Rundfunkrebell Thiel

Sind ARD und ZDF noch zeitgemäß?

Michael Clasen
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Ein Kommentar von Michael Clasen
| 24.08.2021 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Er saß sechs Monate ab, weil er sich weigerte, zu kooperieren. Georg Thiel in der JVA Münster. Foto: Peter Berger
Er saß sechs Monate ab, weil er sich weigerte, zu kooperieren. Georg Thiel in der JVA Münster. Foto: Peter Berger
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Was passiert, wenn man in Deutschland keinen Rundfunkbeitrag zahlt? Im schlimmsten Fall landet man dort, wo Georg Thiel ein halbes Jahr lang saß: im Gefängnis.

Mehr als acht Milliarden Euro nahm der öffentlich-rechtliche Rundfunk vergangenes Jahr allein durch die Rundfunkbeiträge ein. Deutschland leistet sich damit wohl die teuersten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten der Welt. Wer nicht zahlen will, für den gibt es kein Pardon – außer es handelt sich um soziale Härtefälle. Da gibt es für Hartz-IV-Empfänger und Studenten Ausnahmen vom Zwang, der Rest muss löhnen – egal, ob er will oder nicht. Nun mag die Szene der Rundfunkrebellen ein wenig suspekt wirken, die Georg Thiel in den vergangenen Monaten wie einen Helden verehrt hat. Da scheinen auch einige Rechtsradikale und Reichsbürger mitzumischen – also ein Klientel, das nicht tolerabel ist. Die Grundsatzfrage ist jedoch im Zeitalter von Abo-Sendern wie Netflix und Sky durchaus legitim: Soll der mündige Medienkonsument nicht endlich selbst entscheiden dürfen, ob er für ARD und ZDF jeden Monat zahlen will?

Wäre ein totaler Boykott von Erfolg gekrönt, geriete das System des Zwangsbeitrags in Gefahr. Deshalb statuiert der WDR an dem sturen Rundfunkrebellen ein Exempel. Er saß länger hinter Gittern als so mancher Krimineller. Offizieller Haftgrund war seine Weigerung, im Zuge des Vollstreckungsverfahrens eine Vermögensauskunft abzugeben. Rechtlich ist das einwandfrei gewesen. Trotzdem stimmt der Fall nachdenklich.

@ Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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