Impfstatus-Abfrage
Konsequent und mutig
Muss der Druck auf Impf-Muffel verstärkt werden? Die SPD scheut den Widerstand. Leider.
Die SPD tut sich schwer damit, den Druck auf Impf-Muffel zu erhöhen. Kanzlerkandidat Olaf Scholz hält nichts von der 2G-Regelung, wonach nur Geimpfte und Genesene in Kneipe oder Konzert dürfen. Und SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil stemmt sich gegen ein Recht für Arbeitgeber, den Impfstatus ihrer Beschäftigten abzufragen. Das passt zum SPD-Wahlkampfmotto, das den Respekt ganz nach vorne stellt. Der soll auch denen gelten, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen.
CDU-Vize Jens Spahn ist ganz anders unterwegs. Er will nicht nur den „Lockdown light“ für Ungeimpfte. Er will auch die Impfstatus-Abfrage in Unternehmen. Das ist nicht nur konsequent, um Corona in Schach zu halten. Das ist auch mutig, weil Spahn den Widerstand der selbsterklärten Freiheitskämpfer der AfD provoziert, die die Impf-Ablehnung quasi zum Symbol der Selbstbehauptung in einem immer autoritäreren Staat verklärt haben. Die Impfdebatte wird so zum Wahlkampfthema, und ein Test für Scholz. Der Ansatz, niemandem auf die Zehen zu treten, taugt vielleicht für einen Bundespräsidenten, aber nicht für einen Kanzler.
@ Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de