Hannover
Angriff aus Niedersachsen: „Für mich ist Scholz ein Scheinriese“
Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann gibt die Hoffnung nicht auf und sagt: „Der nächste Bundeskanzler wird Armin Laschet heißen.“ Gleichzeitig räumt Althusmann auch Fehler der eigenen Partei ein.
Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann geht trotz schlechter Umfragewerte davon aus, dass Armin Laschet das Rennen um die Kanzlerschaft noch für sich entscheiden wird. „Der nächste Bundeskanzler wird Armin Laschet heißen“, sagte Althusmann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wahlumfragen sind keine Prognosen und schon gar keine Ergebnisse“, fügte Althusmann hinzu und zeigte sich überzeugt davon, dass sich das Blatt in den nächsten zwei Wochen bis zur Bundestagswahl am 26. September noch wenden werde.
Laschets Lachen „sehr unglücklich“
Gleichwohl räumte Althusmann in dem Gespräch mit Blick auf Laschet ein, dass es sowohl innerparteilich als auch in der Bevölkerung Skepsis in Bezug auf Gestik, Mimik und Haltung des CDU-Spitzenkandidaten gebe. Das Lachen Laschets bei der Flutkatastrophe war laut Althusmann „sehr unglücklich“. „Das bedauert niemand mehr als er selbst. Aber darum geht es jetzt nicht“, rief Althusmann dazu auf, nach vorne zu blicken. Armin Laschet sei nicht nur ein nachdenklicher, absolut integrer Mensch, sondern „inzwischen auch ein sehr kämpferischer Kanzlerkandidat“.
Innerparteiliche Selbstkritik
Gleichzeitig erinnerte der CDU-Landeschef daran, dass auch Angela Merkel in der Partei und bei der Bevölkerung „anfänglich nicht immer nur Jubel ausgelöst“ habe. Althusmann äußerte zudem innerparteiliche Selbstkritik. „Die Ursache für die im Moment nicht so starke Zustimmung in den Umfragen hat auch damit zu tun, dass wir uns in der Nach-Merkel-Ära neu sortieren müssen. Die Union muss wieder lernen, gemeinsam zu kämpfen und Entscheidungen auch zu akzeptieren und sich dann auch hinter unseren Kandidaten zu versammeln“, rief Althusmann zu mehr Geschlossenheit auf.
Olaf Scholz ein „Scheinriese“
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz profitiert nach Althusmanns Einschätzung aktuell von der Sehnsucht der Menschen nach Stabilität. Scholz verstehe es, den Anschein zu erwecken, dass er als Vize-Kanzler an der Seite von Merkel ein Garant für Stabilität sei. „Ich warne allerdings davor, Original und Fälschung nicht auseinanderzuhalten. Für mich ist Olaf Scholz ein Scheinriese ", giftete Althusmann, der auch Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident von Niedersachsen ist.
Klares Bekenntnis zu Niedersachsen
Der Parteichef, der als Spitzenkandidat der CDU im kommenden Jahr erneut gegen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) antreten will, bekräftigte auf Nachfrage, dass er unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl nicht nach Berlin gehen werde. „Natürlich bleibe ich in Niedersachsen. Mein Ziel ist es, 2022 Ministerpräsident dieses Landes zu werden und daran wird auch die Bundestagswahl nichts ändern.“