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Auch Politik sieht in diesem Jahr keine Chancen für Gallimarkt

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 07.09.2021 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In diesem Jahr unmöglich: Dichtes Gedränge auf dem Gallimarkt lassen die Corona-Verordnungen des Landes nicht zu. Foto: Archiv
In diesem Jahr unmöglich: Dichtes Gedränge auf dem Gallimarkt lassen die Corona-Verordnungen des Landes nicht zu. Foto: Archiv
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Im Prinzip sind sich Politik und Verwaltung einig: Ein Gallimarkt, wie ihn die Leeraner und ihre Gäste kennen, ist in diesem Jahr nicht möglich. Ärger gibt es trotzdem.

Leer - Nach der Stadtverwaltung wird sich in der Sitzung des nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschusses wohl auch die Politik gegen einen Gallimarkt – zumindest in seiner bisherigen Form – in diesem Jahr aussprechen. Das ließen die Vorsitzenden der Fraktionen und Gruppen des Gremiums am Dienstag mehr oder weniger deutlich durchblicken.

Was und warum

Darum geht es: Jetzt steht fest, es wird keinen Gallimarkt in diesem Jahr geben. Ein Jahrmarkt außerhalb der Altstadt ist aber weiterhin ein Thema.

Vor allem interessant für: Freunde des Gallimarkts und Anwohner der Großen Bleiche

Deshalb berichten wir: Die Stadtverwaltung ist der Meinung, dass die Corona-Verordnungen des Landes in diesem Jahr keinen Gallimarkt zulassen. Wir wollten wissen, wie das die Politik sieht.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Keine Chance für den Gallimarkt sehen Heinz-Dieter Schmidt für die Gruppe SPD/Linke und Bruno Schachner (Grüne/CDL). „Wir werden dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung folgen“, sagte Schmidt. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den Gallimarkt abzusagen. „In diesem Jahr kann es keinen Gallimarkt geben“, fasst Schachner die Beschlusslage seiner Gruppe zusammen.

Vorgaben machen echten Gallimarkt unmöglich

Auch Ursel Nimmrich, Fraktionsvorsitzende der CDU, klingt wenig optimistisch: „In diesen Zeiten wandelt man bei solchen Beschlüssen auf einem ganz schmalen Grat und letztlich weiß niemand, was die richtige Entscheidung ist.“ Es sei sehr bedauerlich, dass schon zum zweiten Mal hintereinander eine so traditionsreiche Veranstaltung wie der Gallimarkt in Frage gestellt werden müsse. Sie wolle erst die Diskussion im Verwaltungsausschuss abwarten, bevor sie sich festlege, „aber mit den Vorgaben, die das Land uns macht, wäre ein Gallimarkt kein wirklicher Gallimarkt“.

Michael Runden (LWG) kann sich einen Gallimarkt in seiner bisherigen Form in diesem Jahr ebenfalls kaum vorstellen. Von der Stadtverwaltung ist er aber trotzdem enttäuscht. „Einfach abzusagen, ist zu plump. Ich hätte Vorschläge für Alternativen erwartet. Irgendetwas müssen wir machen.“ Er ärgert sich maßlos, dass die Diskussion und Entscheidung in den Verwaltungsausschuss statt in den dafür zuständigen Fachausschuss, den Feuerwehr- und Marktausschuss, verlagert wurden. „Damit wird uns die Möglichkeit genommen, beispielsweise mit Feuerwehr oder den Schaustellern verschiedene Varianten beziehungsweise Probleme zu diskutieren.“

Zeitdruck kein Argument

Stattdessen müsse man sich nun mit dem zufriedengeben, was die Bürgermeisterin mit den Schaustellern vereinbart hat, so Runden: „Es sind aber die Fachausschüsse, die die Beschlüsse des Verwaltungsausschusses vorbereiten, und nicht die Stadtverwaltung.“ Er lässt auch Zeitdruck als Argument nicht gelten. Dass eine solche Entscheidung jetzt anstehe, sei schon seit Monaten absehbar gewesen.

Die Stadtverwaltung hatte neben der Absage des Gallimarktes auch vorgeschlagen, dass sie mit den Schaustellern die Möglichkeit eines kleineren Jahrmarktes, des sogenannten Bliede-Parks, prüft. „Prüfen kann die Verwaltung, die Diskussion muss aber dann im Feuerwehr- und Marktausschuss geführt werden“, schlägt Schmidt in die gleiche Kerbe wie Runden. Wie Schachner hat er keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen kleineren Jahrmarkt, wie die Schausteller ihn in den vergangenen Monaten an zahlreichen Standorten in ganz Ostfriesland aufgebaut hatten.

Bliede-Park nicht auf der Großen Bleiche

Einzige Bedingung sei, dass der Bliede-Park nicht auf der Großen Bleiche aufgebaut werde. „Es geht nicht, dass wir diesen zentralen Parkplatz zwei Wochen lang aus dem Verkehr ziehen“, sagte Schachner. Auch den Anwohnern sei die Belastung nicht zuzumuten. In den Herbstferien könne man aber gut auf den BBS-Parkplatz ausweichen, oder auf den Platz an der Ostfrieslandhalle.

Für die Schausteller hatte deren Vorsitzender Karl-Heinz Langenscheidt gegenüber der Redaktion eingeräumt, dass ein Gallimarkt in diesem Jahr nicht realistisch sei. Er setze nun seine ganze Hoffnung in einen Bliede-Park. Es könne doch nicht sein, dass die Schausteller zwei Jahre hintereinander einen Bogen gerade um Leer machen müssten.

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