Bremen
Michael Zetterer passt besser zum Spiel des SV Werder Bremen
Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die 2. Liga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach in der Jugendabteilung des FC Hude.
Liebe Leser,
der Kader des SV Werder Bremen wird sich, zumindest bis zur Winterpause, nicht mehr verändern. Ich finde, dass die Verantwortlichen zum Ende der Transferperiode noch sehr gute Arbeit geleistet haben. Spieler wurden gewinnbringend verkauft und es ist viel Qualität gekommen. Nachdem sie auch von mir hart kritisiert worden waren, gebührt ihnen dafür viel Respekt.
SV Werder nicht erster Aufstiegsanwärter
Allerdings bezweifle ich, dass Werder mit diesem Kader den direkten Wiederaufstieg schafft. Die Mannschaft wird oben mitmischen, aber andere Teams sind einfach noch besser aufgestellt. Dabei denke ich übrigens nicht nur an Schalke 04 oder den Hamburger SV. Ich bin mir sogar sicher, dass es der HSV wieder nicht schaffen wird. Erklären kann ich das aber nicht. Es ist mir unbegreiflich, wie man mit so einem Kader so schwach spielen kann. Für mich sind vor allem Fortuna Düsseldorf, der Karlsruher SC und der FC St. Pauli Anwärter auf den Aufstieg. Dort kennt man die 2. Liga gut, das ist ein großer Vorteil im Vergleich mit Werder. Auch den SC Paderborn muss man auf dem Zettel haben.
Michael Zetterer ist fußballerisch besser ausgebildet
Werder-Trainer Markus Anfang muss derweil vor dem Spiel beim FC Ingolstadt an diesem Samstag eine wichtige Entscheidung fällen: Wer steht im Tor und ist damit zunächst einmal die Nummer eins? Michael Zetterer oder Jiri Pavlenka? Für mich hat Zetterer die Nase vorn. Er hat bisher einen guten Job gemacht. Hinzu kommt, dass er fußballerisch besser geschult ist. Das verdankt er Torwarttrainer Christian Vander, der von Manuel Klon aus dem Stab der U23 unterstützt wird. Sie gehören für mich zu den Besten ihres Fachs in Deutschland, weil sie Torhüter für den modernen Fußball ausbilden. Davon profitierte auch Zetterer, der für mich besser zur Ausrichtung des Bremer Spiels passt. Werder braucht einen Torwart, den du blind und mit vollstem Vertrauen von überall aus anspielen kannst. Deshalb würde ich auf Zetterer setzen.
Anfang ist natürlich in einer superkonfortablen Lage. Auch Pavlenka ist ein herausragender Torwart, das hat er oft genug bewiesen. Ich bin mir sicher, dass er Profi genug ist, um die Entscheidung des Trainers zu respektieren. Er galt nach dem Abstieg ja sogar als einer der Kandidaten, dessen Verkauf der Werder-Kasse guttun würde. Dass es dazu nicht kam, lag wohl an seiner Rückenverletzung. Er ist aber immer noch ein Keeper, der bei anderen Vereinen gerne gesehen wäre. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass er, sollte er nicht spielen, in der Winterpause einen Wechsel anstrebt.
Bremen muss auf Sieg spielen
Sicher ist, dass Zetterer und Pavlenka dafür sorgen können, dass Werder in Ingolstadt keinen Gegentreffer kassiert. Damit wäre ein Punkt sicher. Nach der Leistung beim 3:0 über Hansa Rostock vor der Länderspielpause sollte das Team aber genug Selbstvertrauen haben, um dort auf Sieg zu spielen. Und ich muss ehrlich sagen: Ein Unentschieden wäre mir zu wenig.