Hannover

Niedersachsen: Für Ungeimpfte könnte es richtig ungemütlich werden

Lars Laue
|
Von Lars Laue
| 01.09.2021 06:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Artikel teilen:

Kommt in Niedersachsen zum Herbst die 2G-Regel und müssen Ungeimpfte dann draußen bleiben? Momentan jedenfalls sieht es ganz danach aus.

Wer sich nicht gegen Corona impfen lässt, muss in Niedersachsen damit rechnen, künftig außen vor zu bleiben. Das Land erwägt, in der nächsten Corona-Verordnung Ende September dem Hamburger Beispiel zu folgen und bei Erreichen bestimmter Schwellenwerte nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt etwa zu Restaurants oder bestimmten Veranstaltungen zu gewähren. Ein negativer Testnachweis wäre dann nicht mehr ausreichend. Die aktuelle Corona-Verordnung gilt noch bis zum 22. September.

Kommt in Niedersachsen die 2G-Regel?

Dazu sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag in Hannover: „Wenn es zu höheren Infektionen und auch zu einer höheren Belastung in den Krankenhäusern kommt, dann soll genau hingeschaut werden, woran das liegt. Und da es sich bislang zumindest fast ausschließlich um Menschen handelt, die weder geeimpft noch genesen sind, muss man bei dieser Personengruppe auch ansetzen. Es wird durchaus über die Einführung der 2G-Regel in Niedersachsen nachgedacht.“ Dass Diskotheken, Bars und Clubs in Niedersachsen schon jetzt von der 3- auf die 2G-Regel gehen können und für die Besucher die Maskenpflicht entfällt, wenn Ungeimpfte keinen Zutritt haben, bezeichnete Pörksen als „Test“. Das Land schaue sich nun an, wie Diskotheken und Clubs damit umgehen.

Was sagt der Ministerpräsident?

Regierungschef Stephan Weil kann sich eine Zwangsverordnung von 2G vorstellen. „Das kann ich nicht ausschließen, weil wir die Infektionslage noch nicht überblicken können, die uns im Herbst und Winter erwartet. Ab einem bestimmten Punkt wäre 2G für sehr viele Bereiche denkbar“, sagte der SPD-Politiker zu Wochenbeginn in einem Zeitungsinterview. Der Jurist Weil schränkte aber gleichzeitig ein, dass das in der aktuellen Situation allerdings nicht mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar und vor Gericht kaum zu rechtfertigen sei. Bei jüngeren Kindern setzt Weil zudem auf eine schnelle Impfmöglichkeit. „Nach allem, was ich höre, kann das schon im September der Fall sein. Ich wäre sehr froh, wenn sich auch jüngere Kinder zeitnah impfen lassen könnten.“ Bislang gibt es nur Corona-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.

Wie ist die aktuelle Lage?

Bei den neuen Corona-Fällen in Niedersachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag leicht gesunken. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert bei 58,2 - nach 59,9 am Montag. Schlusslichter waren am Dienstag die Städte Delmenhorst (107,1), Salzgitter (98,2) und Osnabrück (95,0). Besonders auffällig ist, dass der Inzidenzwert bei den über 60-Jährigen in Niedersachsen laut Land bei knapp 9 liegt, während der Inzidenzwert in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen 84 beträgt. Das Land ruft daher insbesondere junge Menschen auf, sich gegen Corona impfen zu lassen und bietet dazu Sonderaktionen in seinen 50 Impfzentren an. 

Wie steht es um die Impfquote?

In Niedersachsen haben bislang 67,7 Prozent der Einwohner mindestens eine Corona-Impfung bekommen, 62,0 Prozent sind vollständig geimpft. Prozentual am wenigsten Menschen sind den RKI-Zahlen zufolge in Sachsen geimpft. Dort lag die Quote der vollständig Geimpften bei 51,8. Spitzenreiter beim Impfen ist das Nachbarland Bremen. Dort sind die Impfquoten höher als in allen anderen Bundesländern. Nach Daten des RKI mit Stand von Dienstagmorgen haben 75,2 Prozent der Menschen im Land Bremen mindestens eine Corona-Schutzimpfung erhalten. 70,6 Prozent sind vollständig geimpft.

Ähnliche Artikel