9/11-Anschläge

Das Erbe des Terrors

Thomas Ludwig
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Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 10.09.2021 17:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Demütigung einer Weltmacht: Islamistische Terroristen steuern am 11. September 2001 Flugzeuge in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers. Foto: Seth McAllister/AFP
Demütigung einer Weltmacht: Islamistische Terroristen steuern am 11. September 2001 Flugzeuge in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers. Foto: Seth McAllister/AFP
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Die Saat, die die Terroristen mit ihrem fanatischem Größenwahn ausgebracht haben, wirkt bis heute nach.

Die Fernsehbilder des einstürzenden World Trade Centers in New York am 11. September 2001 erschüttern heute nicht weniger als vor 20 Jahren. Niemand hatte eine solche Verletzlichkeit der größten Wirtschafts- und Militärmacht für möglich gehalten. Für die USA waren die Anschläge eine Demütigung, für die Weltpolitik eine Zäsur. Hoffnungen auf eine friedlich zusammenlebende internationale Staatengemeinschaft, wie sie sich mit dem Ende des Kalten Krieges 1989 eingestellt hatten, fielen wie ein Kartenhaus zusammen.

Auch das Miteinander von Christen und Muslimen haben die Terroristen vom 11. September und ihre Brüder im Geiste weltweit schwer beschädigt. Bis heute hat man sich im Westen noch nicht wirklich von dem Schock erholt, sehen viele Menschen in Muslimen allzu oft vor allem potenzielle Gewalttäter. Nach 9/11 rechtfertigte Terrorabwehr im Namen nationaler Sicherheit politische Entscheidungen, die bis dahin gemeinhin als inakzeptabel gegolten hatten, wie zu Beispiel die Folter in Guantanamo und ausufernde staatliche Überwachung. Militärische Abenteuer, die zum Ziel hatten, Länder wie Irak oder Afghanistan nach westlichen Vorstellungen zu verändern, endeten in Ernüchterung.

Auch zwei Jahrzehnte nach dem Einsturz des World Trade Centers haben sich die USA von dem Verlust an Glaubwürdigkeit als führende Weltmacht nicht erholt.

@ Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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