Berlin

Doku: Das sagte Michael Schumacher über das Koma eines Kollegen

Sven Stahmann
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Von Sven Stahmann
| 10.09.2021 10:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Aussagen von Michael Schumacher in der neuen Netflix-Doku sind berührend. Foto: imago/Andreas Beil
Die Aussagen von Michael Schumacher in der neuen Netflix-Doku sind berührend. Foto: imago/Andreas Beil
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Am Mittwoch startet die Doku über Michael Schumacher. Netflix präsentiert dabei alte Aufnahmen, in denen er über die Koma-Situation von Ayrton Senna im Jahr 1994 spricht – Bilder und Worte, die unter die Haut gehen.

29. Dezember 2013: Der damals 44-jährige Michael Schumacher stürzt beim Skifahren im französischen Méribel schwer und erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Ein Vorfall, der etwa 14 Monate nach seinem letzten Formel-1-Rennen passiert - 14 Monate nach dem Beenden einer Rennsport-Karriere, die ihn zu einer Legende machte. Seine bis dahin schwerste Verletzung? Ein Beinbruch.

Sennas Tod überschattet Erfolgskarriere von Schumacher

Überschattet wurde seine grandiose Karriere (sieben WM-Titel) vor allem vom Tod seines Konkurrenten Ayrton Senna, der direkt nach seinem Unfall 1994 ins Koma fiel. Die Netflix-Doku zeigt nicht nur bewegende Aufnahmen zum tödlichen Unfall von Senna sondern auch alte Fernsehaufnahmen, in denen sich Schumacher zu dem Tod äußert: „Koma kann vieles bedeuten“, sagte er damals, „es kann bedeuten, dass am nächsten Tag wieder alles in Ordnung ist oder es kann sehr schlimm sein.“ In Sennas Fall bedeutete es das Schlimmste. 

Der Tod seines Konkurrenten bewegte Schumacher, wie in der 112 Minuten langen Dokumentation klar wird. Vor dem ersten Rennen nach Sennas Tod dachte der Deutsche erstmals anders über das Rennfahren: „Du denkst überall: An dieser Stelle könntest du sterben. Oder an dieser Stelle.“ Seine ganze Familie beschäftigte der Vorfall, indem sie die Rennkarriere infrage stellte, „aber Michael ist der Meister im Ausblenden“, sagt Michaels Frau Corinna in der Doku. So vergingen die Jahre und „Schumi“ feierte viele Sensationen und noch mehr Erfolge. 

Weiterlesen: Doku zu Michael Schumacher: Das verrät die Familie über sein heutiges Leben

Spätestens nach dem Ende seiner Karriere im Oktober 2012 hatte er sicher nicht mehr daran gedacht, zu verunglücken - vor allem nicht beim Skifahren. „Im Großen und Ganzen sind wir immer wieder im Rennfahren gut durchgekommen. Und ich wusste, er hatte ein paar Schutzengel, die immer wieder nach ihm schauen“, so Corinna, „ich hätte nie gedacht, dass Michael überhaupt etwas passieren kann.“ Doch ihm passierte etwas. Der Skiunfall war trotz Helm so schlimm, dass er kurz darauf im Krankenhaus ins künstliche Koma versetzt wurde. Erst ein gutes halbes Jahr später wird er wieder aufgeweckt - seit sieben Jahren befindet er sich nun in Rehabilitation bei seiner Familie - aber immerhin wurde er wieder wach. 

Viele bewegende Worte für Schumi

Alles in allem zeigt die Doku die spannendsten Momente von Schumachers Karriere in starken Bildern und Kommentaren. Viele Weggefährten äußern sich: „Senna versuchte, einige Male, Michael auf der Strecke in die Schranken zu weisen. Das gefiel Michael nicht“, sagt Ross Brawn. Flavio Briatone sagt über den damaligen Zweikampf zwischen Senna und Schumacher: „Alle Löwen können es spüren, wenn ein junger Löwe kommt.“ Und Mark Webber erinnert sich: „Es war schwierig, ihn kennenzulernen.“ Auch der deutsche Formel-1-Pilot und viermalige Weltmeister Sebastian Vettel ehrt Schumacher mit ganz besonderen Worten: „Für mich ist er mein großes Idol. Er hat mich geprägt. Der Rennfahrer Michael Schumacher ist mein Held.“

Neben seiner Frau Corinna und seinen Kindern Gina-Maria und Mick, kommt zudem Bruder Ralf Schumacher zu Wort: „Wir hatten den Vorteil, dass unsere Eltern um uns rum waren auf der Kartbahn. Das war ein großer Spielplatz“, sagt er über die Zeiten, als beide anfingen, Rennen zu fahren. Schon mit vier Jahren begann Michael nämlich damit, in einem von seinem Vater umgebauten Kart zu fahren - und „Schumi“ war sofort begeistert. Danach war er nicht mehr zu halten. Der Weg von der Kerpener Kiesgrube zum globalen Superstar war vorgezeichnet. 

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