Wahlen

SPD bleibt stärkste Kraft in Aurich

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 12.09.2021 23:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) freut sich über das Ergebnis ihrer Partei. Foto: Luppen
Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) freut sich über das Ergebnis ihrer Partei. Foto: Luppen
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Die SPD hat ihre 13 Sitze im Auricher Stadtrat behauptet und bleibt stärkste Kraft. Ihr Gruppenpartner hingegen ist unter die Räder gekommen. Das hängt mit einer Affäre zusammen.

Aurich - SPD und CDU haben die verlorene Bürgermeisterwahl in Aurich von 2019 offensichtlich gut weggesteckt. Die Sozialdemokraten gewannen bei der Stadtratswahl leicht hinzu und holten 33,5 Prozent der Stimmen. Damit liegen sie um einen Punkt über dem Ergebnis von 2016 und werden ihre 13 Sitze im Rat behalten. Die CDU muss zwei ihrer elf Sitze abgeben. Sie bekam 23,7 Prozent (2016: 26,8 Prozent).

Die langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende Ingeborg Hartmann-Seibt strahlte bei der Präsentation der Wahlergebnisse in der Stadthalle, als hätte die SPD soeben die absolute Mehrheit errungen. „Ich bin freudig überrascht“, sagte sie. „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich damit nicht gerechnet habe.“ Die Auricher SPD habe vom Bundestrend profitiert. „Wir haben aber auch eine ganz gute Politik gemacht in den letzten Jahren. Das ist definitiv so, auch wenn es in der Öffentlichkeit anders dargestellt wurde.“ Der bisherige Gruppenpartner der SPD, die Wählergemeinschaft Grün-Alternative Politik (GAP), hat hingegen deutlich verloren. Die GAP holte nur 2,6 Prozent (2016: sechs Prozent). Das dürfte mit der Blogger-Affäre zusammenhängen. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich der GAP-Ratsherr Ulrich Kötting, der nicht mehr kandidierte, von der Stadt einen Prozess gegen den Videoblog Aurich.TV bezahlen lassen will.

Über einen deutlichen Zuwachs freuen sich die Grünen. Sie holten 12,5 Prozent der Stimmen und werden im neuen Rat fünf Sitze haben, zwei mehr als 2016. Damit sind sie drittstärkste Kraft.

„Die tun immer so stark“

Die Enttäuschung von CDU-Fraktionschef Arnold Gossel über das Abschneiden seiner Partei hielt sich in Grenzen. „Dafür, dass der Bundestrend so schlecht ist und dass die halbe Mannschaft nicht wieder angetreten ist, können wir zufrieden sein.“ Was ihn wundere, sei das schlechte Abschneiden der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Aurich (GFA). Sie lag bei 5,6 Prozent. „Die tun immer so stark“, sagte Gossel.

Die Auricher Wählergemeinschaft (AWG) landete bei 9,5 Prozent, die Linke bei 4,9 Prozent. Bemerkenswert sind die Zuwächse der FDP. Sie hat ihr Ergebnis von vor fünf Jahren fast verdreifacht und lag bei 6,5 Prozent. Das dürfte nicht zuletzt mit dem engagierten Wahlkampf der Strafrichterin Sarah Buss zusammenhängen, die auch für den Bundestag kandidiert.

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