Plattdüütsch

Joke und Harm nutzen Corona-Pandemie für ihre Streiche

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 09.09.2021 19:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sechs „neue Krimibonbons“ hat sich Lübbert R. Haneborger für seine Leser ausgedacht. Die Hauptdarsteller sind wieder die Werftarbeiter Joke und Harm. Foto: Ortgies
Sechs „neue Krimibonbons“ hat sich Lübbert R. Haneborger für seine Leser ausgedacht. Die Hauptdarsteller sind wieder die Werftarbeiter Joke und Harm. Foto: Ortgies
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Die „Echten Oldersumer“ treiben erneut ihr Unwesen. Lübbert R. Haneborger hat den dritten Band mit lustigen Kurzkrimis veröffentlicht. Die Geschichten seien unerwartet aktuell geworden, sagt er.

Oldersum - Ob es nun der Klimawandel ist oder die Corona-Pandemie: Autor Lübbert R. Haneborger hat in seinem neuen Band mit lustigen Kurzkrimis über die „Echten Oldersumer“ ganz aktuelle Themen verarbeitet. „Ohne, dass ich mir das vorgenommen hätte“, sagt er. Die Hauptdarsteller sind natürlich wieder Joke & Harm, zwei kleinkriminelle Werftarbeiter.

Was und warum

Darum geht es: Die Geschichten um die kauzigen Werftarbeiter Joke & Harm haben schon viele Leser amüsiert. Jetzt gibt es neue.

Vor allem interessant für: Leute, die Platt oder witzige Literatur mögen.

Deshalb berichten wir: Die Lesungen mit Lübbert R. Haneborger beim „Oldersumer Herbst“ haben eine Art Kultstatus. Statt der Veranstaltung gibt es jetzt das Buch.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Beide sprechen Platt, wie sollte es bei „Echten Oldersumern“ auch anders sein? Weite Strecken der Geschichten sind komplett auf Plattdeutsch geschrieben, die Übersetzung auf Hochdeutsch steht jeweils dabei. Das gilt für die Dialoge, der Handlungsfortschritt wird auf Hochdeutsch erzählt. Bei allem Heimatflair sind die Geschichten also für Zugezogene und Urlauber geeignet.

Das Plattdeutsche erhalten

„Aber die Geschichten funktionieren am besten auf Plattdeutsch“, findet der Autor. Im dritten Band mit den „Echten Oldersumern“ sei der Textanteil auf Platt daher noch breiter ausgefallen als in den ersten beiden Büchern. Die Geschichten um die kauzigen Typen Joke und Harm handelten vom „Hier und Jetzt und den Menschen, die in Oldersum leben“, sagt Haneborger. Er habe dafür die Kraft der plattdeutschen Sprache entdeckt.

Mit den Knetfiguren von Joke & Harm hat Lübbert R. Haneborger mehrere Videoclips aufgenommen. Foto: privat
Mit den Knetfiguren von Joke & Harm hat Lübbert R. Haneborger mehrere Videoclips aufgenommen. Foto: privat

Ihm gefallen Redewendungen wie „Dor is he to licht för“. Damit wird umschrieben, dass jemand zu etwas nicht fähig ist, weil er nicht das richtige Format dafür hat. „In 20 Jahren wird das niemand mehr sagen – und vielleicht auch nicht mehr verstehen“, bedauert Haneborger. Mit den Büchern möchte er deshalb dazu beitragen, dass ostfriesisches Platt, das durch die Europäische Sprachencharta als Minderheitensprache anerkannt und geschützt ist, erhalten wird. Seine Leser jedenfalls schätzen offenbar das zweisprachige Format.

Mit Lesung fing alles an

Mit den Lesungen beim "Oldersumer Herbst" im Museum Alte Seilerei in Oldersum fing alles an: Lübbert R. Haneborger trug 2012 die ersten Geschichten vor. Foto: Wolters/Archiv
Mit den Lesungen beim "Oldersumer Herbst" im Museum Alte Seilerei in Oldersum fing alles an: Lübbert R. Haneborger trug 2012 die ersten Geschichten vor. Foto: Wolters/Archiv
„Das kommt supergut an“, stellt Haneborger fest. Die ersten Joke & Harm-Geschichten hatte er 2012 für eine Lesung beim „Oldersumer Herbst“ geschrieben. Damals trug er sie eher spontan vor und musste selbst dabei lachen. Das Publikum hatte ebenfalls einen Riesenspaß dabei. Deshalb veröffentlichte Haneborger diese Geschichten als Buch, wobei der Umschlag an das Aussehen der Pfefferminzbonbons „Echte Emder“ angelehnt ist – mit Genehmigung des Herstellers. Mittlerweile liegen ein zweites Buch und ein Hörbuch, eingelesen vom Schauspieler Siemen Rühaak, vor. Auch für das neue Buch hat Haneborger einen bekannten Darsteller gefunden, der eine Geschichte vorliest.
2015 erschien der erste Band mit Joke & Harm. Die Bücher sind dem Design der "Echten Emder"-Bonbons nachempfunden. Hersteller ist die Firma Opifera, bei der Buchvorstellung damals vertreten durch Thorsten Renken von der Firma Domsky (links), hier mit Lübbert Haneborger und Jakob Janshen vom Heimatverein Oldersum. Foto: Ortgies/Archiv
2015 erschien der erste Band mit Joke & Harm. Die Bücher sind dem Design der "Echten Emder"-Bonbons nachempfunden. Hersteller ist die Firma Opifera, bei der Buchvorstellung damals vertreten durch Thorsten Renken von der Firma Domsky (links), hier mit Lübbert Haneborger und Jakob Janshen vom Heimatverein Oldersum. Foto: Ortgies/Archiv

Nämlich Felix Vörtler, bekannt als Kommissar Brockhorst aus dem „Friesland“-Krimi im ZDF. Er hat zwei Storys mit Joke & Harm auf Hochdeutsch eingelesen, die auf der Facebook-Seite unter http://go.zgo.de/xst9v zu finden sind. Wer selbst lesen möchte, bekommt das Buch „Echte Oldersumer III. Die diebischen Werftarbeiter Joke & Harm stehen unter Strom“ von Lübbert R. Haneborger (Taschenbuch, 136 Seiten mit Bildern und Abbildungen) für 13,99 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-753-49438-8). Es ist zum Beispiel in den Domsky-Tabakshops, in der Leeraner Buchhandlung Schuster oder dem Presse- und Lottoshop Tuitjer in Oldersum erhältlich. Es kann zudem über www.bod.de online bestellt werden.

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