Verkehr

Neutorstraße in Emden: Stadt macht jetzt Nägel mit Köpfen

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 19.08.2021 20:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Abschnitt Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausplatz startet in den nächsten Tagen der Modellversuch. Foto: C. Hock
Auf dem Abschnitt Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausplatz startet in den nächsten Tagen der Modellversuch. Foto: C. Hock
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Der Modellversuch für eine neue Verkehrsführung auf der Neutorstraße in der Innenstadt wird jetzt umgesetzt. Fußgänger und Radfahrer sollen dort von kommender Woche an Vorrang haben.

Was und warum

Darum geht es: Schneller als erwartet setzt die Stadt Emden den angekündigten Modellversuch in der Neutorstraße um.

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer, die in der Emden Innenstadt mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, und alle die sich für die Entwicklung von Innenstädten interessieren.

Deshalb berichten wir: Die Stadt Emden hat am Donnerstag in einer Pressemitteilung eine rasche Umsetzung des Experiments angekündigt. Demnach soll es schon an diesem Freitag losgehen.

Die Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Emden - Die Stadt Emden macht jetzt Nägel mit Köpfen: Schneller als erwartet und trotz teilweiser Kritik aus der Bevölkerung setzt sie von diesem Freitag an den vor knapp vier Wochen angekündigten Modellversuch auf der Neutorstraße um. Auf dem Abschnitt dieser Innenstadtachse zwischen Rathausplatz und Agterum sollen bis Mitte Januar verschiedene Konzepte zur Verkehrslenkung erprobt werden, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstagabend überraschend mit.

In dieser Zeit bleibt dieser Teil der Neutorstraße halbseitig für den Verkehr gesperrt. Bereits seit etwa anderthalb Jahren können Kraftfahrzeuge diesen Abschnitt nur noch aus Richtung Rathausplatz kommend befahren. Notwendig geworden war das wegen des Baus der Neutor-Arkaden, der jetzt dem Ende entgegengeht.

Experiment läuft bis Mitte Januar

Laut Stadt sollen die kommenden fünf Monate dazu genutzt werden, die dauerhafte Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs oder eines sogenannten Shared-Space-Konzept zu testen. Das heißt, dass der Fußgänger- und der Radfahrverkehr auf dem Abschnitt der Neutorstraße einen höheren Stellenwert bekommen. Die freie Verkehrsfläche, die dadurch entsteht, soll auch für Aktionen und Veranstaltungen zur Verfügung stehen, heißt es in der Mitteilung. Näheres wird dazu nicht ausgeführt.

Für das „Experiment Neutorstraße sind verschiedene Änderungen geplant, die jetzt umgesetzt werden sollen:

  • Künftig wird für Autos auf dem Abschnitt zwischen Rathausplatz und Agterum Tempo 30 gelten.
  • Die neue Verkehrsführung wird durch umfangreiche Markierungen sichtbar gemacht.
  • Es werden mehrere Fußgängerüberwege eingerichtet. Ziel sei es, dass Fußgänger dort dauerhaft Vorrang haben sollen, so die Stadt.
  • Die Fußgängerampeln in Höhe der Fußgängerzone Zwischen beiden Sielen und in Höhe der Osterstraße werden abgeschaltet.
  • Der Radweg in Fahrtrichtung Rathausplatz wird verbreitert.
  • Auf Höhe des Stadtgartens wird eine Multifunktionsfläche eingerichtet.

Die Entscheidung für den Modellversuch habe die Verwaltung gemeinsam mit der Politik getroffen, so die Stadt. Beteiligt sei auch auch die Verkehrskonferenz gewesen, in der unter anderem Vertreter der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und von Verkehrsverbänden sitzen. Durch die halbseitige Sperrung während des Baus der Neutor-Arkaden hätten sich die Verkehrsströme in Emden in den vergangenen eineinhalb Jahren zwar verlagert, es seien aber „keine generellen und weitreichenden Auswirkungen auf die Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs in der Innenstadt“ festgestellt worden, so die Stadt weiter. Auch die Umleitungsstrecken, die hauptsächlich über die Ringstraße sowie über die Nordertorstraße und die Friedrich-Ebert-Straße führen, seien „nicht über Gebühr belastet“ worden.

Zu größeren Staus sei es lediglich zu Spitzenzeiten und dann häufig auch durch gleichzeitigen Baustellen- und Anlieferungsverkehr zu den Neutor-Arkaden gekommen. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass sich auch die häufig wechselnden Regeln während der Corona-Pandemie auf das Verkehrsgeschehen und die Verkehrsdichte in der Innenstadt ausgewirkt hätten.

Markierungsarbeiten beginnen

Nach Angaben der Stadt sollen an diesem Freitag die neuen Straßenmarkierungen auf der Neutorstraße aufgebracht werden. Alle weiteren Änderungen für den Modellversuch sollen bis zum Abend des kommenden Montags abgeschlossen sein.

Das Experiment soll in den nächsten Wochen mit Beobachtungen, Zählungen und Messungen sowohl in der Neutorstraße als auch auf den Ausweichstrecken begleitet werden.

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