Osnabrück
9/11-Anschläge: Das Erbe der Terroristen wirkt bis heute nach
Für die USA waren die Anschläge vom 11. September 2001 eine Demütigung, für die Weltpolitik eine Zäsur. Die Saat, die die Terroristen mit ihrem fanatischem Größenwahn ausgebracht haben, wirkt bis heute nach.
Die Fernsehbilder des einstürzenden World Trade Centers in New York am 11. September 2001 erschüttern heute nicht weniger als vor 20 Jahren. Zu unglaublich erscheint die Tatsache, dass gleich zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme rasen konnten und der Terrorakt fast 3000 unschuldige Menschen das Leben kostete.
Niemand hatte eine solche Verletzlichkeit der größten Wirtschafts- und Militärmacht für möglich gehalten. Für die USA waren die Anschläge eine Demütigung, für die Weltpolitik eine Zäsur.
Die Terroranschläge haben den westlichen Gesellschaften ihre Verletzlichkeit vor Augen geführt. Gewissheiten waren von jetzt auf gleich ebenso verloren wie das Sicherheitsgefühl. Hoffnungen auf eine friedlich zusammenlebende internationale Staatengemeinschaft, wie sie sich mit dem Ende des Kalten Krieges 1989 eingestellt hatten, fielen wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
Miteinander von Christen und Muslimen strapaziert
Auch das Miteinander von Christen und Muslimen haben die Terroristen vom 11. September und ihre Brüder im Geiste weltweit schwer beschädigt. Bis heute hat man sich im Westen noch nicht wirklich von dem Schock erholt, sehen viele Menschen in Muslimen allzu oft vor allem potenzielle Gewalttäter.
Nach 9/11 rechtfertigte Terrorabwehr im Namen nationaler Sicherheit politische Entscheidungen, die bis dahin gemeinhin als inakzeptabel gegolten hatten, wie zum Beispiel die Folter in Guantanamo und ausufernde staatliche Überwachung. Militärische Abenteuer, die zum Ziel hatten, Länder wie Irak oder Afghanistan nach westlichen Vorstellungen zu verändern, endeten in Ernüchterung.
Auch zwei Jahrzehnte nach dem Einsturz des World Trade Centers haben sich die USA von dem Verlust an Glaubwürdigkeit als führende Weltmacht nicht erholt.
Lesen Sie auch: Interview: Ex-Verteidigungsminister Scharping erinnert sich an Nine Eleven