Berlin
„Wir werden jetzt mal nicht albern“: Merz-Interview schlägt Wellen
Mit einem achtköpfigen Team um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) geht Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in den Wahlkampf-Endspurt. Ein TV-Interview mit dem 65-jährigen Merz schlägt in den sozialen Netzwerken seit Sonntag Wellen.
Der Ausschnitt eines Interviews mit Friedrich Merz (CDU) aus der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ am Sonntag sorgt am Folgetag in den sozialen Netzwerken für Diskussionen. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU war zuvor am vergangenen Freitag von Kanzlerkandidat Armin Laschet als Teil von dessen achtköpfigen „Zukunftsteam“ der Partei vorgestellt worden. In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung wollte der „Bericht aus Berlin“-Moderator Matthias Deiss nun von Merz wissen, ob dieser auch die anderen Mitglieder des Teams aufzählen könne. Eine Antwort vom CDU-Politiker erhielt Deiss auf seine Frage indes nicht.
Hier die besagte Stelle aus der Sendung:
Keine „Prominenten“ im Team
Es gebe neben Merz selbst, der Digitalisierungsbeauftragten Dorothee Bär, der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien sowie Terror-Experte Peter Neumann nur wenige „Prominente“ im „Zukunftsteam“ der CDU, leitete der Journalist die Frage ein, die zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien später bewegen sollte. Und schloss sie damit ab, ob Merz denn die verbleibenden Mitglieder kenne?
Der 65-Jährige erklärte auf die Frage, dass er die Namen parat habe und die Zusammensetzung des Teams eine „breite Themenpalette“ abdecke. Als der Moderator daraufhin nochmals nachhakte, ob Merz ihm denn die vier fehlenden Namen aufzählen könnte, sagte der CDU-Politiker: „Ja natürlich, aber wir machen doch hier nicht Schulunterricht, ne?“
Auch zum Ende des Interviews ließ der Journalist nicht locker, wiederholte seine Frage erneut. Der sichtlich genervte Merz erwiderte: „Also: Wir beide werden jetzt mal hier nicht albern. Also Sie kennen die Namen, ich kenn die Namen. Wir haben uns alle gemeinsam vorgestellt und mit diesen Namen gehen wir jetzt in die nächsten drei Wochen.“
Die Reaktionen gehen auseinander
Der auf Twitter viral gewordene Ausschnitt des Interviews zog bei vielen Nutzern Kritik an dem CDU-Politiker nach sich - auch das Vorgehen des Journalisten wurde indes von vielen Usern als mindestens fragwürdig angesehen. Für viele Nutzer beweise der Ausschnitt, dass Merz die Namen seiner Teamkollegen nicht kenne. Das Satire-Magazin „extra 3“ schrieb beispielsweise auf Twitter dazu:
Dem Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzenden der Fraktion „Die Linke“, Fabio De Masi, kritisierte hingegen Interviewführung und Fragestellungen des Journalisten:
Auch der Moderator und TV-Autor Micky Beisenherz bewertete das Vorgehen von Deiss kritisch. Für ihn und andere Nutzer sei es nur ein Anschein, dass Merz die Namen seiner Teamkollegen nicht kenne. Vielmehr habe sich der Politiker nicht wegen Unwissenheit geweigert. Er wollte einfach nur nicht wie ein Schulkind behandelt werden: