Politik
Kommunalwahl in Leer: CDU und LWG sind die großen Verlierer
Die Wahl für den Leeraner Stadtrat hat das Gremium ordentlich durcheinandergewirbelt. Zu den großen Gewinnern gehören die Grünen. Zwei Fraktionen haben deutliche Verluste zu verzeichnen.
Leer - Es war vergleichsweise früh am Sonntagabend, als klar war, dass Leer einen neuen Bürgermeister bekommen wird. Claus-Peter Horst lag vom ersten ausgezählten Wahlbezirk an stabil über 50 Prozent. Amtsinhaberin Beatrix Kuhl (CDU) lag rund 25 Prozentpunkte dahinter.
Die gewählten Mitglieder
SPD: Beate Stammwitz, Heinz Dieter Schmidt, Sönke Eden, Christina Stoye-Grunau, Olav Fricke, Norbert Bakker, Stefan Störmer, Siegbert Knoop, Hauke Sattler, Jochen Kruse, Serhat Özdemir, Dr. Markus Rohe, Thomas de Vries, Manuela Nordbrock und Anke Schlingmann
CDU: Thomas Bruns, Ulf-Fabian Heinrichsdorff, Hiltrud Richmond, Gerd Lübbers, Ursel Nimmrich, Michael Weber, Tim Bienert und Susanne Smit
Grüne: Ferhat Özdemir, Engeline Kramer, Christiane Kühmann, Katharina Birch, Bruno Schachner, Freya Schäfer, Gudrun Bonow und Sonja Wagenseil
AfD: Max Klimpel und Robert Mönnigmann
AWG: Gerd Koch
FDP: Sven Dirksen und Günter Podlich
Linke: Ursula Stevens-Kimpel
LWG: Dieter Schmidt
Gewinner und Verlierer
Wahlsiegerin ist wie vor fünf Jahren die SPD. 39,3 Prozent der Stimmen vereinigt sie auf sich und damit gut 2,5 Prozentpunkte mehr als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Im 38-köpfigen Stadtrat wird sie in Zukunft 15 Plätze einnehmen, einen mehr als bisher. Als Gewinner dürfen sich auch die Grünen fühlen. Sie steigerten ihr Ergebnis von 2011 um stattliche acht Prozentpunkte und kommen auf 21,8 Prozent. Der Lohn: Sie haben statt wie bisher sechs nun acht Sitze im Rat. Die FDP hat nun doppelt so viele Plätze wie im alten Stadtrat – aus einem wurden zwei.
Die großen Verlierer in Leer sind die CDU und die LWG. Die CDU verlor mit 21,9 Prozent der Stimmen sechs Prozentpunkte und drei Sitze im Gremium. Die LWG wird im neuen Stadtrat nur noch mit einem Mitglied vertreten sein. Das wird nicht der bisherige Fraktionsvorsitzende Michael Runden sein. Der bekam zwar mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen aller Fraktionsmitglieder, hatte sich aber auf der Liste so weit hinten aufstellen lassen, dass er den Einzug in den Rat verpasste. Bisher bestand die LWG-Fraktion aus vier Mitgliedern. Allerdings firmierten die bei der Wahl 2011 noch als AWG und profitierten damals auch von der Zugkraft von Gerd Koch, der dieses Mal gegen seine früheren Kollegen antrat.
Neue Fraktion und Gruppierung
Mit der AWG und der AfD sind eine Gruppierung und eine Fraktion im neuen Rat vertreten, die es dort zum Ende der jetzigen Legislaturperiode nicht gab. Da eine Fraktion mindestens aus zwei Personen besteht, hat die AWG mit ihrem einen Sitz keinen Fraktionsstatus. Ob Gerd Koch Einzelkämpfer bleibt, bleibt abzuwarten. Im aktuellen Kreistag hatte die AWG mit der AfD eine Gruppe gebildet. Die AfD ist neu in den Leeraner Rat eingezogen und das mit zwei Vertretern.
Alte und neue Köpfe
Ein Großteil der bisherigen Ratsmitglieder, die sich am Sonntag zur Wahl gestellt hatten, wurden wieder ins Gremium gewählt. Die Ausnahme bilden nur die drei LWG-Mitglieder Michael Runden, Jörg Betz und Anja Rinke, die beiden CDU-Mitglieder Dirk Beening und Ludger Hülsmann sowie Wilhelm Bloem von den Grünen. Von den 38 Mitgliedern des Gremiums sind 22 schon aus der letzten Legislativperiode bekannt. Freiwillig ausgeschieden sind über lange Jahre prägende Köpfe wie Paul Foest und Fritz-Hannes van Beckum von der CDU oder Hans Fricke von der SPD.
Die zwischenzeitliche Hoffnung, dass im neuen Stadtrat eine nennenswerte Anzahl von jungen Leuten sitzen könnte, erfüllte sich nicht. Mit Tim Bienert von der CDU und Freya Schäfer von den Grünen gibt es nur zwei Mitglieder im Gremium, die unter 30 Jahre alt sind.