Kanzlerkandidaten

Blick in die Glaskugel

Stefanie Witte
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Ein Kommentar von Stefanie Witte
| 25.08.2021 15:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU, links) und Markus Söder (CSU) können einen Monat vor der Bundestagswahl nicht mehr die Plätze tauschen. Foto: Kirchner/DPA
Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU, links) und Markus Söder (CSU) können einen Monat vor der Bundestagswahl nicht mehr die Plätze tauschen. Foto: Kirchner/DPA
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Im Nachhinein ist man immer schlauer. Jetzt stürzen Grüne und Union in den Umfragen ab – welchen Anteil haben die Kandidaten daran?

Hätten die Parteien im vergangenen Jahr in eine Glaskugel blicken können, wäre wohl vieles anders gelaufen. Die Grünen hätten Robert Habeck aufgestellt, die Union hätte sich an Markus Söder gehalten. Nur die SPD hätte wahrscheinlich nicht geglaubt, dass sie plötzlich in Umfragen führt. Für Grüne und Union ist es jetzt zu spät, personelle Fehler zu korrigieren. Daran ändern auch Umfragen nichts – wie jene unter Unionsanhängern, die sich gerade mehrheitlich einen Kanzlerkandidaten Markus Söder wünschen. Lachender Dritter ist bei alledem SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, bei dem zwar viele Wähler nicht wissen, wofür er steht, der aber in der Negativstatistik der Kanzlerkandidaten-Fauxpas weit hinten liegt – und damit im Umkehrschluss in der Wählergunst weit vorn.

Und ja: Gerade mit Blick auf das Laschet-Team darf man mittlerweile hinterfragen, wie professionell dort eigentlich gearbeitet wird: Ist wirklich niemandem aufgefallen, dass der CDU-Chef im aktuellen Wahlwerbespot inmitten von Kohle-Kumpeln der einzige mit kohleschwarzem Gesicht ist? Bei aller Kritik an den Personen sollte man aber eines nicht vergessen: Am 26. September wird kein Herrscher gewählt, sondern ein Parlament. Es ist also sinnvoll, sich bis dahin nicht nur mit den Aushängeschildern der Parteien auseinanderzusetzen, sondern auch mit inhaltlichen Positionen.

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