Wahl
Stichwahl zwischen Tuitjer und Busboom
Die Entscheidung über den neuen Bürgermeister in der Samtgemeinde Jümme ist vertagt. In zwei Wochen treten Jessika Tuitjer aus Nortmoor und Christoph Busboom aus Holtland zu Stichwahl an.
Jümme - Die Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Jümme ist noch nicht entschieden. Es gibt eine Stichwahl zwischen Jessika Tuitjer aus Nortmoor und Christoph Busboom aus Holtland. Beide Kandidaten haben nicht die erforderliche absolute Mehrheit errungen.
Von den 5667 Wahlberechtigten in den Mitgliedsgemeinden Detern, Filsum und Nortmoor hatten 3636 Wählerinnen und Wähler mit abgestimmt. Damit lag die Wahlbeteiligung bei dieser Kommunalwahl bei 64,16 Prozent. 2016 waren es 63,5 Prozent gewesen.
Entscheidung in zwei Wochen
Für Jessika Tuitjer stimmten 1455 Jümmer beziehungsweise 40,61 Prozent der Wahlberechtigten. Für ihren stärksten Konkurrenten um den Chefsessel in der Samtgemeindeverwaltung, Christoph Busboom, votierten 1392 Wählerinnen und Wähler. Das waren 38,85 Prozent. Beide Kandidaten wollen sich bis zur Stichwahl noch einmal so richtig ins Zeug legen, dass das Ergebnis am 26. September jeweils zugunsten der eigenen Person wirklich eindeutig ausfällt.
„Das werden noch einmal zwei anstrengende Wochen“, sagte Jessika Tuitjer nach Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses am Sonntagabend. Dass es eine Stichwahl geben würde, damit habe sie gerechnet. „Wir waren fünf Kandidaten. Da liegt es auf der Hand, dass die Entscheidung nicht gleich beim ersten Mal fest steht.“ Die vergangenen Monate seien spannend und aufregend gewesen. Am Montag werde sie jetzt erst einmal ganz normal zur Arbeit gehen. „Und dann hoffentlich in zwei Wochen gewinnen“, sagte Jessika Tuitjer.
Enttäuschte Kandidaten
Während die 33-Jährige Nortmoorerin den Ausgang der Bürgermeisterwahl abgeklärt kommentierte, machte Christoph Busboom keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Er hätte lieber gleich gewonnen, als jetzt noch einmal in die Stichwahl zu müssen. „Ich bin nicht zufrieden“, sagte der 42-Jährige. Außerdem hätte er sich für dieses Szenario einen Stimmenvorsprung gewünscht. Das sei nicht gelungen.
Alexander Martens aus Deternerlehe ist ebenfalls enttäuscht. Für ihn stimmten 366 Wahlberechtigte beziehungsweise 10,21 Prozent. „Ich hatte mir tatsächlich mehr ausgerechnet.“ Wenn er sich die vielen Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gedächtnis rufe, dann hätte er viel besser abschneiden müssen. „Davon bin ich ausgegangen“, sagte der Unternehmer, der ab morgen wieder seiner Arbeit als Garten- und Landschaftsbauer nachgeht.
Einer ist nicht zu sprechen
Meik Mervar aus Stickhausen kam auf 8,60 Prozent. 308 Wählerinnen und Wähler hatten für den gebürtigen Nordrhein-Westfalen gestimmt. Er sei froh, überhaupt so einen Zuspruch erfahren zu haben. „Ich bin ja nicht gebürtig von hier, lebe erst seit Kurzem in Stickhausen. Mich kennen ja nicht so viele Leute“, erklärt sich der 47-Jährige sein Wahlergebnis.
Das schlechteste fuhr Mario Leggeri ein. 62 Wahlberechtigte beziehungsweise 1,73 Prozent gaben ihm ihre Stimme. Dazu befragen konnte man den Nortmoorer nicht. Er war am Sonntagabend nicht – wie alle anderen Kandidaten und die Kandidatin – im Rathaus in Filsum. Telefonisch war er nicht zu erreichen.
Für den amtierenden Samtgemeindebürgermeister Johann Boelsen endet die Amtszeit im November. Er hatte aus persönlichen Gründen bereits Anfang des Jahres auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren war er für die SPD angetreten und konnte 58,16 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Für seine Partei und ihn selbst war das ein Riesenerfolg, galt Jümme bis dahin nicht als SPD-Hochburg. Die Kandidaten der jetzigen Kommunalwahl waren als Einzelbewerber angetreten. Lediglich Jessika Tuitjer wurde vom CDU-Samtgemeindeverband unterstützt.