Berlin

Laschets Plan, Söders Scholz-Angriff, Baerbocks Distanzierung

Christian Ströhl
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Von Christian Ströhl
| 29.08.2021 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor dem Kanzler-Dreikampf bei RTL und ntv (Live im TV oder im Liveblog), gibt es hier einen Überblick über die aktuell wichtigsten Themen im Wahlkampf. Foto: imago images/Sven Simon
Vor dem Kanzler-Dreikampf bei RTL und ntv (Live im TV oder im Liveblog), gibt es hier einen Überblick über die aktuell wichtigsten Themen im Wahlkampf. Foto: imago images/Sven Simon
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Vor dem ersten TV-Dreikampf der Kanzlerkandidaten bringen sich die Parteien in Stellung. Hier fassen wir für Sie kurz und bündig zusammen, was sich am Sonntag im politischen Berlin getan hat und welche Themen heute Abend wichtig sind.

Am Sonntagabend steigt das erste von drei Kanzler-Triellen mit den Kandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) live ab 20.10 Uhr bei RTL und ntv - oder bei uns im Liveblog. Damit Sie im Bilde sind, welche Themen über die Wahlprogramme hinaus aktuell wichtig sind und die Debatte beherrschen, liefern wir Ihnen hier eine Kurzübersicht.

Heute im Fernsehen, vorher schon bei uns

Wer sich vor dem TV-Triell näher mit den Kandidaten und ihren Zielen beschäftigen will: In den vergangenen 14 Tagen haben sich Scholz, Laschet und Baerbock bereits den Fragen unserer Redaktion gestellt. Hier lesen Sie unsere Interviews mit den Kanzlerkandidaten von CDU/CSU, SPD und Grünen:

Laschets legt neuen Plan für Wahlkampfendspurt vor

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will der CDU-Spitze an Montag einen detaillierten Plan dazu vorlegen, mit welchen Themen die Union im Wahlkampfendspurt aus dem Umfragetief kommen will. Ein entsprechender Bericht der „Welt“ wurde der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Unionskreisen bestätigt. Mitte September will Laschet demnach mit der CSU ein gemeinsames „100-Tage-Programm“ für die ersten drei Monate einer Bundesregierung vorstellen.

Laschets Plan sieht demnach fünf Kernthemen vor: Klimaneutrales Industrieland (soziale Energiewende als Motor für Klimaschutz), Digitale Modernisierung von Staat und Wirtschaft, Entlastung der gesellschaftlichen Mitte (Familie und Bildung), Stärkung der wirtschaftlichen Mitte (Mittelstand), Sicherheit (Innen und Außen). Welche Politiker die Schwerpunktthemen zusammen mit Laschet vorstellen werden, sei in der Vorlage nicht benannt.

Darüber hinaus sorgte am Sonntag eine Anzeige in der „Bild am Sonntag“ mit dem Konterfei Laschets für Wirbel.

Söder wirft Scholz „Erbschleicherei“ vor

CSU-Chef Markus Söder hat das jüngste Auftreten von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in „Angela-Merkel-Pose“ massiv kritisiert. Es sei schon seltsam, dass sich Scholz als Nachfolger von Merkel (CDU) inszeniere, obwohl dies „natürlich so nicht stimmt“, sagte Söder am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Weiter: „Das ist so ne Art Erbschleicherei“. Dies sei nicht zu akzeptieren. Scholz hatte sich vergangene Woche für das „SZ Magazin“ mit zur Raute gefalteten Händen fotografieren lassen - das Markenzeichen von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Scholz sei ein erfahrener Finanzminister, das sei unstrittig, zugleich sei Scholz aber auch nur ein Teil des SPD-Teams. Wer Scholz wähle, der stimme auch für deutlich Linkere in der Partei wie Parteichefin Saskia Esken oder Parteivize Kevin Kühnert. Und deren Ziel sei es, die Gesellschaft in Deutschland umzubauen. Scholz habe ja auch jüngst in einem Interview erklärt, er könne sich durchaus ein Bündnis mit der Linken vorstellen.

Lesen Sie auch: Wann sich die Kanzlerkandidaten im TV messen

Baerbock: Linke dabei, „sich selbst auszuschließen“

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich im Interview mit unserer Redaktion von der Linkspartei distanziert. Die Linke sei dabei, „sich selbst auszuschließen“. Baerbock kritisierte die Linke dafür, „einem Bundeswehr-Mandat die Unterstützung zu verweigern, obwohl es um die Rettung von Menschen in höchster Not geht.“ Eine gemeinsame Regierung mit der Linkspartei schloss sie jedoch nicht grundlegend aus. In einer Demokratie müssten alle demokratischen Parteien gesprächsfähig bleiben.

Deutschland müsse in der Außen- und Sicherheitspolitik weiter handlungsfähig und als Partner verlässlich bleiben, sagte Baerbock weiter. Verlässlichkeit in der Außenpolitik bedeute auch, zur Nato zu stehen. Die Linke fordert in ihrem Wahlprogramm eine Auflösung der Nato und will sie durch ein kollektives Sicherheitssystem mit russischer Beteiligung ersetzen.

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