Gesundheit

Luftfilter sind in Wiesmoors Schulen bislang kaum gefragt

Imke Kluth
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Von Imke Kluth
| 30.08.2021 08:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Luftfilter kommen in Wiesmoors Schulen bislang nur vereinzelt zum Einsatz. Foto: Dedert/DPA
Luftfilter kommen in Wiesmoors Schulen bislang nur vereinzelt zum Einsatz. Foto: Dedert/DPA
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Bald startet wieder die Schule – zu einer Zeit, in der die Infektionszahlen steigen. Wiesmoors Schulen setzen vor allem auf die Hygieneregeln. Die Stadt will aber kurzfristig Luftfilter bestellen.

Wiesmoor/Großefehn - Wenn in einigen Tagen das neue Schuljahr startet, müssen sich Schüler und Lehrer wieder auf Corona-Einschränkungen einstellen. Nach der neuen Landesverordnung ist an allen Schulen das Tragen einer Maske im Unterricht verpflichtend. Dies soll einen Regelbetrieb trotz steigender Infektionszahlen im Land ermöglichen, so das Kultusministerium.

In Wiesmoor zeigt sich Heiner Schoon, Fachgruppenleiter für Schulen und Kindergärten im Rathaus, vor dem Schulstart zuversichtlich. „Vor den Sommerferien war es hier so, dass die Ansteckungen sehr gering waren. Wir hatten in den Schulen nur einzelne Fälle“, sagt Schoon. Die vier Grundschulen und die Kooperative Gesamtschule in Wiesmoor, deren Träger die Stadt ist, hätten „strikt das Hygienekonzept des Landes befolgt“, sagt der Rathausmitarbeiter. „Wie sind bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen.“ Dennoch gehe auch er davon aus, dass es mit der nun vorherrschenden Delta-Variante mehr Ansteckungen geben werde, zumal viele Schüler nicht geimpft seien.

Weitere Luftfilter sollen bestellt werden

Schon im vergangenen Schuljahr habe die Stadt unterschiedliche Schutzmaßnahmen umgesetzt. „Wir haben alle Klassenräume mit CO2-Ampeln ausgestattet“, sagt Schoon. Die Sensoren messen die Kohlendioxid-Konzentration in einem Raum und zeigen an, wenn der CO2-Gehalt zu hoch ist und der Raum gelüftet werden sollte. Während die Grundschulen komplett damit ausgestattet seien, gebe es an der KGS keine CO2-Ampeln, so Schoon. „Die KGS wollte lieber Schutzwände haben für die Bereiche, in denen der vorgeschriebene Abstand nicht eingehalten werden kann.“ Dennoch habe er 40 zusätzliche CO2-Sensoren bestellt, da auch Kindergärten damit ausgestattet werden sollen.

Zudem habe die Stadt bereits vier Luftfilter angeschafft. Diese stehen laut Schoon in PC-Räumen und einem Werkraum in den Grundschulen, da diese Räume nur schlecht zu lüften seien. „Es ist aber geplant, kurzfristig weitere Luftfilter zu besorgen. Das wird passieren“, sagt der Fachgruppenleiter im Rathaus. Er gehe jedoch davon aus, dass die Zuschüsse vom Land nicht reichen werden, um alle Klassenräume mit Luftfiltern auszustatten. In den kommenden Tagen werde es Gespräche mit den Schulleitern geben, bei denen der Bedarf geklärt werden soll. Auf die Frage, warum das erst so kurz vor Schulbeginn passiert, sagt Schoon: „Bislang haben die Schulleiter gesagt, dass Luftfilter nicht zwingend nötig sind.“ Doch die Corona-Lage ändere sich, der Druck steige.

Schulleiterin: Geräte müssen Sinn machen

Die Schulleiterin der KGS Wiesmoor, Ulrike Sieckmann, betont, die Schule richte sich bei den Corona-Schutzmaßnahmen nach den Hygieneregeln des Landes – Maskenpflicht im Unterricht, Abstand sowie regelmäßiges Testen und Lüften. Das Land empfehle darüber hinaus Luftfilteranlagen für schlecht zu lüftende Räume. „Wir haben zum Glück bei uns gut zu lüftende Räume. Darum sind wir letztes Jahr ganz gut durchgekommen“, sagt Sieckmann. Bei niedrigen Temperaturen sei das zwar eine Herausforderung, aber das habe bisher auch funktioniert.

Sie könne sich „natürlich vorstellen, Luftfilter für die Jahrgänge fünf und sechs anzuschaffen“, wie es das Land ebenfalls empfehle, so Sieckmann. Denn die Schüler dieser Jahrgänge sind unter zwölf Jahre alt und könnten deshalb nicht geimpft werden. „Aber ich würde mir ganz gerne die Lüfteranlagen anschauen, bevor man sie bestellt.“ Die Geräte müssten Sinn machen und dürften nicht zu laut sein, damit der Unterricht auch bei Betrieb der Geräte möglich ist.

Heiner Schoon verweist darauf, dass Luftfilter erst bestellt werden sollen, wenn das Ergebnis einer Ausschreibung des Landkreises Aurich vorliegt. „Wir wollen abwarten, was der Landkreis anschafft und schauen, ob die Luftfilter gut sind“, so Schoon. Damit bezieht er sich auf die Planungen des Landkreises, die kreiseigenen Schulen mit Luftfilteranlagen auszustatten. Laut Kreissprecher Nikolai Neumayer beträgt die Mindestabnahmemenge 122 Geräte. „Zunächst wurden alle allgemeinen Klassenräume zugrunde gelegt, in denen ein Querlüften nicht möglich ist sowie die Klassenräume der fünften und sechsten Jahrgänge. Die Ausstattung könnte daher um weitere Klassenräume sowie Fachräume erweitert werden“, so Neumayer. Die verschiedenen Angebote würden ausgewertet, der Auftrag werde voraussichtlich in den nächsten Wochen vergeben.

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