Glaube

In der Altenseelsorge neue Akzente schaffen

Käthe Dübbel
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Von Käthe Dübbel
| 29.08.2021 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Julien Fuchs soll sich um die Seelsorge in Altenheimen kümmern. Foto: Dübbel
Julien Fuchs soll sich um die Seelsorge in Altenheimen kümmern. Foto: Dübbel
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Pastor Julien Fuchs betreut künftig die Leeraner Altenheime in der Seelsorge. Am 5. September wird er ins Amt eingeführt. Für seine neue Aufgabe hat er bereits Ideen.

Leer - „Ich verstehe Alten- und Pflegeheime als Lebensorte“, sagt Pastor Julien Fuchs. Ein Grundanliegen ist ihm die Betonung auf „Leben“. Für neue Akzente und eine stärkere Vernetzung der Einrichtungen möchte sich der 34-Jährige einsetzen. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Emden-Leer hat eine halbe Stelle für die Seelsorge in Leeraner Heimen geschaffen und dafür den jungen Pastor eingestellt.

Seit Juni arbeitet Julien Fuchs in Leer. Offiziell ins Amt eingeführt wird er am 5. September von Superintendentin Christa Olearius in einem Gottesdienst in der Lutherkirche Leer, der um 10 Uhr beginnt. Altenseelsorger darf sich der Theologe nennen, wenn er die entsprechende Ausbildung durch das Zentrum für Seelsorge in Hannover im kommenden Jahr absolviert hat. Aufbauen kann er auf vielseitige Erfahrungen, die er in den drei Jahren als Pastor der Kirchengemeinde Leese (Landkreis Nienburg/Weser) sammelte.

Fuchs stammt aus Großheide

Aufgewachsen ist Fuchs in Großheide, sein Abitur hat er in Norden gemacht. Das Theologie-Studium absolvierte er in Jena. In Leer kümmert er sich unter Mithilfe seiner Schwester um seine pflegebedürftige Mutter.

Im ersten Jahr seines Dienstes hier will Julien Fuchs vor allem die Menschen kennenlernen und einen „Fuß in die Tür“ zu den Altenheimen bekommen. Dabei ist ihm ein wertschätzendes Miteinander mit den Leitungen und Teams der Einrichtungen wichtig. Gespräche mit den Bewohnern, aber auch die Gestaltung besonderer Angebote wie Vorträge gehören zu seinem Arbeitsfeld.

Vernetzung der Einrichtungen geplant

„Ich möchte in der Altenseelsorge Strukturen schaffen“, sagt Fuchs. Dazu gehöre die Vernetzung der Einrichtungen. Das soll nach und nach geschehen. Menschen, die gern seine Arbeit ehrenamtlich begleiten würden, indem sie etwa Senioren in den Heimen besuchten, könnten beispielsweise in den Kirchengemeinden gewonnen werden. Kontakt hat Fuchs zudem zur Stabsstelle Ehrenamt des Landkreises Leer aufgenommen.

Auch um kulturelle Veranstaltungen möchte der Pastor die Angebote, die es in den Einrichtungen bereits gibt, erweitern. Unter dem Titel „wandernde Handys“ könnte sich Fuchs vorstellen, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Heimen anrufen. Manche Frauen und Männer würden sich über eine sinnvolle Tätigkeit freuen. Sie gegenseitig zusammenzubringen und Kontakte zu schaffen sei wichtig.

Ausflüge zu den Kirchengemeinden

„Als Kirchenmann liegt mir die Rückbindung der alten Menschen zu den Kirchengemeinden am Herzen“, sagt Fuchs. Ausflüge dorthin, Kaffee und Kuchen in den Gemeindehäusern, der Austausch mit den Seniorenkreisen – das seien einige Vorstellungen.

Mit der für sie neuen Situation, in einem Altenheim zu leben, kämen Menschen unterschiedlich gut zurecht. Er wolle dazu beitragen, dass sie sich nicht allein fühlten, betont Fuchs. Ein Herzensanliegen ist ihm auch die Unterstützung der Angehörigen von Heimbewohnern. Wenn die fünf Jahre seiner Projektstelle abgelaufen sind, so hofft der Seelsorger, sollten Strukturen entstanden sein, unter denen die Arbeit selbsttragend funktioniere.

Für Julien Fuchs ist die Frage, wie mit alten und schwachen Menschen in unserer Gesellschaft umgegangen wird, ein großes zukunftsrelevantes Thema. Dass die evangelische Kirche dieses ins Auge nimmt, findet er wichtig.

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