Vereine
Hoffnung: Neue Mitglieder durch Modernisierungen
Die ostfriesischen Schützen haben die Pandemie genutzt, um zu modernisieren. Dadurch erhofft sich ihr Präsident einen Mitgliederzuwachs. Auch in Hinte wird jetzt ein neues System vorgeführt.
Hinte - Weil die Pandemie lange Zeit Veranstaltungen unmöglich machte, wurde es auch um den Schützenverein Hinte ruhig. An diesem Sonntag steht nun aber wieder ein Tag der offenen Tür an. Es sei die erste öffentliche Veranstaltung seit rund anderthalb Jahren, sagt der Vereinsvorsitzende Hermann Boom unserer Zeitung. Die wollen die Hinteraner auch nutzen, um neue Mitglieder anzuwerben – und um ein neues System vorzustellen.
Die Schützen haben nämlich investiert und auf eine elektronische Schießanlage umgestellt, so Boom. „Man kann jetzt live auf einem Bildschirm verfolgen, wie geschossen wurde.“ Darüber hinaus kam unter anderem eine Überdachung hinzu und der Schießstand wurde vergrößert, das Schützenhaus bekam einen neuen Fußboden und alles wurde gestrichen. Möglich wurde das durch viel Engagement der insgesamt etwa 95 Mitglieder, die spendeten und zum Teil auch mit anpackten. Außerdem bedanken sich Boom und der Kassierer Ippe Reuss bei verschiedenen Firmen, beim Landessportbund, bei der Lotto-Stiftung und bei der Gemeinde Hinte.
Preisschießen geplant
Insgesamt sei man noch verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen, auch wenn es an Nachwuchs mangele, sagt Boom. Darum erhoffe man sich auch umso mehr vom Tag der offenen Tür, bei dem bei einem Preisschießen ein Fernseher, Tank- und Essensgutscheine, eine Kaffeemaschine und mehr winken. Die Feier laufe zwischen 10 und 16 Uhr an der Brückstraße 10a. Besucher ab 13 Jahren müssen geimpft oder genesen sein oder ein aktuelles negatives Corona-Testergebnis vorweisen. Ab diesem Montag soll zudem wieder offiziell mit den regelmäßigen Trainingsabenden begonnen werden und in gut einem Monat sei ein vereinsinternes Schützenfest vorgesehen, kündigt Boom an.
Hinte ist einer von mehreren Vereinen in der Region, die den Stillstand des Schieß- und Sportbetriebs während der Corona-Pandemie genutzt haben, um ihre Schützenhäuser- und heime umzubauen oder zu modernisieren, sagt Detlef Temmen. Der Neermoorer ist Präsident des Ostfriesischen Schützenbundes (OSB), in dem sieben Kreisverbände mit 95 Vereinen und insgesamt rund 9300 Mitgliedern zusammengeschlossen sind. Glansdorf (Gemeinde Rhauderfehn) und Ostrhauderfehn hätten diese Zeit beispielsweise auch dafür genutzt, ihre Schießstände auf elektronisches Schießen umzustellen und sich so besser für die Zukunft aufzustellen, so Temmen.
Keine großen Mitgliederverluste in Pandemiezeiten
Der OSB-Präsident hält das für den richtigen Weg. Denn für die Schützenvereine komme es jetzt darauf an, nach der Zeit ohne Wettkämpfe und Traditionsveranstaltungen ihre Mitglieder zu binden und neue dazuzugewinnen. Das gelinge nur durch attraktive Angebote, sagt Temmen.
Nach seinen Angaben haben die Vereine während der Pandemie aber „keine großen Mitgliederverluste“ verzeichnet. Im vergangenen Jahr sei die Gesamtzahl im OSB im Vergleich zu 2019 um etwa 200 zurückgegangen. „Das bewegt sich noch im Rahmen“, sagt der Präsident. Die Vereine seien dennoch jetzt gefordert, „wieder in die Socken kommen“. Sie müssten den Mitgliedern wieder etwas anbieten und selbst die Initiative ergreifen.
„Vereine verhalten sich vorbildlich“
Auch für die Traditionsschützen habe es seit dem ersten Shutdown keine Veranstaltungen gegeben, alle Schützenfeste seien bislang ausgefallen. Jetzt gebe es beispielsweise in den ostfriesischen Schützenhochburgen Emden und Esens, aber auch in kleineren Vereinen wie in Etzel erste Versuche, die Tradition mit internen Feiern oder Festen in abgespeckter Form aufrechtzuerhalten.
In diesem Zusammenhang bescheinigt Temmen allen Vereinen, sich während der Pandemie „vorbildlich verhalten“, alle Vorgaben der Behörden beachtet und sich mit Angeboten zurückgehalten zu haben. „Sie haben ein ordentliches und sauberes Bild abgegeben und sind nicht negativ aufgefallen“, so der OSB-Präsident. Er hoffe jetzt, dass auch das Schützenwesen bald zu einem Stück Normalität zurückkehren könne.