Freizeit

Kirmesspaß trotz Corona-Auflagen

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 08.09.2021 13:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alex Leontesco (oben links), Jimmy-Jake Piontek und Moritz Piontek (unten) bauen das Fahrgeschäft „Break Dancer“ auf dem Schützenplatz in Emden auf. Foto: Tomé
Alex Leontesco (oben links), Jimmy-Jake Piontek und Moritz Piontek (unten) bauen das Fahrgeschäft „Break Dancer“ auf dem Schützenplatz in Emden auf. Foto: Tomé
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Nach langer Pause stellen die Schausteller ihre Fahrgeschäfte wieder in Emden auf. Beim Pop-Up-Jahrmarkt auf dem Schützenplatz wird es ab Samstag auch einige Neuigkeiten geben.

Emden - Auf dem Schützenplatz entsteht ein kleines Kirmesdorf. Nach und nach füllt sich das Areal mit Fahrgeschäften, Mandel- und Schießbuden. Auch die Schausteller richten sich mit ihren Wohnmobilen auf den rund einwöchigen Bliedepark ein, der am Samstag, 11. September, startet.

„Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht“, sagt Klaus Alberts vom Schaustellerverein Ostfriesland, während die Familie Piontek gerade mit ihren Fahrzeugen samt Karussell auf den Platz rollt. Die Stimmung unter den Schaustellern ist gut. Dennoch blicken viele mit Sorgen auf die vergangenen Monate zurück. Die Pandemie hat für viele Familien finanzielle Unsicherheit gebracht. Zwar gab es Hilfen. „Aber nun muss es auch wieder losgehen,“, sagt Alberts, „sonst war das nämlich alles umsonst.“

Jahrmarkt mit Corona-Konzept

Damit die Fahrgeschäfte ab Samstag überhaupt wieder Besucher durch die Luft wirbeln dürfen, musste ein Corona-Konzept ausgearbeitet werden. Diesmal wird es ein ausgeschildertes Einbahnstraßen-System geben, das die Menschen über den Platz führt. Anders als sonst üblich sind die etwa 45 Fahrgeschäfte und Buden mit vergrößertem Abstand aufgebaut. Das Schnelltestzentrum wurde dafür extra umgestellt und bietet trotz des Bliedeparks weiterhin seinen Dienst an. „Dafür haben wir kurzerhand dabei geholfen, das Zelt und die Container zu versetzen“, erklärt Karl-Heinz Langenscheidt als Vorsitzender des Schaustellervereins Ostfriesland.

Karl-Heinz Langenscheidt (links) und Klaus Alberts vom Schaustellerverein Ostfriesland sitzen während der Aufbauarbeiten des Bliedeparks schon einmal Probe im Musik-Express. Foto: Tomé
Karl-Heinz Langenscheidt (links) und Klaus Alberts vom Schaustellerverein Ostfriesland sitzen während der Aufbauarbeiten des Bliedeparks schon einmal Probe im Musik-Express. Foto: Tomé

Exakt 999 Besucher dürfen die Schausteller gleichzeitig auf das Gelände lassen. Der Eintritt kostet einen Euro. Um den Überblick zu behalten, müssen sie sich über die Luca-App oder aber mit einem Kontaktformular registrieren. Wer geimpft, genesen oder getestet ist, wird dabei nicht abgefragt. Die Schausteller bitten jedoch um das Tragen einer Maske, sollte es zu Schlangen an den Fahrgeschäften kommen und natürlich auch in den Fahrgeschäften selbst, wo die Abstände nicht eingehalten werden können. An mehreren Orten auf dem Platz wird es die Möglichkeit geben, sich die Hände zu desinfizieren.

Ungewisser Blick in die Zukunft

Mit einem ähnlichen Hygienekonzept war der Bliedepark bereits im vergangenen Jahr im Oktober gestartet, musste dann jedoch wegen hoher Inzidenzzahlen nach wenigen Tagen wieder abgebrochen werden. „Das könnte uns nun natürlich auch wieder passieren“, sagt Langenscheidt, dem die schwierige Planbarkeit innerhalb des Schaustellergewerbes seit Corona schwer zu schaffen macht. „Wir wissen einfach nicht, wie es weitergeht“, sagt der Schausteller auch mit Blick auf den Weihnachtsmarkt. Noch in diesem Monat müsse eine Entscheidung her, damit die Händler auch Ware bestellen können. „Zurzeit ist noch nicht einmal klar, ob wir Glühwein verkaufen dürfen.“

Angesichts der insgesamt noch angespannten Lage freut es den Schaustellerverein umso mehr, dass auch neue Geschäfte auf die Emder Kirmes kommen. Eine Premiere feiert unter anderem die Familienachterbahn „Big Apple“, die sowohl Kleinkinder als auch Erwachsene mitnimmt. Zum ersten Mal in Ostfriesland steht auch das Kettenkarussell „Flyover“, das seine Passagiere in 40 Meter Höhe befördert. Weil der Bliedepark eine Art Ersatz für das zu dieser Jahreszeit sonst übliche Schützenfest ist, werden die Vereinsmitglieder auch in Uniform kommen. Den traditionellen Umzug und auch die Feier im Zelt wird es jedoch nicht geben.

Geöffnet hat der Bliedepark vom 11. bis 19. September jeweils von 14 bis 22 Uhr.

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