Osnabrück

Filmfest Venedig: Auf diese Blockbuster dürfen sich Kinofans freuen

Jens Hinrichsen
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Von Jens Hinrichsen
| 31.08.2021 14:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eröffnet das 78. Filmfest Venedig: „Madres Paralelas“ von Pedro Almodóvar. In dem Drama spielen Penélope Cruz (rechts) und Milena Smit die Hauptrollen. Foto: El Deseo
Eröffnet das 78. Filmfest Venedig: „Madres Paralelas“ von Pedro Almodóvar. In dem Drama spielen Penélope Cruz (rechts) und Milena Smit die Hauptrollen. Foto: El Deseo
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Diesen Mittwoch beginnen die 78. Filmfestspiele von Venedig. Nach Pedro Almodóvars Eröffnungsfilm „Madres paralelas“ mit Penélope Cruz zeigt das Festival Beiträge, die anschließend den deutschen Kinoherbst prägen werden.

Wegen Corona wanderte die Kinowelt ins Internet - und sogar die Leinwände der Berlinale und des Cannes-Festivals blieben zeitweilig dunkel. Als einziges A-Festival wurde nur das in Venedig ohne pandemiebedingte Auszeit planmäßig durchgeführt. Und 2021? Es gab Bedenken, Cannes - dieses Jahr vom Mai in den Juli verschoben - könnte Venedig die besten Produktionen einer langsam wieder zu Kräften kommenden Branche wegschnappen. Doch das ist nicht der Fall. Es scheint sogar, als habe speziell Hollywood Cannes links liegen lassen, um die erfolgsversprechenden US-Studiofilme nun am Lido zu präsentieren. Die Venedig-Premieren von „Nomadland“ im Jahr 2020, „Joker“ 2019 und „Shape of Water“ 2017, die später Oscars abräumten, haben den Studios ja schon früher Glück gebracht.

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Mit großen Erwartungen wird nun also Ridley Scotts Actionsspektakel „The Last Duel“ mit Matt Damon, Adam Driver und Ben Affleck an der Lagune uraufgeführt (Kinostart am 14. Oktober), und Jamie Lee Curtis wird in der elften Fortsetzung eines nicht totzukriegenden Horrorsujets - „Halloween Kills“ - noch einmal die Scream-Queen geben (Kinostart ebenfalls am 14. Oktober). Als weitere Neuauflage steht Denis Villeneuves „Dune“ - nach David Lynchs Erstverfilmung des Frank-Herbert-Romans von 1984 - in den Startlöchern. Mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Stellan Skarsgård, Charlotte Rampling und Javier Bardem tummeln sich viele Stars auf dem Wüstenplaneten, einige von ihnen werden sicher auch in Venedig landen. Und am 16. September startet der Film in den deutschen Kinos.

Eröffnet wird am Mittwoch mit „Madres paralelas“ des spanischen Starregisseurs Pedro Almodóvar. Penélope Cruz und Milena Smit spielen darin zwei Frauen, die in einem Krankenhaus gleichzeitig entbinden. Aus dem Zufallstreffen der werdenden Mütter ergibt sich eine enge Verbindung - aus der Almodóvar, wie man ihn kennt, garantiert melodramatische Funken schlägt. Neben den „parallelen Müttern“ (Deutscher Kinostart: 6. Januar 2022) konkurrieren weitere 20 Filme um den Goldenen Löwen, darunter „Spencer“, Pablo Larraíns Drama um Diana, in dem Kristen Stewart die Prinzessinenrolle verkörpert. Für den vorgeblich in Norfolk liegenden herrschaftlichen Schauplatz sprang das im Tudor-Stil errichtete Schloss Friedrichshof im Taunus ein. Das ist schon alles, was in dieser Venedig-Saison an „deutschen Beiträgen“ zu erwarten ist.

Und wie immer ist auch hinsichtlich der Regisseurinnen Luft nach oben; doch immerhin fünf der 21 Beiträge wurden von Frauen inszeniert. So legt die Schauspielerin Maggie Gyllenhall mit „The Lost Daughter“ nach einem Roman von Elena Ferrante ihr Regiedebüt vor. Die neuseeländische Star-Regisseurin Jane Campion („Das Piano“) meldet sich nach längerer Kinopause mit „The Power of the Dog“ zurück, ein Familiendrama um ungleiche Rancher-Brüder aus den 1920ern mit Kirsten Dunst und Benedict Cumberbatch. Ein bemerkenswerter Aspekt ist dabei, dass neben einer kurzen Laufzeit in ausgewählten US-Kinos der Streamingdienst Netflix die beiden Filme ins Programm nimmt.

Zocker und die Hand Gottes

Mit berühmten Regie-Namen wird am Lido nicht gegeizt - so präsentiert auch der US-Altmeister Paul Schrader („Ein Mann für gewisse Stunden“) einen neuen Film im Wettbewerb. Sein Thriller „The Card Counter“ begleitet Pokerspieler nach Las Vegas, Oscar Issac spielt darin einen Zocker mit dem sprechenden Namen William Tell. Italienische Filme genießen lediglich quantitativ in Venedig einen Heimvorteil. Die Beteiligung des Sizilaners Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza - Die große Schönheit“) klingt allerdings vielversprechend: Mit „È stata la mano di Dio“ kehrt Sorrentino ins Neapel seiner Jugend zurück.

Und was verspricht sich Festivaldirektor Alberto Barbera von der Rückkehr zur großen Leinwand? Er habe den Eindruck, „als ob die Pandemie dazu gedient hätte, die Kreativität anzuregen und die Messlatte für Qualität hochzulegen“, erklärte Barbera vorab. Viele Filme habe er nur aus Platzgründen nicht ins Programm nehmen können. Wird sein traditionell glückliches Händchen für kommende Erfolgsfilme auch 2021 nicht trügen? Das zeigt sich in den kommenden Festivaltagen. Am 11. September wird die Jury um Bong Joon Ho, der Regisseur des oscargekrönten „Parasite“, ihre Entscheidungen bekanntgeben.

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