Kommunalwahl
SPD erholt sich in ihrer alten Hochburg Emden
Fünf Jahre nach ihrem Desaster bei der Kommunalwahl holt die SPD in Emden einen Überraschungssieg. GfE und CDU büßen Stimmen ein. Ein Einzelbewerber darf jubeln.
Emden - Überraschung in Emden: Großer Gewinner bei der Wahl des Stadtrates ist die SPD. Sie verbesserte ihr Ergebnis von 2016 um fast fünf Prozentpunkte und kam auf 35,64 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft wird die CDU (17,99 Prozent), gefolgt von Bündnis 90/Die Grünen (14,21 Prozent) und der FDP (12,70 Prozent). Die GfE, die vor fünf Jahren aus dem Stand 20,2 Prozent der Stimmen geholt hatte, landete diesmal bei 9,87 Prozent. Die Linke konnte ihr Ergebnis der vorangegangenen Wahl in etwa halten. Sie kam auf 5,15 Prozent.
Jubel im „Kater“
Matthias Arends ließ sich seine gute Laune von solchen Sticheleien nicht verderben. Der Vorsitzende des Emder SPD-Unterbezirks verfolgte die Entwicklung des Abends im Lokal „Kater“, wo sich rund 40 Parteianhänger versammelt hatten. Als gegen 19.45 Uhr das Ergebnis des ersten Wahllokals vorlag, brandete Applaus auf: Wolthusen meldete 34,37 Prozent. Die Genossen jubelten. Aus der Tendenz wurde eine hoffnungsvolle Vorahnung und aus ihr schließlich Gewissheit. „Das ist das Ergebnis eines anständigen und ehrlichen Wahlkampfes“, bilanzierte Arends erleichtert.
Ernüchterung bei der GfE
Die Wählergemeinschaft GfE, die vor fünf Jahren auf Anhieb als zweitstärkste Kraft in den Rat gestürmt war, erreichte diesmal nur etwa die Hälfte davon. Ihr Vorsitzender Bernd Janssen und Fraktionschef Jochen Eichhorn gaben sich dennoch kämpferisch. „Wir werden weiterhin den Finger in die Wunde legen“, kündigte Eichhorn an. Vor allem beim Thema Zentralklinikum werde die GfE die Entwicklung „stark beäugen“. Janssen sprach von „schmerzhaften Einbußen. Nach seiner Ansicht geht die GfE dennoch gefestigt mit einem Potenzial an Stammwählern hervor. „Darauf können wir aufbauen“, so der GfE-Chef. Als „gutes Zeichen“ wertete er es, dass die Fraktionen im Rat auch künftig Mehrheiten suchen müssen.
Ebenfalls in den Rat zog zum ersten Mal die Partei „Die Partei“ ein. Sie erreichte einen Sitz. Als einziger Einzelbewerber schaffte zudem Johannes „Urmel“ Meyering den Sprung in den Rat. Er erhielt 1,59 Prozent der Stimmen. Nicht geschafft hat es hingegen die zur Wahl neu gegründete Wählergemeinschaft UNS um Frank Wallasch und Tanja Meyer. „Für das erste Mal bin ich zufrieden. Wir machen weiter und werden in fünf Jahren wieder antreten“, sagte Wallasch.