Politik

Etwas mehr Vielfalt – auf Kosten der SPD

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 13.09.2021 15:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
SPD-Fraktionschef Detlev Schoone sah sich am Wahlabend im Bürgerhaus die Entwicklung der ausgezählten Ergebnisse auf einem Monitor an. Foto: Rümmele
SPD-Fraktionschef Detlev Schoone sah sich am Wahlabend im Bürgerhaus die Entwicklung der ausgezählten Ergebnisse auf einem Monitor an. Foto: Rümmele
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Mit dem Wählerbündnis Timmel-Westgroßefehn vergrößert eine neue Gruppe die Vielfalt im Großefehner Gemeinderat. Dies geschieht auf Kosten der SPD, die einen Sitz verloren hat.

Großefehn - Ein klein wenig bunter ist der Großefehner Gemeinderat geworden – auf Kosten der Sozialdemokraten. Sieben Parteien und Gruppen sowie ein Einzelratsherr bilden das 30-köpfige Gremium. Das ist eine Gruppe mehr als im aktuellen Rat. Die SPD-Kandidaten haben bei der Kommunalwahl am Sonntag mit 40,56 Prozent zwar immer noch mit Abstand die meisten Wählerstimmen und entsprechend auch die meisten Sitze erhalten.

Doch entgegen dem Bundestrend, in dem die SPD im Aufwind ist, und entgegen zahlreicher anderer Kommunen, in denen die Sozis auch in Ostfriesland teilweise deutlich zulegen konnten, wurden sie in Großefehn von den Wählern abgestraft und verloren rund sechs Prozentpunkte. Entsprechend müssen sie im künftigen Gemeinderat einen Sitz abgeben. Statt 13 sind es nun noch 12. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren waren es noch 14 Sitze gewesen. Im vergangenen Jahr war der damals auch zum SPD-Landtagsabgeordneten gewählte Jochen Beekhuis nach einem Eklat über herablassende private Äußerungen über Frauen und Übergewichtige aus der Partei ausgeschlossen worden.

Beekhuis punktet in Spetzerfehn

Beekhuis ist als Einzelratsherr im Großefehner Gemeinderat geblieben – und zieht als solcher auch direkt in den neuen Rat wieder ein. Allerdings musste er fast bis zuletzt bangen, ob es für den Wiedereinzug reichen würde. Am Ende konnte er – nachdem es im Verlauf der ausgezählten Wahlbezirke zunächst lange nicht danach ausgesehen hatte – 2,35 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Er holte mit 467 Stimmen sogar das viertbeste Einzelergebnis in der Gemeinde nach Friede Schoone (1547), Siebelt Fohrden (682) sowie Matthias Heeren (678).

Während ihn in Fiebing überhaupt niemand wählte und er auch in weiteren Teilen der Gemeinde abgeschlagen weit hinten lag, holte er mit 188 Stimmen allein in den zwei Spetzerfehner Wahlbezirken fast die Hälfte seines Gesamtergebnisses. Am Ende zieht er ebenso wie das Wählerbündnis Timmel-Westgroßefehn (2,20 Prozent) in den Gemeinderat ein, das gewissermaßen den verlorenen Sitz der SPD übernimmt. Zittern mussten Beekhuis und das Wählerbündnis nicht zuletzt, weil auch die Satirepartei Die Partei lange aussichtsreich im Rennen lag. Mit 1,95 Prozent der Stimmen holte sie am Ende aber 72 Stimmen weniger als das Wählerbündnis und 102 Stimmen weniger als Beekhuis und damit blieb die Tür zum Rat zu.

FDP verdoppelt Ergebnis – ohne Sitzvorteil

Abgesehen von den verringerten Stimmenzahlen für die SPD, bei denen man mit einbeziehen muss, dass Beekhuis seine Stimmen bei der vorigen Wahl noch für diese Partei holte, und dem Einzug des Wählerbündnisses, sind die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat gleich geblieben. Die CDU bleibt bei acht Sitzen, holte 25,46 Prozent (minus 1,84 Prozentpunkte) der Wählerstimmen. Drittstärkste Kraft bleibt die Bürgerliste, die sich mit 14,83 Prozent um 1,62 Punkte verbesserte und weiterhin vier Sitze innehaben wird.

Die Grünen sind auch im neuen Rat mit zwei Sitzen vertreten, verloren aber zart an Zuspruch: Mit 6,28 Prozent der Stimmen holten sie 0,91 Punkte weniger als 2016. Obwohl sie mit 3,84 Prozent ihr Ergebnis mehr als verdoppeln konnte, geht erneut ein Sitz an die FDP (2016: 1,88 Prozent). Auch die Linke bleibt mit einem Sitz im Rat vertreten, verlor aber merklich an Zuspruch. Waren es 2016 noch 3,92 Prozent der Stimmen, holten sie diesmal nur 2,63 Prozent.

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