Verkehr

Schlechte Straßen: Hoffen auf die Dorfentwicklung

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 22.08.2021 19:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf manchen Straßen in Suurhusen müssen Fußgänger häufiger großen landwirtschaftlichen Maschinen ausweichen, weil ein Fußweg fehlt. Auch darum ging es jetzt bei dem Ortstermin. Fotos: Hillebrand
Auf manchen Straßen in Suurhusen müssen Fußgänger häufiger großen landwirtschaftlichen Maschinen ausweichen, weil ein Fußweg fehlt. Auch darum ging es jetzt bei dem Ortstermin. Fotos: Hillebrand
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Mangels Alternativen soll vor allem das Dorfentwicklungsprogramm für bessere Straßenverhältnisse in Suurhusen sorgen. Damit wären auch Maßnahmen denkbar, für die es sonst kein Geld geben würde.

Was und warum

Darum geht es: Dank des Dorfentwicklungsprogramms könnte unter anderem eine Überquerungshilfe am Sportplatz kommen.

Vor allem interessant für: Fußgänger in der Gemeinde Hinte, vor allem, wenn sie auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind

Deshalb berichten wir: Die Suurhuser SPD hatte uns zu einer Ortsbegehung mit Johann Saathoff eingeladen.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Suurhusen - Johann Saathoff soll es richten: Diesen Eindruck vermittelte zumindest eine Presseeinladung des SPD-Ortsvereins Suurhusen, in der eine Ortsbegehung mit ihrem Unterbezirksvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten angekündigt worden war. Saathoff sollte die schlechten Straßen in dem Hinteraner Ortsteil begutachten und „dazu beitragen, Finanzierungsmöglichkeiten von Bund, Land und Kreis aufzuzeigen, um die dringend erforderlichen Baumaßnahmen durch die Gemeinde einleiten zu können“, so der Vereinsvorsitzende Gerd Müller. Vor Ort machte Saathoff jedoch schnell klar: Er selbst kann hier wenig ausrichten. Stattdessen verwies der frühere Bürgermeister der Krummhörn auf das Dorfentwicklungsprogramm, in das Hinte in diesem Jahr als einzige Kommune in Ostfriesland neu aufgenommen worden ist. Dadurch eröffneten sich neue Möglichkeiten, deren Finanzierung ansonsten gar nicht oder erst nach jahrelanger Wartezeit möglich wären.
Treffpunkt war der Bahnübergang an der Kreuzung Suurhuser Straße / An der Bahn. Von dort aus ging es zum Sportplatz und weiter zum Dorfgemeinschaftshaus. Das Foto zeigt Gerd Müller (mit Zettel in der Hand), Johann Saathoff (links daneben) und Uwe Redenius (links daneben).
Treffpunkt war der Bahnübergang an der Kreuzung Suurhuser Straße / An der Bahn. Von dort aus ging es zum Sportplatz und weiter zum Dorfgemeinschaftshaus. Das Foto zeigt Gerd Müller (mit Zettel in der Hand), Johann Saathoff (links daneben) und Uwe Redenius (links daneben).

Als Beispiel wurde bei dem Ortstermin eine Überquerungshilfe für Fußgänger zur Bushaltestelle am Suurhuser Sportplatz genannt. Wie Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) ausführte, habe dort nämlich im vergangenen Oktober eine 24-stündige Verkehrszählung ergeben, dass viel zu wenig los ist, um auf regulärem Weg in den Genuss einer Querungshilfe zu kommen. Dafür hätten in der Stoßzeit (zwischen 7 und 8 Uhr) schon 800 Fahrzeuge vorbeikommen müssen. Es seien aber nur 50 gewesen, was einige Teilnehmer der Begehung auf die Pandemie zurückführten und eine Nachzählung forderten. Durch das Dorfentwicklungsprogramm wird das aber womöglich gar nicht mehr nötig sein, da das Verkehrsaufkommen für eine Finanzierung nicht mehr so wichtig wäre. Stattdessen geht es bei dem Programm darum, unter Bürgerbeteiligung die Wünsche der Bevölkerung dank eines besonderen Fördertopfs umzusetzen. Sofern diese bestimmte andere Kriterien erfüllen, ist es egal, wie sinnvoll sie letztendlich sind.

Erste Bürgerveranstaltung zum Ende des Jahres geplant

Es ging bei der Begehung aber nicht nur um die Situation an der Bushaltestelle, sondern auch um den Zustand der Suurhuser Straßen im Allgemeinen. So gebe es immer Beschwerden von den Bewohnern und Besuchern des Wohnparks Concordia, die beispielsweise mit Rollatoren unterwegs sind und auf Stolperfallen stoßen. Auch würden Schlaglöcher und hochstehende Kanten das Schieben erschweren. Zwar habe die Gemeinde in der vergangenen Woche schon einen Fußweg entlang der alten Bundesstraße 70 ausgebessert, hieß es nun bei dem Ortstermin. Es gibt aber noch immer viele Unebenheiten, es fehlen mancherorts Fußwege und man ärgere sich über Lohnunternehmen, die Abkürzungen durch die schmalen Straßen nehmen und Passanten zur Seite drängen, hieß es. Manche Bereiche seien darüber hinaus schwer einsehbar – zum Beispiel durch auswuchernde Hecken. Redenius kündigte an, das überprüfen zu lassen.

Am Ende des Ortstermins verwies auch er noch einmal auf die Möglichkeiten des Dorfentwicklungsprogramms. Nach jetzigem Stand sollen sich demnach Ende September die Firmen vorstellen, die das Projekt in der Gemeinde betreuen wollen. Nachdem man sich für eine von ihnen entschieden hat, soll sie unter Bürgerbeteiligung einen Dorfentwicklungsplan ausarbeiten. Voraussichtlich Ende dieses Jahres soll es die erste öffentliche Informationsveranstaltung zu diesem Vorhaben geben, so der Bürgermeister. Es handelt sich um einen jahrelangen Prozess.

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