Wirtschaft

Die Firma Remarc zieht von Leer nach Jübberde um

Christine Schneider-Berents
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Von Christine Schneider-Berents
| 20.08.2021 12:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Sandra und Andreas Bruns managen die Geschicke der Remarc GmbH. Foto: privat
Sandra und Andreas Bruns managen die Geschicke der Remarc GmbH. Foto: privat
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Jetzt ist es raus: Ein Traditionsunternehmen verlässt Leer. Die an der Reimersstraße ansässige Remarc GmbH baut in Jübberde neu.

Jübberde/Leer - Was seit Monaten hinter verschlossenen Türen vorbereitet, besprochen und verhandelt wurde, ist jetzt amtlich: Die an der Reimersstraße in Leer ansässige Remarc GmbH zieht nach Uplengen um. Im Gewerbegebiet in Jübberde wurde ein rund 20.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Dort soll im Sommer nächsten Jahres mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte begonnen werden. Im Herbst 2023 steht der Umzug an. Die Pläne sind fertig, der Bauantrag beim Landkreis Leer als zuständige Genehmigungsbehörde gestellt. „Uns als Gemeinde freut das sehr. Die Firma ist für uns ein Gewinn“, sagte Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht bei der Vorstellung des Projektes.

Diese visualisierte Ansicht des neuen Firmengebäudes zeigt den Bürotrakt. Dahinter schließt sich die in mehrere Fertigungsbereiche unterteilte Produktionsstätte an. Zeichnung: privat
Diese visualisierte Ansicht des neuen Firmengebäudes zeigt den Bürotrakt. Dahinter schließt sich die in mehrere Fertigungsbereiche unterteilte Produktionsstätte an. Zeichnung: privat

Dahinter stehen Andreas und Sandra Bruns aus Großefehn. Er ist in Hesel aufgewachsen, sie stammt gebürtig aus Beningafehn. Das Ehepaar ist Eigentümer der Remarc GmbH Maschinenfabrik. Das Unternehmen produziert Gartengeräte aller Art – von Rasentraktoren über Universalsauger bis hin zu Gartenhäckslern, Vertikutierern und Kehrmaschinen. Damit sind rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Oktober kommen drei weitere dazu, zwei von ihnen werden in der Konstruktion tätig sein, einer wurde für den Vertrieb eingestellt. „Alle Produktionsschritte, von der Konstruktion bis zur endgültigen Fertigstellung, liegen bei uns“, sagt Geschäftsführer Andreas Bruns. Und auch um den Vertrieb an Fachhändler weltweit kümmere man sich weitgehend selbst.

Gründe für den Umzug

Den Umzug von Leer aufs Dorf habe man sich gut überlegt. Ein ausschlaggebender Grund sei der Umstand gewesen, dass die alte Fabrik, in der man jetzt produziere, gepachtet sei. Die Hallen müssten umfassend saniert werden. Sie seien nicht mehr zeitgemäß. Außerdem habe sich die Wohnbebauung rund ums Betriebsgelände verdichtet. „Da ist die Überlegung gereift, sich nach einem ganz neuen Standort umzuschauen“, erläutert Andreas Bruns. Für Jübberde spreche außerdem die Nähe zur Autobahn. „Auch das ist ein wichtiger Punkt, der für den Ortswechsel spricht“, ergänzt Sandra Bruns.

Das neue Grundstück der Remarc GmbH liegt an der Hollener Straße. Von dort werde die Zufahrt für die Pkw sein. Der Lkw-Verkehr werde über die Robert-Bosch-Straße zum neuen Firmengelände geleitet. Für das Bürogebäude werde man 900 Quadratmeter benötigen, die Werkshallen seien zusammen 8700 Quadratmeter groß, erläutert Remarc-Chef Andreas Bruns.

Die Firma Remarc hat ihren Ursprung in der Maschinenfabrik Cramer an der Reimersstraße in Leer. Der Umzug von dort nach Jübberde soll im Herbst 2023 erfolgen. Foto: Schneider-Berents
Die Firma Remarc hat ihren Ursprung in der Maschinenfabrik Cramer an der Reimersstraße in Leer. Der Umzug von dort nach Jübberde soll im Herbst 2023 erfolgen. Foto: Schneider-Berents

Die Anfänge vor 185 Jahren

Rückwärts gelesen bedeutet der Firmenname Remarc Cramer. Damit ist man bei den Anfängen des Traditionsunternehmens, das seit mehr als 185 Jahren in Leer beheimatet ist. Es befindet sich heute wieder vollständig in Privatbesitz und ist inhabergeführt. Die Ursprünge der Remarc GmbH reichen ins Jahr 1835 zurück, als Lüpke Spanjer in Leer an der Wörde eine Schmiede und Werkstatt für den Bau von Mühlentechnik in Betrieb nahm. Nach dem Tod des Firmengründers übernahm dessen Stiefsohn Lüppo Cramer die Leitung.

1920 war aus der kleinen Werkstatt ein für damalige Verhältnisse moderner Entwicklungs- und Produktionsbetrieb geworden. Mit dem Umzug in Hallen an der Reimersstraße hatte die Serienanfertigung von Steinschrotmühlen Fahrt aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte man die Produktpalette um Landmaschinen wie Heugebläse, Hackgeräte und Kartoffellegemaschinen. Seit Ende der 1970er Jahre werden in der Fabrik Maschinen und Geräte für die Garten- und Landschaftspflege gefertigt.

Seit Januar dieses Jahres firmiert die Maschinenmarke Cramer unter dem Namen Remarc. Das habe mit der Rückabwicklung des Teilverkaufs des Unternehmens vor einigen Jahren an die chinesische Globe-Group zu tun, erklärt Andreas Bruns die Umbenennung. Sie diene der Abgrenzung zu den in Deutschland entwickelten und produzierten bisherigen Cramer Geräten. Seit 2012 besitzt der Maschinenbauingenieur Anteile am Unternehmen. Seit Juni dieses Jahres sind die Eheleute alleinige Eigentümer. Gemeinsam planen und bewerkstelligen sie nun den Neubau und zusammen mit ihrem Team den Umzug der Remarc GmbH von Leer nach Jübberde.

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