Stadtgestaltung

Gesicht des Georgswalls steht erneut zur Debatte

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 17.09.2021 16:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Georgswall ist eine Ruhezone in der Innenstadt von Aurich. Foto: Boschbach
Der Georgswall ist eine Ruhezone in der Innenstadt von Aurich. Foto: Boschbach
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Die Stadt will womöglich eine neue Bürgerbeteiligung zum Georgswall auflegen. Das hat Baurätin Irina Krantz gesagt. Dabei würde es unter anderem um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität gehen.

Aurich - Ein schöner Spätsommernachmittag Anfang September. Auf dem Rasen des Georgswalls vor der Landschaft habe es sich einige Passanten gemütlich gemacht. Sie genießen den Sonnenschein, ein Kleinkind krabbelt in Richtung Hafenwärterhaus. Der Verkehr ist mäßig, weil die Kreuzung an der Kirchdorfer Straße wegen einer groß angelegten Sanierung gesperrt ist. So könnte es immer sein, ein Idealzustand.

Als der Georgswall vor etwas mehr als zehn Jahren saniert worden ist, sollte er autofrei sein. Das war die Vision der Planer. Doch bisher ist das nicht umgesetzt worden. Fraglich ist derzeit, ob es tatsächlich passieren wird. Wenn es nach der Verwaltung und den Kaufleuten ginge, sollten die Auricher über das künftige Gesicht des Georgswalls ganz neu abstimmen. „Ich könnte mir vorstellen, dass das ein gutes Verfahren ist“, sagte Baurätin Irina Krantz auf Anfrage dieser Zeitung. Der Hintergrund: Derzeit gebe es Diskussionen darüber, ob das, was ursprünglich geplant worden ist, in dieser Form gut und richtig ist.

Georgswall muss warten

Der Termin für eine Bürgerbeteiligung liege allerdings in weiter Ferne. Zunächst müsse die Stadt die Vorhaben zu Ende bringen, die sie angefangen hat. Dazu zählt das Großprojekt „Sanierung Fußgängerzone“. „Wir können nicht alle Verkehrswege gleichzeitig lahmlegen“, sagte Irina Krantz. Nach der Fußgängerzone will die Stadt im kommenden Jahr zunächst die Fockenbollwerkstraße erneuern. Danach ist es in den Augen der Baurätin realistisch, sich dem Georgswall zuzuwenden. In der Befragung der Auricher stünde dann unter anderem zu Debatte, wie man die Aufenthaltsqualität verbessern kann.

In der Vergangenheit sei viel darüber diskutiert worden, dass bei einer Neugestaltung des Georgswall kein Parkplatz verloren gehen dürfe. Das Thema wurde damals breit diskutiert, so haben Planer unter anderem Parkraumkonzepte vorgestellt. Letztmalig war das vor vier Jahren der Fall, dann wurde es ruhig um das Thema. „Jetzt haben wir einen Masterplan Radverkehr, dessen Intention die Verdopplung des Radverkehrs in der Stadt ist. Da stellt sich jetzt schlicht und einfach die Frage, ob sich das mit den ursprünglichen Konzepten für den Georgswall verträgt“, sagte Irina Krantz.

Planungen überdenken

Bodo Bargmann unterstützt den Vorstoß der Baurätin. Der Vorsitzende des Sanierungsausschuss verweist darauf, dass die Rahmenplanung bereits zwölf Jahre zurückliegt. Es habe sich viel verändert. Der Wandel habe auch die Fußgängerzone erfasst. „Das Problem ist durch Corona nicht geringer geworden“, sagte der CDU-Ratsherr. Deshalb liege es auf der Hand, die ursprünglichen Planungen zu überdenken. Ob das mit einer Bürgerbeteiligung verknüpft werden sollte, müsse man prüfen. „Auf jeden Fall wird das eine der Aufgaben sein, die der neue Rat zu schultern hat“, sagte Bodo Bargmann.

Die Lösung der künftigen Aufgaben wird nicht ganz einfach werden. Die Stadt hat nämlich für die Gestaltung einer großzügigen Fläche entlang des Georgswalls auf Höhe der Osterstraße einen Investor gefunden. Der Immobilienmakler Lennart Gerstmeier wird dort Grundstücke von der Stadt kaufen und unter anderem ein 54 Meter langes, rot geklinkertes Parkhaus errichten. Es soll mit Efeu begrünt werden. Dort sind auf sieben Ebenen 206 Stellplätze geplant. Das Gebäude war als eine Art Ausgleichsmaßnahme gedacht, weil die Parkplätze am Georgwall und auf den rückwärtigen Flächen der Geschäfte an der Burgstraße langfristig wegfallen sollen.

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