Wahlnachlese

Johann Saathoff ist der Topstar des Auricher Kreistags

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 13.09.2021 18:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Johann Saathoff (links, hier mit Landrat Olaf Meinen) hat bei der Kreistagswahl in Aurich die mit Abstand meisten Stimmen geholt. Foto: Luppen
Johann Saathoff (links, hier mit Landrat Olaf Meinen) hat bei der Kreistagswahl in Aurich die mit Abstand meisten Stimmen geholt. Foto: Luppen
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Aus dem Stand hat Johann Saathoff (SPD) bei der Kreistagswahl in Aurich eine fünfstellige Stimmenzahl geholt. Sein ehemaliger Parteifreund Jochen Beekhuis musste sich mit deutlich weniger begnügen.

Aurich - Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (Pewsum) ist der Topstar des neuen Auricher Kreistags. Aus dem Stand holte der 53-Jährige bei der Wahl am Sonntag die mit Abstand meisten Stimmen eines Kandidaten, nämlich 10.062. Insgesamt profitierte die SPD vom Bundestrend und gewann einen Sitz hinzu (jetzt 24), während die CDU als zweitstärkste Kraft einen Sitz verlor (13). Die Grünen sind mit sechs Sitzen drittstärkste Kraft.

Der ehemalige SPD-Fraktionschef Jochen Beekhuis wird dem neuen Kreistag nicht angehören. Der Landtagsabgeordnete aus Großefehn hatte vor zweieinhalb Jahren in Chats Frauen und Übergewichtige beleidigt und war aus der Partei ausgeschlossen worden. Er trat diesmal als Einzelbewerber an und bekam 798 Stimmen. „Da habe ich ein gutes Ergebnis eingefahren“, sagt der 44-Jährige. 17 der 58 Abgeordneten im neuen Kreistag haben weniger Stimmen als Beekhuis erhalten. Sie sind über die Listen ihrer Parteien und Wählergemeinschaften in das Parlament gekommen.

„Das liegt an der Systematik der Wahl“

Für einen Einzelbewerber reichen 798 Stimmen jedoch nicht. Es sei ihm von vornherein klar gewesen, „dass es fast unmöglich ist“, sagt Beekhuis. „Das liegt an der Systematik der Wahl. Da hätte ich fast 2000 Stimmen gebraucht.“ Dennoch habe er bewusst darauf verzichtet, auf der Liste einer anderen Partei oder Wählergemeinschaft zu kandidieren, „obwohl ich die Möglichkeit gehabt hätte“, so Beekhuis. „Ich wollte das auch für mich mal wissen.“ Zum Vergleich: Als SPD-Fraktionschef hatte Beekhuis vor fünf Jahren 3347 Stimmen bekommen, also gut viermal so viele wie jetzt.

Jochen Beekhuis aus Großefehn führt im Landtag ein einsames Dasein. Dem neuen Kreistag wird der 44-Jährige nicht angehören. Foto: Archiv/DPA
Jochen Beekhuis aus Großefehn führt im Landtag ein einsames Dasein. Dem neuen Kreistag wird der 44-Jährige nicht angehören. Foto: Archiv/DPA

Wer in der Wahlnacht auf das vorläufige amtliche Endergebnis warten wollte, musste lange aufbleiben. Erst gegen 2.15 Uhr waren alle Stimmen ausgezählt. „Wir waren um 5 Uhr zu Hause“, sagt Holger Kleen vom Inneren Dienst der Kreisverwaltung. In einigen Wahllokalen, vor allem aber bei der Briefwahl sei es zu Komplikationen und Fehlzählungen gekommen, so Kleen. In diesen Fällen musste nachgezählt werden. Dass es bei Kommunalwahlen spät wird, sei normal, doch diesmal sei es extrem gewesen.

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