Plattdüütsch
Joke und Harm nutzen Corona-Pandemie für ihre Streiche
Die „Echten Oldersumer“ treiben erneut ihr Unwesen. Lübbert R. Haneborger hat den dritten Band mit lustigen Kurzkrimis veröffentlicht. Die Geschichten seien unerwartet aktuell geworden, sagt er.
Oldersum - Ob es nun der Klimawandel ist oder die Corona-Pandemie: Autor Lübbert R. Haneborger hat in seinem neuen Band mit lustigen Kurzkrimis über die „Echten Oldersumer“ ganz aktuelle Themen verarbeitet. „Ohne, dass ich mir das vorgenommen hätte“, sagt er. Die Hauptdarsteller sind natürlich wieder Joke & Harm, zwei kleinkriminelle Werftarbeiter.
Was und warum
Darum geht es: Die Geschichten um die kauzigen Werftarbeiter Joke & Harm haben schon viele Leser amüsiert. Jetzt gibt es neue.
Vor allem interessant für: Leute, die Platt oder witzige Literatur mögen.
Deshalb berichten wir: Die Lesungen mit Lübbert R. Haneborger beim „Oldersumer Herbst“ haben eine Art Kultstatus. Statt der Veranstaltung gibt es jetzt das Buch. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Beide sprechen Platt, wie sollte es bei „Echten Oldersumern“ auch anders sein? Weite Strecken der Geschichten sind komplett auf Plattdeutsch geschrieben, die Übersetzung auf Hochdeutsch steht jeweils dabei. Das gilt für die Dialoge, der Handlungsfortschritt wird auf Hochdeutsch erzählt. Bei allem Heimatflair sind die Geschichten also für Zugezogene und Urlauber geeignet.
Das Plattdeutsche erhalten
„Aber die Geschichten funktionieren am besten auf Plattdeutsch“, findet der Autor. Im dritten Band mit den „Echten Oldersumern“ sei der Textanteil auf Platt daher noch breiter ausgefallen als in den ersten beiden Büchern. Die Geschichten um die kauzigen Typen Joke und Harm handelten vom „Hier und Jetzt und den Menschen, die in Oldersum leben“, sagt Haneborger. Er habe dafür die Kraft der plattdeutschen Sprache entdeckt.
Ihm gefallen Redewendungen wie „Dor is he to licht för“. Damit wird umschrieben, dass jemand zu etwas nicht fähig ist, weil er nicht das richtige Format dafür hat. „In 20 Jahren wird das niemand mehr sagen – und vielleicht auch nicht mehr verstehen“, bedauert Haneborger. Mit den Büchern möchte er deshalb dazu beitragen, dass ostfriesisches Platt, das durch die Europäische Sprachencharta als Minderheitensprache anerkannt und geschützt ist, erhalten wird. Seine Leser jedenfalls schätzen offenbar das zweisprachige Format.
Mit Lesung fing alles an
Nämlich Felix Vörtler, bekannt als Kommissar Brockhorst aus dem „Friesland“-Krimi im ZDF. Er hat zwei Storys mit Joke & Harm auf Hochdeutsch eingelesen, die auf der Facebook-Seite unter http://go.zgo.de/xst9v zu finden sind. Wer selbst lesen möchte, bekommt das Buch „Echte Oldersumer III. Die diebischen Werftarbeiter Joke & Harm stehen unter Strom“ von Lübbert R. Haneborger (Taschenbuch, 136 Seiten mit Bildern und Abbildungen) für 13,99 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-753-49438-8). Es ist zum Beispiel in den Domsky-Tabakshops, in der Leeraner Buchhandlung Schuster oder dem Presse- und Lottoshop Tuitjer in Oldersum erhältlich. Es kann zudem über www.bod.de online bestellt werden.