Kommunalwahl 2021

Krummhörn und Hinte: Spenden statt Kopfplakate

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 30.08.2021 14:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Plakate, sowohl kleine als auch große, gibt es auch in diesem Jahr in der Krummhörn. Viele Parteien verzichten aber auf die sogenannten „Kopfplakate“ zur Gemeinderatswahl. Foto: Wagenaar
Plakate, sowohl kleine als auch große, gibt es auch in diesem Jahr in der Krummhörn. Viele Parteien verzichten aber auf die sogenannten „Kopfplakate“ zur Gemeinderatswahl. Foto: Wagenaar
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In Hinte gibt es unter anderem Bollerwagen für die Jugendwehren, in der Krummhörn Spenden für Vereine: Viele Parteien verzichten auf Kandidaten-Plakate und setzen das gesparte Geld anders ein.

Krummhörn/Hinte - Geld für das Dorf mit der höchsten Wahlbeteiligung. Bollerwagen für Jugendgruppen. Spenden an Vereine. In diesem Kommunalwahlkampf verzichten viele Parteien auf die sogenannten „Kopfplakate“ der Ratskandidaten oder auf andere Dinge und spenden das so gesparte Geld. Was ist da los?

Was und warum

Darum geht es: Sind Kandidatenplakate noch sinnvoll im Kommunalwahlkampf? In Hinte und der Krummhörn verzichten immer mehr Parteien auf diese Art des Wahlkampfes.

Vor allem interessant für: Diejenigen, die den Wahlkampf beobachten.

Deshalb berichten wir: Es ist auffällig, dass es in diesem jahr weniger „Kopfplakate“ gibt als früher.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Vorweg: Natürlich gibt es auch zu dieser Kommunalwahl Plakate der Parteien. Hinzu kommen auch noch die Plakate für den Kreistag sowie für die Bundestagswahl. Auffällig ist aber schon, dass es zumindest in den Gemeinden Krummhörn und Hinte weniger Kopfplakate mit den Ratskandidaten gibt. Selbst die Bürgermeisterkandidaten verzichten zum Teil auf viele Einzelplakate und setzen auf Banner.

Bollerwagen statt Blumensamen

Banner gibt es beispielsweise auch von der Sozialen Wählergemeinschaft Krummhörn (SWK). „Das sind recyclebare Banner“, sagt Johann Wienbeuker, Vorsitzender der SWK und Ratsmitglied, auf Nachfrage. Doch auf Einzelplakate an Straßenlaternen verzichte man in diesem Wahlkampf. „Ich glaube, Wahlen werden nicht durch Gesichter an Laternenpfählen entschieden“, so Wienbeuker. Zwar wolle man dennoch die Gesichter zeigen, aber nur als Gruppenbild auf besagten Bannern.

Weniger Plakate bedeutet auch: Weniger Ausgaben für den Wahlkampf. Das so gesparte Geld hat die SWK an den Verein „Herzkinder Ostfriesland“ und den „Elternverein Krebskranker Kinder Ostfriesland“ gespendet. Einen ganz ähnlichen Weg gehen auch die Sozialdemokraten in der Gemeinde Hinte. In den vergangenen Wahlkämpfen habe man immer A4-Flyer und Tütchen mit Blumensamen verteilt. Rund 4000 Flyer und genau so viele Samentüten. „Auch wenn ein einzelner Flyer und eine einzelne Samentüte nicht so viel kosten, da kommt schon was zusammen“, so Erik Heeren, Vorsitzender der SPD Hinte. Im Wahlkampfteam habe man sich daher in diesem Jahr für einen anderen Weg entschieden. Die Flyer wurden kleiner und die Blumensamen sind ganz weggefallen. „Siene wir ehrlich: Die Flyer landen meist im Müll und viele der Blumensamen auch“, so Heeren im Gespräch mit unserer Zeitung. Daher hat sich die SPD Hinte entschieden, das gesparte Geld für die Jugendarbeit zu spenden. So gab es Bollerwagen für die Jugendwehren und Jugendrotkreuz in der Gemeinde, die Jugendspielgemeinschaft soll noch Bälle bekommen. „Und wir wollen das auch nach der Wahl noch fortführen“, so Heeren.

Belohnung für hohe Wahlbeteiligung

Das sei ingesamt nachhaltiger als Blumensamen oder ähnliche „Give-Aways“, ist Heeren überzeugt. Aber auch bei der Bestückung der Wahlkampfstände habe man auf Werbebanner verzichtet, die nur einmal genutzt werden können. „Wir haben die Banner allgemeiner gestaltet, so dass sie auch nach der Wahl noch genutzt werden können“, so Heeren. „Ohne Wahlkampfstände vor Ort funktioniert es nicht“, ist sich der SPD-Vorsitzende dennoch sicher. Die Gespräche vor Ort seien weiterhin wichtig, aber es komme auch auf die Zielgruppe an. Das findet auch Wienbeuker. „Die jungen Menschen informieren sich mehr online, die älteren wollen lieber etwas vor Ort haben“, sagt er.

Doch neben Bollerwagen und Spenden gibt es auch weitere Ideen. So haben sich in der Krummhörn die SPD, die Grünen und die Freibe Bürgerliste Krummhörn (fbl) für eine weitere Aktion zusammengetan. Das war bei der Kommunalweahl 2016 übrigens Canum mit 77,82 Prozent Wahlbeteiligung.

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