Politik

Die Krummhörn hat eine Bürgermeisterin

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 12.09.2021 22:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hilke Looden – hier mit Ehemann Johann – hat es geschafft: Sie ist die neue Bürgermeisterin in der Gemeinde Krummhörn. Fotos: Wagenaar
Hilke Looden – hier mit Ehemann Johann – hat es geschafft: Sie ist die neue Bürgermeisterin in der Gemeinde Krummhörn. Fotos: Wagenaar
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Als erste Frau übernimmt Hilke Looden ab November den Posten der Bürgermeisterin in der Gemeinde Krummhörn. Sie gewann am Sonntag haushoch gegen ihre zwei Kontrahenten.

Krummhörn - Das kam für alle Beteiligte überraschend: Hilke Looden ist neue Bürgermeisterin der Gemeinde Krummhörn. Und das gleich im ersten Anlauf. Damit ist sie die erste Frau an der Spitze der Gemeinde. Die parteilose Kandidatin erhielt 56,45 Prozent der Stimmen. Sie lag in allen Dörfern deutlich vor Alfred Jacobsen (SPD) und Henning Paulsen-Jacobs (fbl). Jacobsen kam auf rund 23, Paulsen-Jacobs auf 20,5 Prozent. „Ich habe schon vorher sehr viel Zuspruch bekommen“, sagte Looden. Sie habe viel Energie in den Wahlkampf gesteckt und Flyer selbst verteilt. Ihren Erfolg erklärte sie auch damit, dass sie ohne eine Parteiunterstützung angetreten war. Die Menschen seien bereit für „etwas Neues“, meinte sie.

Seine Amtszeit endet in knapp eineinhalb Monaten: Frank Baumann ist erleichtert, aber auch wehmütig.
Seine Amtszeit endet in knapp eineinhalb Monaten: Frank Baumann ist erleichtert, aber auch wehmütig.
Sowohl in ihrem Geburtsort Pilsum als auch ihrem jetzigen Wohnort Greetsiel hatte sie klaren „Heimvorteil“, beobachtete sie freudig. In Pilsum kam sie auf rund 68, in Greetsiel auf rund 70 Prozent. Bitter für den unterlegenen Jacobsen: Er ist als Ortsvorsteher in Greetsiel aktiv. Er wisse jetzt nicht, ob er diesen Posten weiter bekleiden wolle, sagte er. Die Greetsieler seien laut Wahlergebnis nicht mit seiner Arbeit zufrieden. „Aber ich muss noch eine Nacht darüber schlafen“, erklärte er. Auch Henning Paulsen-Jacobs war sichtlich enttäuscht: „Ich hatte erwartet, dass es eine Stichwahl gibt, und mir gewünscht, dass ich reinkomme“, sagte er.

Themen: bezahlbarer Wohnraum, Bildung und Tourismus

Alfred Jacobsen (SPD) war sichtlich enttäuscht, gratulierte Hilke Looden aber mit einem Lächeln.
Alfred Jacobsen (SPD) war sichtlich enttäuscht, gratulierte Hilke Looden aber mit einem Lächeln.
Die studierte Betriebswirtin Looden wird ab 1. November ihr neues Amt bekleiden und damit den amtierenden Bürgermeister Frank Baumann (SPD) ablösen. Als ihre Wahlthemen hatte sie angegeben, sich unter anderem für bezahlbaren Wohnraum, Bildung und Kinderbetreuung sowie Tourismus und Wirtschaftsförderung stark zu machen. Dass ein besonderer Druck auf sie als Frau ausgeübt werden könnte, glaubt sie nicht. Und selbst wenn: „Ich bin das gewohnt“, erklärte sie. Looden hat bereits Verwaltungserfahrung.

Aber: „Wir haben sicher nicht das letzte Mal miteinander gesprochen“, sagte sie lachend zu Baumann. Dieser hatte bei seiner Gratulation auch die besonderen Herausforderungen des Amtes kurz angerissen. Er wünschte ihr viel Kraft auch für die Familie.

Henning Paulsen-Jacobs war für die Freie Bürgerliste (fbl) angetreten.
Henning Paulsen-Jacobs war für die Freie Bürgerliste (fbl) angetreten.
Baumann war seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde. Das Amt habe zuletzt auch gesundheitlich an ihm gekratzt, sagte er. Jetzt sei er erleichtert, wenn gleich auch wehmütig. „Im nächsten Jahr wäre ich 40 Jahre im Rathaus aktiv gewesen“, sagte er. Nach seiner Amtsabtretung wolle er sich im Posaunenchor, dem Theater und auch in der Hospiz-Stiftung Isensee engagieren.

Die Wahlbeteiligung lag bei der Bürgermeisterwahl insgesamt bei knapp 64 Prozent. Von Dorf zu Dorf schwankte das aber deutlich. Rund acht Prozent der Wählerinnen und Wähler hatten per Briefwahl abgestimmt.

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