteln auf sich? Nach Angaben Lüchts handelt es sich größtenteils um Fälle, in denen Wähler mehr als drei Kreuze gemacht haben. Das macht den Zettel normalerweise ungültig – es sei denn, die überzähligen Stimmen werden derselben Liste gegeben, zu der auch der angekreuzte Bewerber gehört. Wenn also beispielsweise jemand drei Stimmen der SPD gibt und weitere drei Stimmen einem einzelnen Kandidaten der SPD, dann zählen die Kandidatenstimmen. So sieht es das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz vor.

„Die Wahlvorstände haben richtig gehandelt“, betont Lücht. Sie hätten am Wahlabend Stimmzettel, die aus ihrer Sicht überprüft werden müssen, aussortiert. Die gingen dann zunächst als ungültig in die Wertung ein. „Aber es handelt sich ja nur um ein vorläufiges Ergebnis“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Zu kleineren Verschiebungen kommt es bei der Überprüfung der Auszählungsergebnisse immer. Dass sich aber deshalb die Sitzverteilung ändert, ist eine Ausnahme. Silvia Lübcke trägt den Verlust mit Fassung. „Wir sind nach wie vor stolz auf unser Ergebnis“, sagt die 60-Jährige. „Wir werden weiter unser Bestes geben. Mal sehen, wie es beim nächsten Mal ausgeht.“ Sie werde künftig als Zuhörerin an den öffentlichen Sitzungen teilnehmen. Lübcke, die von Beruf Schaustellerin ist, kritisiert die Corona-Politik der Bundesregierung. Darum hatte sie vor einem halben Jahr die CDU verlassen und sich der „Basis“ angeschlossen.

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