Wahlnacht

Die vorläufige Bilanz von Parteienvertretern aus Ostfriesland

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 13.09.2021 00:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Leeraner Landrat Matthias Groote (SPD) nach seiner Wiederwahl im Kreishaus.Foto: Ortgies
Der Leeraner Landrat Matthias Groote (SPD) nach seiner Wiederwahl im Kreishaus.Foto: Ortgies
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Kommunalwahlen in Ostfriesland: Die SPD ist zufrieden, FDP und Linke überwiegend auch, CDU und Grüne nur teilweise. Was hat die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien überrascht?

Ostfriesland - Noch in der heißen Phase des Wahlabends – zwischen 21.30 und 22.45 Uhr – hat unsere Zeitung Vertreterinnen und Vertreter der größten Parteien in Ostfriesland nach ihrer vorläufigen Bilanz gefragt. Einzig die AfD – der Kreisverband Ostfriesland – hatte für den Wahlabend keine telefonische Erreichbarkeit mitgeteilt.

Das sagt die SPD

„Das sieht gar nicht schlecht aus“, sagte Johanne Modder, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, gegen 22.20 Uhr mit Blick auf dem SPD-Bezirk Weser-Ems. Und bezüglich des Landkreises Leer: „Ich bin bislang sehr zufrieden.“ Landrat Matthias Groote habe „ein tolles persönliches Ergebnis“ erzielt. Und sie freue sich, dass Claus-Peter Horst im ersten Wahlgang Leeraner Bürgermeister geworden sei. In Bunde habe SPD-Kandidat Uwe Sap „ganz hervorragend“ gewonnen. Auch mit ihrem persönlichen Ergebnis bei der Kreistagswahl sei sie „sehr zufrieden“. Leid tue ihr aber das Ergebnis in Weener, wo SPD-Kandidatin Silke Helbich unterlag.

Johann Saathoff, SPD-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Aurich, haben wir um kurz vor 22 Uhr telefonisch im Auricher Kreishaus erreicht. Was er dort an Ergebnissen sah, stimmte ihn „sehr zufrieden“. Überraschungen habe es bei manchen Bürgermeisterwahlen gegeben. „Ein großes Kompliment“ sprach er Florian Eiben aus, der in Norden doppelt so viele Stimmen wie Amtsinhaber Heiko Schmelzle holte und mit diesem nun in die Stichwahl geht. Umgekehrt bedauerte er, dass es der SPD-Kandidat in der Krummhörn nicht in eine Stichwahl geschafft hat. Erfreut war Saathoff über das „fulminante Ergebnis“ des Leeraner Landrats Groote und darüber, dass Claus-Peter Horst im ersten Wahlgang zum Leeraner Bürgermeister gewählt wurde.

Das sagt die CDU

„Die Zeiten, als die SPD absolute Mehrheiten erreicht hat, sind erkennbar vorbei“, sagte Ulf Thiele, Bezirksvorsitzender der CDU Ostfriesland und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag. Davon hätten insbesondere kleinere Parteien und Wählervereinigungen profitieren können, auch die Grünen – „die CDU nicht so sehr“. Landesweit – so der Stand gegen 22.45 Uhr – sehe es so aus, als ob „die CDU weiter stärkste kommunale Kraft“ sei. Zwar habe die Partei leichte Verluste hinzunehmen. Zu einem desaströsen Ergebnis, wie es manche aufgrund des Bundestrends vorhergesagt hätten, sei es aber nicht gekommen. „Sehr positiv“ sei, „dass es in Ostfriesland gelungen ist, die AfD sehr klein zu halten“. Und: „Ich freue mich sehr über die Bürgermeisterwahl in Weener.“ Dort gewann CDU-Kandidat Heiko Abbas im ersten Wahlgang.

Das sagen die Grünen

„Es ist durchwachsen“, sagte Meta Janssen-Kucz, Landtagsabgeordnete der Grünen, um kurz nach 22 Uhr im Leeraner Kreishaus. In den Ballungsgebieten habe ihre Partei stark abgeschnitten, „in ländlichen Bereichen haben wir eine offene Flanke“. Sie hoffe, dass es für einen siebten Sitz im Leeraner Kreistag reiche. Insgesamt sei sie aber nicht ganz zufrieden: „Wir hatten uns etwas mehr erwartet.“ Es habe sich gezeigt, dass der Bundestagswahl-Trend eine Rolle gespielt habe und der sei positiv für die SPD und für die Grünen nicht. „Sehr, sehr positiv“ sei, dass Horst die Leeraner Bürgermeister-Wahl gewonnen habe. Was sie entsetzt habe, sei das starke Abschneiden von Wählergemeinschaften, die vor allem „dagegen“ seien. Sie nannte die BfL auf Borkum und „Moin“ im Landkreis Leer.

Das sagt die FDP

„Die Stimmung ist super“, sagte Hillgriet Eilers, Landtagsabgeordnete der FDP, gegen 22.30 Uhr am Rande einer Wahlfeier ihrer Partei. In Emden werde das wohl so auf 12,5 Prozent hinauslaufen. Das sei „sehr gut“. Dennoch „hätten wir uns ein bisschen mehr erwartet“. Auf der Liste hätten viele junge Leute gestanden und es sei ein „sehr dynamischer Wahlkampf“ geführt worden. Wie drumherum die Wahlergebnisse ausgefallen seien, das müsse sie sich noch anschauen, sagte Eilers

Das sagt die Linke

„Ich bin ganz zufrieden“, sagte Franziska Junker, Landesvorstandsmitglied und Leeraner Kreisvorstandssprecherin der Linken, gegen 21.30 Uhr. Es sehe nach einem Sitz im Leeraner Kreistag aus. Sie hoffe aber, „dass es zwei reinschaffen“. Auch der jüngste Kandidat habe gut abgeschnitten. Und das Ergebnis der Linken bei der Emder Stadtratswahl sei „sehr positiv“. Überrascht habe sie das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Leer. Auch mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bürgermeisterwahl der Samtgemeinde Hesel habe sie nicht gerechnet.

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